Dubai: Einzelkämpfer, GT3-Alternativen und Außenseiter

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Boutsen Ginion Racing startet in Dubai mit einem Renault Sport RS 01 | © Boutsen Ginion Racing

Nissan delegiert an diesem Wochenende erneut MRS GT-Racing in die Arabische Wüste. Boutsen Ginion Racing startet dagegen mit einem Renault Sport RS01 FGT3 beim 24-Stunden-Langstreckenrennen von Dubai. Indes holt V8 Racing abermals die betagte GT1-Corvette aus der Garage. Wie stehen die Chancen der Einzelkämpfer?

Auch in diesem Jahr kennzeichnet das Teilnehmerfeld des 24-Stunden-Langstreckenrennens von Dubai eine vielgestaltige A6-Spizenklasse. Gewohnheitsgemäß dominieren den zahlreichen Delegationen der branchenführenden GT3-Konstrukteure das Fahrerlager am Persischen Golf. Anderer Teams treffen dagegen eine unkonventionelle Fahrzeugwahl: Boutsen Ginion Racing, V8 Racing und Leipert Motorsport.

Die Mannschaft von Boutsen Ginion Racing könnte womöglich für eine kleine Überraschung sorgen. Die belgische Equipe bestreitet den Wüstenmarathon mit einem Renault RS01 FGT3. Mit Daniel Waszcinski, Christophe de Fierlant, Andre-Alain Corbel und Eric Vaissiere sitzen zwar keine bekannten Gesichter auf dem Cup-Sportwagen, trotzdem bereitet es Schwierigkeiten, den RS01-Boliden einzuschätzen.

Die Krux: Eigentlich hat Renault den Prototyp mit GT-Optik für einen hauseigenen Markenpokal angefertigt. Im Normalfall würde der französische Supersportwagen die GT3-Konkurrenz regelrecht überflügeln. Zum Ende der vergangenen Saison fertigte Renault allerdings eine Endurance-Version mit einem GT3-Downgrade, welche bei den Zwölf Stunden von Abu Dhabi debütierte und fuhr unter die besten Zehn. Zuvor bestritt Boutsen Ginion Racing mit dem RS 01 bereits das Finale der GT Tour.

Pflichtgemäß tritt V8 Racing wieder mit der Marke Corvette in Dubai an. Auch das diesjährige Rennen bestreitet das niederländische Gespann mit dem betagten GT1-Modell C6.R. V8 Racing brillierte in der Vergangenheit zumeist beim Zeitfahren im Dubai Autodrome. Wolf Nathan, Rick Abresch, Alex van’t Hoff, Nicky Pastorelli und Miguel Ramos rekrutierte sich die Besatzung aus einem eingespielte Team.

Molitor Racing startet als Nissan-Einzelkämpfer

Auch im Lamborghini-Lager verzichtet ein Rennstall auf die herkömmliche GT3-Option: Leipert Motorsport. Das Wegberger Gespann startet mit einem Lamborghini Huracán Super Trofeo, anstatt dem GT3-Standardmodell. Der Kader setzt sich bei der Fahrt durch die Arabische Wüste aus dem Quartett Mikhail Spiridonov, Franck Leone-Provost, Jean-Charles Perrin und Shahin Nouri zusammen.

Obwohl MRS GT-Racing mit einem GT3-Gefährt startet, startet die Truppe mit ihrem Nissan GT-R Nismo GT3 als Einzelkämpfer in der Arabischen Wüste. Allerdings nimmt die einzige Nissan-Equipe eine Außenseiterolle ein. Der GT300-Pilot Tomonobu Fujii, Langstreckenfahrer Ilya Melnikov, Journalist Bassam Kronfli und GT-Akademie-Absolvent Ahmed bin Khanen sollte bereits eine Zielankunft als Erfolg gewertet werden.

Folglich sind sowohl MRS GT-Racing als auch Boutsen Ginion Racing, V8 Racing und Leipert Motorsport im Mittelteil des Klassement zu situieren. Zumal das Reglement alle drei Mannschaft als Pro-Am-Kombinationen einstuft, womit die Fahrer die Minimalrundenzeiten bei einem Umlauf im Wettbewerb nicht unterschreiten dürfen.