Pascal Vasselon: „Verrückt, beeindruckend und beängstigend zugleich“

Die rasante Entwicklung in der Langstrecken-WM bereitet Toyota-Technikchef Pascal Vasselon zunehmend Sorgen. Obwohl TMG gegenüber dem Vorjahr immense Fortschritte erzielt hat, fährt der Hersteller aus Japan aussichtslos hinterher. Die Kalkulation bei der Konstruktion des neuen Prototyps: ein notwendiger Zeitgewinn von fünf Sekunden.

Die rasante Entwicklung in der Langstrecken-WM bereitet Toyota-Technikchef Pascal Vasselon zunehmend Sorgen. Obwohl TMG gegenüber dem Vorjahr immense Fortschritte erzielt hat, fährt der Hersteller aus Japan aussichtslos hinterher. Die Kalkulation bei der Konstruktion des neuen Prototyps: ein notwendiger Zeitgewinn von fünf Sekunden.

Angesichts der Misserfolge in diesem Jahr problematisiert Toyota das zementierte Kräfteverhältnis in der Langstrecken-WM. Auf den Grand-Prix-Kursen verliert die TMG-Abordnung über drei Sekunden pro Umlauf gegenüber der Konkurrenz von Porsche und Audi. „Das ist sehr schmerzhaft für uns“, räumt Technikchef Pascal Vasselon gegenüber auto, motor und sport ein. „Wir arbeiten genauso hart wie im letzten Jahr, aber es kommen einfach keine Resultate.“

Obwohl Toyota im Vergleich zur vergangenen Saison exorbitante Fortschritte erzielt hat, agiert der Konstrukteur de facto chancenlos gegen die Volkswagenübermacht. Vasselon illustriert die Entwicklung anhand der Resultate in Le Mans. Zwar verbesserte sich Toyota um etwa vier Sekunden auf dem Circuit de la Sarthe, erreichte aber nicht einmal annäherungsweise die Rundenzeiten der Kontrahenten.

Frappant: Die diesjährigen Toyota-Leistung wäre in den Vorjahren gleichsam ein Erfolgsgarant gewesen. „In jeder normalen Rennsaison hätte das für einen dominanten Sieg ausgereicht“, erklärt Vasselon. „Aber diese Saison ist verrückt, beeindruckend und beängstigend zugleich.“ Die rasante Vorwärtsbewegung bereite ihm „Angst und Sorgen“ – insbesondere im Hinblick auf eine drohende Kostenexplosion.

Toyota kalkuliert notwendige Fünf-Sekunden-Verbesserung

Primär überflügeln Porsche und Audi die Toyota-Konkurrenz mittels ihrer leistungsstärkeren Verbrennungsmotoren und Hybridsysteme – ein extrem kostenintensiver Bereich. „Die Gegner haben uns hauptsächlich bei der schieren Power abgehängt, ihre Beschleunigung ist deutlich besser“, analysiert Vasselon, dessen Technikertruppe stattdessen der Aerodynamik Priorität einräumte. Die Optimierung des Hybridsystems wurde im Winter nachgeordnet. 

Welche Konsequenzen zieht Toyota daher für die Konstruktion des Prototyps der nächsten Generation? „Im Schnitt liegen wir über alle Rennen 3,3 Sekunden hinter den LMP1- Bestwerten“, konstatiert Vasselon. „Die müssen wir für das 2016er-Auto finden, plus einen Zeitfaktor x. Denn wir gehen davon aus, dass sich der Wettbewerb für 2016 natürlich noch einmal steigern wird.“ Seine Kalkulation: Eine Steigerung von fünf Sekunden täte not. 

Darüber hinaus hat Toyota bereits verschiedentlich bestätigt, zur nächsten Saison einen Paradigmenwechsel zu vollziehen. Anstatt eines Saugmotors fertigt die TMG-Entwicklungsabteilung für den TS050-Nachfolger einen Turbomotor. Eine weitere Änderung erfolgt beim Hybridsystem: Ein Batteriespeicher ersetzt die Superkondensatoren, welche einen Gewichtsnachteil bergen.


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