GTD-Klasse: Aston Martin, Lamborghini oder doch Frikadelli Racing?

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In der GTD-Klasse stellt sich die Favoritenfrage | © Porsche AG, BMW AG, Viperexchange, Konrad Motorsport

Die GTD-Klasse zählt mit zweiundzwanzig Teilnehmern die meisten Fahrzeuge in Daytona. Beim Blick auf die Einschreibungen können wohl ebenso viele Favoriten wie Hersteller ausgemacht werden. Können die etablierten Teams ihren Erfahrungsvorsprung nutzen, oder überrascht Frikadelli Racing beim ersten Rennen abseits der Nordschleife?

Audi: Erster Daytona-Sieg nach dem Modellwechsel?

Die Audianer sind mit dem Sieg in Dubai bestens in die neue Saison gestartet. Beim kommenden 24-Stunden-Rennen von Daytona kommt der neue R8 LMS auch erstmals in die Vereinigten Staaten. Für den Einsatz der Rennflunder konnten zwei neue Mannschaften gewonnen werden. Magnus Racing und Stevenson Motorsport konnten für Programme in der IMSA SportsCar Championship gewonnen werden.

Klares Nummer-Eins-Team ist Magnus Racing. Die erfahrene Mannschaft, die zu Grand-Am-Zeiten mehrere Titel und Daytona-Siege erringen konnte, wurde von Porsche weggelockt. Teil des Deals ist die Unterstützung der Stammfahrer Andy Lally und John Potter, die sich durch Konstanz auszeichnen, durch Werksfahrer René Rast und Marco Seefried.

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Stevenson Motorsport setzt derweil zwei der neuen Fahrzeuge ein, setzt auf Fahrerseite jedoch auf das Stammpersonal. Dritter im Bunde ist Flying Lizard Motorsports, die bereits vor zwei Jahren auf Audi umgesattelt haben. Allerdings setzt die Truppe noch auf den alten R8. Allerdings wurden Pierre Kaffer und Christopher Haase in die Fahrermannschaft beordert. (Daniel Stauche)

Aston Martin: Vierköpfige Werksabordnung mit Erfolgsaussichten

In diesem Jahr entsendet Aston Martin eine Werksdelegation über den Atlantik, um seine Anwartschaft auf einen Rang in der GTD-Spitzengruppe anzumelden. Die Prodrive-Abordnung setzt sich aus dem langstreckengeprüften Quartett Paul Dalla Lana, Pedro Lamy, Mathias Lauda und Richie Stanaway zusammen. Bei den Vorbereitungsfahrten in Daytona setzte der Konstrukteur aus dem Vereinigten Königreich wiederholt Akzente, tendierte aber zum Mittelfeld.

Darüber hinaus gewährt Aston Martin seiner TRG-Kundenmannschaft weiterhin werksseitige Unterstützung bei der Eröffnungsveranstaltung zur IMSA SportsCar Championship. Das fünfköpfige Ensemble rekrutiert sich aus Santiago Creel, Antonio Pérez, Ricardo Pérez de Lara, Sergio Pérez und Lars Vilijoen. Im Vorjahr strauchelte das Gespann aus Petaluma über die Distanz, fuhr aber nichtsdestotrotz unter die besten Zehn. (Maximilian Graf)

Dodge Viper: Titelverteidiger in der Unterzahl

Dodge Viper gilt als Kultmarke in den Vereinigten Staaten. Im GT3-Wettbewerb nimmt die Giftschlange dennoch eine Sonderstellung ohne Unterstützung durch Chrysler ein. Einzig Riley Motorsports wagt den Start mit der SRT-Konstruktion, befindet sich aber in einer aussichtsreichen Lage. Schließlich trug Riley Motorsports in der zurückliegenden Saison den Klassensieg davon – gelingt am nächsten Wochenende die Titelverteidigung?

Ein Fahreraufgebot fügt sich aus Ben Keating, Jeroen Bleekemolen, Dominik Farnbacher und Marc Miller zusammen. Die Schwesterbesatzung formiert sich wiederum aus dem Quintett Ben Keating, Gar Robinson, Jeff Mosing, Eric Foss und Damien Faulkner. Aufgrund der Zusammenarbeit mit der Gas Monkey Garage startet Erstgenannte Truppe darüber hinaus mit einer Sonderlackierung in Daytona Beach. (Maximilian Graf)

Lamborghini: Vielgestaltiges Aufgebot beim Auftaktrennen

Der Generationswechsel in der GT3-Branche kommt Lamborghini ohne jeden Zweifel zupass. Denn das Modell Huracán avancierte während der vergangenen Monate geradezu zum Kassenmagnet – sowohl auf dem alten Kontinent als auch in Nordamerika. Dieser Umstand findet auch in der Teilnehmerliste des 24-Stunden-Ausdauerrennens in Daytona seinen Niederschlag. Vier Wettbewerber starten mit der italienischen Marke.

Eine exponierte Stellung nimmt Konrad Motorsport ein. Nach langjährige Absenz kehrt die Equipe aus Verl auf das internationale Parkett zurück. Der erste Wegmarker auf diesem Pfad: die 24 Stunden von Dubai. In der Arabischen Wüste ging Konrad Motorsport daran, das Gesamtpodium zu erklimmen, fiel jedoch in der Schlussphase einem Brand zum Opfer. Gleichwohl offenbarte diese Leistung das Potenzial der Equipe.

Die Besatzungen rekrutieren sich zum einen aus Rolf Ineichen, Lance Willsey, Fabio Babini, Marc Basseng und Teamchef Franz Konrad selbst, zum anderen aus Emanuele Busnelli und Jim Michaelian. Folglich sind noch zwei Cockpitplätze vakant. Die Markenkollegen: O’Gara Motorsport, Change Racing und Paul Miller Racing. Letzteres Gespann vollzog im Winter einen Fabrikatswechsel – von Audi zu Lamborghini. (Maximilian Graf)