Die Leistungsobergrenze in der Langstrecken-WM stößt auf Dissonanz. Die Toyota-Werksmannschaft opponiert gegen diese Regeländerung in der LMP1-Klasse, da ihr Konzept benachteiligt werde, jenes von Porsche und Audi aber nicht. Zumal TMG nur einem Limit für Le Mans, nicht aber für Grand-Prix-Kurse zugestimmt habe.
Toyota leistet Widerstand gegen das Vorhaben der FIA-Regelmacher, eine Leistungsobergrenze für die LMP1-Prototypen der Langstrecken-WM einzuführen. Zwar habe die TMG-Delegation eingewilligt, ein Leistungslimit für Le Mans festzulegen, nicht aber für die restlichen Grand-Prix-Kurse im Veranstaltungskalender. „Es ist nicht fair, eine Regel einzuführen, die eine Technologie mehr beeinträchtigt als eine andere“, meint Technikchef Pascal Vasselon gegenüber Autosport.
Demnach schreibt das Regularium künftig eine Leistungsobergrenze von 735 Kilowatt für die Kombination aus Verbrennungsmotor und Hybridsystem vor. Diese Entscheidung sorgte bereits nach der FIA-Weltratsitzung für ein Verwirrspiel, da die Langstreckenkommission im Kommuniqué eine generelle Änderung verkündete, andere Quellen hingegen über eine Ausnahmereglung für den Circuit de la Sarthe berichteten.
Die Toyota-Werksmannschaft problematisiert diese Neuerung im Reglement, da auf diese Weise Porsche und Audi begünstigt würden. „Diese Art der Limitierung benachteiligt ein doppeltes KERS mehr als ein einfaches KERS und ein Abgassystem“, erklärt Vasselon und beschreibt den Unterschied zum Traditionskurs an der Sarthe. „Die Energiezufuhr ist nicht so wichtig, weil die Geraden sehr lang sind. Wir waren überrascht über die Empfehlung, dies Regel generell umzusetzen.“?
Hintergrund: Im Gegensatz zu Toyota verwenden die VW-Töchter wiederum ein System zur Abgasenergierückgewinnung, welches auf den ultralangen Geraden keinen derartigen Niederschlag findet, wie auf den anderen Strecken im WM-Kalender. „Es ist schwierig, dies nachzuvollziehen, weil wir diskutierten ursprünglich darüber, die Begrenzung nur für Le Mans aufgrund seines Sonderstatus einzuführen“, schildert Vasselon.
Indes bekräftigt der ACO, die Regelung für sämtliche Pisten umzusetzen. Andernfalls führe dies womöglich zu Konfusion. Eigentlicher Movens der Verantwortlichen waren Sicherheitsbedenken – zumal die Rundenzeiten in dieser Saison gegenüber dem Vorjahr rapide sanken. Nichtsdestoweniger betrachtet Toyota diese Maßnahme als ungerecht, da diese ein Ungleichgewicht zwischen den unterschiedlichen Konzepten schafft.

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