Wie haben sich die VLN-Rundenzeiten auf der Nürburgring-Nordschleife entwickelt? Trotz des Tempolimits erzielten die Akteure abermals Bestwerte. Ebenfalls frappant: Neuerlich platzierte sich ein Fahrer eines BMW Z4 GT3 am oberen Ende des Klassements der kombinierten Qualifikationsergebnisse.
Seitdem die Acht-Minuten-Schallmauer in der vergangenen Saison gefallen ist, hat die Diskussion um die VLN-Rundenzeiten auf der Nürburgring-Nordschleife in der Öffentlichkeit an Brisanz verloren. Zumal das Tempolimit zurzeit das tatsächliche Potenzial der GT-Sportwagen verschleiert. Gleichwohl fördert eine Analyse der diesjährigen Qualifikationsergebnisse einige aufschlussreiche Erkenntnisse zutage.
Es ist keineswegs ein Geheimnis in der Eifel, aber auch in diesem Jahr illustriert das kombinierte Klassement der besten Zwanzig, inwieweit die Hersteller im Hinblick auf das 24-Stunden-Rennen am Fuße der Nürburg taktieren. Mit Ausnahme des Teams Zakspeed, welches normalerweise im ADAC GT Masters antritt, erzielten sämtliche Mannschaften ihre Bestwerte während der zweiten Hälfte der Saison.
Obwohl zum dritten Lauf der Langstreckenmeisterschaft bereits die partiellen Geschwindigkeitsbegrenzungen auf der Nordschleife in Wirkung traten, fuhren die VLN-Akteure bei der siebenten und neunten Begegnung die schnellsten Rundenzeiten. Jürgen Alzen Motorsport befand sich mit dem Halbzeitrennen gleichsam auf der Schwelle, bezieht aber aufgrund der eigenständigen Entwicklung eine Sonderstellung.
Außerdem augenfällig: Berechnet man das arithmetische Mittel der zwanzig Schnellsten, erlangt man eine durchschnittliche Rundenzeit von ungefähr acht Minuten und fünfeinhalb Sekunden. Das ergibt eine marginale Differenz von etwa sieben Zehntelsekunden gegenüber dem Vorjahr – obschon Experten eine zehn- bis elfsekündige Einbuße aufgrund des Tempolimits kalkulieren. Folglich sind die Fortschritte geradezu exorbitant.
BMW Z4 GT3 bleibt schnellster Sportwagen auf der Nordschleife
Ebenfalls frappant: Zieht man einen Vergleich zu den vergangenen Jahren, kann man sich des Eindrucks nichts erwehren, es bedürfe eines BMW Z4 GT3, um einen Rundenrekord auf der Nürburgring-Nordschleife aufzustellen. Führte zunächst Uwe Alzen mit seinem eigenen Rennstall die Bestenliste in der Saison 2013 an, überwand schließlich BMW-Werksfahrer Jens Klingmann die Acht-Minuten-Marke für Schubert Motorsport.
Beim Münsterlandpokal trumpfte dagegen Walkenhorst Motorsport noch einmal auf. Der Finne Jesse Krohn umkurvte den Eifelaner Traditionskurs in der Qualifikation zum VLN-Finale binnen 8:01,303 Minuten und war dieses Jahr somit der Schnellste in der Grünen Hölle. Wenngleich der BMW Z4 GT3 auf der Geraden zwischen Döttinger Höhe und Hohenrain-Schikane zumeist überflügelt wird, brilliert der bayrische Sportwagen in den winkligen Passagen.
Aber auch Mercedes-Benz tat sich hervor. Sowohl Black Falcon und Rowe Racing mit dem Flügeltürer als auch die AMG-Werksmannschaft mit dem neuen Prototyp beziehen die Verfolgerplätze in der Jahreswertung. Audi bleibt dagegen nur drittstärkste Kraft im Wettstreit der deutschen Konstrukteure, Porsche platzierte sich mit Ach und Krach unter den vordersten Zehn. Darüber hinaus beeindruckte die Scuderia Cameron Glickenhaus.
In der kommenden Saison sind die Daten aber quasi obsolet. Denn der GT3-Generationswechsel schafft andere Voraussetzungen – mit einem Vorteil für Audi und Mercedes-AMG, die bereits auf der Nordschleife des Nürburgrings probten. Erste Kunden befinden sich bereits in Gefechtsposition, wogegen BMW sich kein einziges Mal dem Wettbewerb stellte. Auch Porsche unternahm nur einen Gaststart beim Halbfinale der Langstreckenmeisterschaft.
Kombinierte Qualifikationsergebnisse der VLN-Saison 2015
| Pos. |
Rennstall |
Fahrzeug |
Rundenzeit |
Lauf |
| 1. | Walkenhorst Motorsport (#36) | BMW Z4 GT3 | 8:01,303 min | VLN 10 |
| 2. | Black Falcon (#2) | Mercedes-Benz SLS AMG GT3 | 8:01,443 min | VLN 9 |
| 3. | Mercedes-AMG | Mercedes-AMG GT3 | 8:01,881 min | VLN 7 |
| 4. | Rowe Racing (#7) | Mercedes-Benz SLS AMG GT3 | 8:02,765 min | VLN 9 |
| 5. | Phoenix Racing (#5) | Audi R8 LMS ultra | 8:03,000 min | VLN 9 |
| 6. | Scuderia Cameron Glickenhaus | SCG003C | 8:03,102 min | VLN 10 |
| 7. | Twin Busch Motorsport | Audi R8 LMS ultra | 8:03,381 min | VLN 7 |
| 8. | Haribo Racing | Mercedes-Benz SLS AMG GT3 | 8:04,354 min | VLN 6 |
| 9. | Frikadelli Racing | Porsche 997 GT3 R | 8:05,087 min | VLN 7 |
| 10. | Twin Busch Motorsport | Audi R8 LMS | 8:05,526 min | VLN 9 |
| 11. | Falken Motorsports | Porsche 997 GT3 R | 8:05,772 min | VLN 6 |
| 12. | Car Collection Motorsport | Mercedes-Benz SLS AMG GT3 | 8:05,973 min | VLN 7 |
| 13. | Rowe Racing (#6) | Mercedes-Benz SLS AMG GT3 | 8:06,914 min | VLN 1 |
| 14. | Black Falcon (#3) | Mercedes-Benz SLS AMG GT3 | 8:07,355 min | VLN 9 |
| 15. | Farnbacher Racing | Lexus RC-F GT3 | 8:07,435 min | VLN 7 |
| 16. | WTM Racing | Porsche 911 GT3 RSR | 8:07,484 min | VLN 10 |
| 17. | Jürgen Alzen Motorsport | Ford GT | 8:08,022 min | VLN 5 |
| 18. | Bentley Motorsport | Bentley Continental GT3 | 8:08,378 min | VLN 7 |
| 19. | Team Zakspeed | Mercedes-Benz SLS AMG GT3 | 8:10,323 min | VLN 1 |
| 20. | Manthey-Racing | Porsche 997 GT3 R | 8:11,613 min | VLN 7 |

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