Jürgen Alzen: „Kindergarten, Klapsmühle und Oberlehrertum“

Jürgen Alzen erzürnt sich über die unangemessene Anwendung der Code-60-Regelung sowie „drakonische“ Strafen in der VLN. Damit werde das Prinzip als „Zorn generierenden Machtinstrument“ missbraucht. „Ich empfinde es wie eine Mischung aus Kindergarten, Klapsmühle und Oberlehrertum“, meint der Teamchef.

Jürgen Alzen erzürnt sich über die unangemessene Anwendung der Code-60-Regelung sowie „drakonische“ Strafen in der VLN. Damit werde das Prinzip als „Zorn generierenden Machtinstrument“ missbraucht. „Ich empfinde es wie eine Mischung aus Kindergarten, Klapsmühle und Oberlehrertum“, meint der Teamchef.

Äußerte sich Jürgen Alzen nach dem Halbzeitrennen noch wohlwollend gegenüber der VLN-Organisation, richtet der Teamchef nun scharfe Worte an die Verantwortlichen in der Eifel. Allerdings tadelt Alzen nicht ausschließlich die Veranstaltergemeinschaft der Langstreckenmeisterschaft, sondern wettert vordergründig gegen den DMSB. Ursache seiner Empörung: eine inadäquate Anwendung der Code-60-Regel sowie damit einhergehende „drakonische“ Strafen.

Beim VLN-Wertungslauf am vergangenen Wochenende manövrierten sich Dominik Schwager und Robert Renauer im Ford GT auf Podiumskurs, ehe die Sportkommissare die Mannschaft von Jürgen Alzen Motorsport an die Box orderten. Anstatt jedoch die Drei-Minuten-Strafe anzutreten, fasste das Gespann den Entschluss, sich zurückzuziehen. „Wir sind Racer und keine Lutscher, Ende“, erzürnt sich Alzen auf seiner Internetseite.

Generell stellt Alzen die Code-60-Maßnahmen in Frage. Aufgrund der inflationären Indienstnahme seien diese sowie die daraus resultierenden Bestrafungen „lächerlich“, wobei die Code-60-Regelung zugleich zu einem „Zorn generierenden Machtinstrument“ degradiert werde. „Code 60 sollte man, wenn überhaupt, dann nur bei sehr hohen Gefahrensituationen einsetzen“, meint Alzen. „Ich bin im Besitz der Videoaufzeichnung vom vergangenen Wochenende und glaube, die Situation anhand dessen beurteilen zu können.“ 

Alzen: „Weniger Bürokratie und deutlich weniger Beschränkungen“ 

Gleichwohl bekräftigt Alzen, inwieweit Sicherheitsmaßnahmen vonnöten seien. „Sicherheit ist gut, aber das was gerade am Ring läuft, ist schon lange kein Autorennen mehr“, moniert Alzen. „Ich empfinde es wie eine Mischung aus Kindergarten, Klapsmühle und Oberlehrertum.“ Denn eine Wettfahrt sollte auf der Rennstrecke, nicht anschließend am Grünen Tisch entschieden werden. Er sei dem unentwegten Erscheinen bei den Verantwortlichen schlichtweg überdrüssig. 

Dennoch fühle sich Alzen seitens der VLN-Organisatoren mitnichten ungerecht behandelt, da diese lediglich die DMSB-Auflagen einhalten. Zudem lägen mitunter aufkeimende Diskussionen „in der Natur der Sache“, jedoch pendle die Entwicklung in die falsche Richtung. „Aber jetzt ist es an der VLN, wieder zum Rennen mit weniger Bürokratie und deutlich weniger Beschränkungen und den damit verbundenen Bestrafungen zurückzufinden“, formuliert Alzen sein Plädoyer. 

Darüber hinaus merkt Alzen an, inwieweit das Code-60-Prinzip selbst Gefahren berge. Schließlich seien die Slow-Zonen oftmals die Ursache für Auffahrunfälle. „Noch vor ein paar Jahren wurde ausschließlich mit Gelb und Doppelgelb gearbeitet – und das erfolgreich. Dahin müssen wir zurück“, fasst Alzen sein Dafürhalten zusammen. Weiters solle der VLN mehr „Entscheidungsspielraum“ eingeräumt werden.


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