Le Mans: Peugeot schrickt vor immensen Kosten zurück

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Peugeot schließt eine Le-Mans-Rückkehr keineswegs aus | © Maximilian Graf

Die Peugeot-Chefetage hegt nach wie vor die Ambition, wieder in Le Mans zu starten. Das einzige Problem: die eminenten Kosten in der Langstrecken-WM. „Im Augenblick ist es nur eine Idee und ein Ziel am Horizont“, fasst Sportdirektor Bruno Famin die bisherigen Erwägungen zusammen.

Peugeot trägt sich weiterhin mit dem Gedanken, ein Werksprogramm in der Langstrecken-WM zu schultern. „Die Serie ist ideal für Hersteller und viel besser als die F1“, meint Sportdirektor Bruno Famin gegenüber Endurance-Info. Zudem träume die PSA-Chefetage von einer Rückkehr nach Le Mans. Die einzige Hürde: die immensen Kosten zur Entwicklung eines Hybridprototyps, welche den Pariser Konstrukteur im Augenblick noch abschrecken.

Schon zu Beginn des Jahres schürte die Konzernbilanz vielerorts Hoffnung auf ein Peugeot-Engagement. Angesichts der gigantischen Beträge, die sowohl Porsche und Audi als auch Toyota investieren, verzichte Peugeot jedoch vorerst auf einen Einstieg. „Die großen Vorbehalte betreffen das Budget, welches derzeit viel zu hoch ist“, erklärt Famin. „Wir können FIA und ACO nur dazu anhalten, die Kosten zu senken.“

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Zur Orientierung: Das Budget der Volkswagentöchter beträgt etwa zweihundert Millionen, dasjenige der TMG-Equipe immerhin einhundert Millionen Euro. „Obwohl die Deutschen ihr Programm in Le Mans auf zwei Fahrzeuge reduziert haben, ist es dennoch nur etwas Symbolisches“, urteilt Famin. „Zwei Drittel der F1-Mannschaften wünschen sich, über solch ein Budget wie die LMP1-Spitzenmannschaften zu verfügen.“

Gleichwohl hegt Peugeot ohne jeden Zweifel Interesse am Oberhaus der Sportwagen. „Die FIA-Langstrecken-WM ist eine prächtige Meisterschaft mit schönen Fahrzeugen“, bekräftigt Famin die Attraktivität der Langstrecken-WM. „Die Technologie ist ebenso interessant wie das Format. Die Hersteller kämpfen miteinander, und wir erinnern uns an die Hersteller als Sieger mehr als an die Fahrer – mit einigen Ausnahmen.“

Wider Erwarten hatte Peugeot sein LMP1-Projekt unmittelbar vor der Einführung der Langstrecken-WM zur Saison 2012 eingestellt. Die Entscheidung gründete auf wirtschaftlichen Erwägungen. Zuvor feierte der Konstrukteur aus Frankreich zahlreiche Endurance-Erfolge nebst dem Triumph bei den 24 Stunden von Le Mans. „Peugeot wird an dem Tag zum Langstreckensport zurückkehren, wenn es möglich ist, ein echtes Projekt zu verwirklichen – mit entsprechendem Rückhalt. Im Augenblick ist es nur eine Idee und ein Ziel am Horizont.“