Le Mans: Regen verhindert Zeitenverbesserungen

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Porsche verbuchte in der zweiten Qualifikation eine Doppelführung l © Daniel Schnichels

Auch nach dem zweiten Qualifying führt Porsche unverändert das Zeitentableau an. Da die Teilnehmer zu Beginn der Sitzung bei noch trockenen Bedingungen die Zeit für Rennabstimmung nutzten, wurden nach einsetzendem Regen keine Zeitenverbesserungen mehr erzielt. Porsche, Aston Martin und Corvette haben unterdes Protest gegen die BoP-Einstufung in der GTE-Pro-Wertung eingelegt.

Porsche führt weiterhin die Ergebnislisten im Zeittraining für die 24 Stunden von Le Mans. Im mehrheitlich nassen zweiten Teil des Qualifyings ließ die Strecke keine Zeitenverbesserungen mehr zu, auch wenn der Beginn der Einheit noch auf trockener Strecke absolviert wurde. Demnach führen weiterhin Romain Dumas, Neel Jani und Marc Lieb mit der am gestrigen Abend erzielten Rundenzeit von 3:19,733 Minuten vor den Teamkollegen das Zeitentableau an.

Platz drei und vier haben weiterhin die beiden Toyota inne, unmittelbar vor den beiden Audis und den drei privaten LMP1-Einsatzfahrzeugen, wobei die Bykolles-Mannschaft erstmals eine Zeit setzen konnte nach dem Fahrzeugbrand im gestrigen freien Training. Als die Session um 19 Uhr am Abend gestartet wurde, war die mehr als dreizehn Kilometer lange Traditionsstrecke an der Sarthe noch trocken. Allerdings nutzte keines der Top-Teams die Chance auf eine erneute Zeitenjagd und verbrachte den ersten Teil der Einheit mit weiteren Abstimmungsarbeiten.

Protest gegen GTE-Pro-Balance-of-Performance

In der kleineren LMP2-Kategorie führt weiterhin G-Drive Racing vor Baxi DC Racing Alpine und Signatech Alpine, also auch hier keinerlei Veränderung in der Reihenfolge zu gestern Abend. In der GTE-Pro-Kategorie hat sich ebenfalls nichts an der Reihung geändert. Diskussionen gab es am heutigen Nachmittag dennoch reichlich. Die Hersteller Corvette, Aston Martin und Porsche hatten offiziell Protest gegen die Balance-of-Performance-Einstufung in der GTE-Pro-Kategorie angemeldet.

Der Grund dafür: die deutliche Überlegenheit der beiden neuen Fahrzeuge von Ford und Ferrari. Der schnellste Ford GT, pilotiert von Joey Hand, Dirk Müller und Sébastien Bourdais umrundete den Kurs binnen 3:51,185 Minuten. Zum Vergleich: das schnellste Fabrikat, das nicht von Ford oder Ferrari stammt, findet sich erst an achter Stelle. Frédéric Makowiecki, Earl Bamber und Jörg Bergmeister benötigten im Porsche 911 RSR beinahe vier Sekunden länger für einen Umlauf.

Eine Entscheidung über den Protest und eine möglicherweise veränderte Einstufung bei den GTE-Fahrzeugen ist noch nicht gefallen. Allerdings ist auch eine Anpassung zum Rennen nicht undenkbar. Dass aber auch die Pole-Position vom LMP1-Porsche noch nicht abschließend in Stein gemeißelt ist, lies Porsche selbst verlauten.

Auch wenn die Wetterprognosen alles andere als Einigkeit anzeigten, so gehen die Zuffenhausener davon aus, dass gegen Ende der dritten und letzten Qualifyingeinheit am späten Abend wieder trockene Bedinungen herrschen werden. Sollte dem so sein, werden beide Einsatzmannschaften nochmals die Chance erhalten, ihre Zeiten zu verbessern. Zum Vergleich: Im Vorjahr fuhr Neel Jani in seiner Pole-Runde etwa drei Sekunden schneller als der aktuelle Bestwert. Ob Toyota und Audi ebenfalls noch einen Versuch starten, bleibt abzuwarten.