Antwort an Peter Kox: Creventic will Breitensport schützen

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Die Creventic-Agentur begründet ihre drakonische Bestrafung: der Schutz des Breitensports in der 24-Stunden-Serie | © Creventic

Creventic hat auf den offenen Brief geantwortet, den Peter Kox nach dem Ausschluss der Scuderia Praha verfasst hat. In diesem begründet die Organisation ihre Vorgehensweise: Zum einen wollen die Verantwortlichen ihre Philosophie wahren und nicht die Kontrolle verlieren, zum anderen ein Exempel statuieren.

Die Creventic-Organisation hat auf den offenen Brief reagiert, den Peter Kox nach dem Ausschluss der Scuderia Praha vom Zwölf-Stunden-Rennen von Mugello verfasst hat. In einer aussführlichen Antwort begründet der niederländische Veranstalter seinen Beschluss nochmals en détail, befasst sich aber auch mit der Argumentation des Ferrari-Fahrers, welcher die Vorgehensweise der Verantwortlichen monierte.

Vordergründig rekurriert Creventic auf seine Philosophie, wonach Herrenfahrer ein elementarer Bestandteil der 24-Stunden-Serie seien. Daher wolle die Agentur aus den Niederlanden eine drohende Professionalisierung des Breitensports verhindern. „Wir glauben, dass Respekt auf und abseits der Strecke hinsichtlich der Fahrweise und des Verhaltens äußerst wichtig ist, um die freundliche und spezielle Atmosphäre aufrechtzuerhalten, wofür die 24-Stunden-Serie bekannt ist“, heißt es in der Stellungnahme.

Um den Fortbestand in der gegenwärtigen Beschaffenheit zu gewährleisten, sei es gleichsam notwendig, ein Exempel zu statuieren, um eine Fehlentwicklung zu vermeiden. „Daher hoffen wir, dass all unserer Fahrer der 24-Stunden-Serie vergegenwärtigen, dass solch ein Verhalten Schaden bei den Fahrzeugen anderer Rennställe anrichten kann oder Fahrer ernsthaft verletzt“, fügt Creventic hinzu. „Es schädigt nicht nur dem Fahrer, der den Unfall verursacht, sondern kann ebenso Auswirkungen auf den Rest der Mannschaftskollegen haben.“

Zweifelsohne seien Fehler bei einem Wettbewerb nicht vermeidbar, allerdings könnte manchen Zwischenfällen durch eine angemessene Herangehensweise auf der Piste vorgebeugt werden. „Creventic ist sich des Faktes bewusst, dass allen Fahrern Fehler unterlaufen können. Jedoch besteht ein Unterschied zu Entscheidungen, die Rennfahrer treffen, welche die Wahrscheinlichkeit solcher Fehler beeinflussen.“

In der Vergangenheit habe Creventic versucht, stets den Dialog mit seinen Teilnehmern zu suchen. Was das Klima zwischen den Protagonisten der der 24-Stunden-Serie anbelangt, sei der Scuderia Praha verschiedentlich eine „aggressive“ Fahrweise angelastet worden. Gleichwohl habe der schwere Unfall bei den Zwölf Stunden von Zandvoort im vorletzten Jahr die Entscheidung der Verantwortlichen keineswegs beeinflusst.

„Dies wurde getan, um die Kontrolle über die eigene Serie zu wahren“

Hinsichtlich der Kritik an der Kollektivbestrafung verweist Creventic auf die Charakteristik des Mannschaftssports. „Man gewinnt als Mannschaft, man verliert als Mannschaft“, argumentiert Creventic. „Strategie, Fahrerwahl, die Einstellung zum Rennsport sowie der Respekt gegenüber anderen Mitbewerbern sind allesamt wichtige Faktoren, denen Rechnung getragen werden sollte. Deshalb hat Creventic mit Bedauern entschieden, die Scuderia Praha zur nächsten Runde – den Zwölf Stunden von Mugello – nicht einzuladen.“

Fernerhin sei es Creventic ein inhärentes Anliegen, die Kontrolle über seine Meisterschaft nicht zu verlieren, um das Erreichte nicht zu gefährden. „Wir richten eine offizielle FIA-Serie aus. In unserem Reglement, das die FIA genehmigt hat, steht explizit, dass die Organisation eine Einschreibung ablehnen kann“, erklärt Creventic. „Dies wurde getan, um in der Lage zu sein, die Kontrolle über die eigene Serie zu wahren.

Dabei richtet Creventic auch einen Appell an andere Veranstalter. „In der Tat sollten unserer Meinung nach mehrere Serien sich auf solch einen Common Sense besinnen, um das zu schützen, was sie sich aufgebaut haben und nicht durch Fremdbestimmung kontrolliert zu werden. Jedem Rennstall steht es frei teilzunehmen, aber falls man nicht mit dem System, der Atmosphäre oder der Einstellung einverstanden ist, wäre es vielleicht besser, sich nach einer anderen Serie umzuschauen, die mehr zu einem passt. Das ist wofür, wir stehen.“

Dem Vorwurf, die Anzahl der Teilnehmer bei den 24 Stunden von Dubai sei leichtsinnig, entgegnet Creventic, bereits Kompromisse eingegangen zu sein. Anstatt der erlaubten 107 Fahrzeuge limitierte die Agentur das Starterfeld auf hundert Nennungen. Ein weiterer Kritikpunkt war die Kommunikation: Creventic hätte über die Zeit verfügt, eine Twitter-Meldung zu verfassen, nicht aber, um der Mannschaft die Gelegenheit zu bieten, zu den Vorkommnissen Stellung zu beziehen. Creventic erwidert: Die Bestrafung sei im persönlichen Gespräch mit Teamchef Jiri Rozkosny erfolgt.

Nichtsdestoweniger hoffe Creventic, auf eine Rückkehr der Scuderia Praha bei den nachfolgenden Rennen. Sofern noch Diskussionsbedarf bestehe, sei Kox herzlich eingeladen, das Thema bei einer Tasse Kaffe zu erörtern. „Creventic ist der festen Überzeugung, dass dieses Signal bei allen Fahrern und Teams angekommen ist“, ergänzt Creventic abschließend und hegt die Hoffnung, derartige Sanktionen tun in Zukunft nicht mehr not.