Um Sicherheitsvorkehrungen auf der Nordschleife zu treffen, hat die Capricorn Nürburgring GmbH einen Maßnahmenkatalog entworfen. Ein Expertenausschuss nickte die Vorschläge ab, woraufhin die Verantwortlichen eine Verlängerung der FIA-Lizenz beantragten. Keine Modifikationen, kein Tempolimit.
Die Capricorn Nürburgring GmbH hat einen Maßnahmenkatalog entworfen, um in Zukunft die Sicherheit auf der Nordschleife zu erhöhen. Nachdem die CNG-Betreibergesellschaft mit einer DMSB-Delegation sowie Vertreten der Automobilindustrie und aktiven Motorsportlern konferierte, fanden die unterbreiteten Vorschläge bei den Anwesenden offenbar Widerhall. Infolgedessen beantragten die Verantwortlichen eine Verlängerung der FIA-Lizenz.
Die geplanten Maßnahmen erfassen zuvörderst die Sicherheit der Zuschauer. Daher gedenken die Streckenbetreiber, in verschiedenen Passagen zusätzliche Fangzäune und Leitplanken sowie eine Sperrzone im Abschnitt Schwedenkreuz zu errichten. Zudem beabsichtigt die Nürburgring-Betreibergesellschaft, die Fahrbahn im Bereich Flugplatz zu erneuern. Beginn der Umsetzung erfolgt im November. Das Tempolimit soll aufgehoben werden.
Aufgrund des tödlichen Unfalls beim VLN-Auftakt kehrt die CNG-Geschäftsführung nochmals hervor, inwieweit die Sicherheit auf dem Eifelaner Traditionskurs „höchste Priorität“ genieße. „Gemeinsam mit den Beteiligten haben wir als Konsequenz aus dem Unfall die Situation im Detail analysiert und zielorientierte Maßnahmen erarbeitet, um die aktive sowie passive Sicherheit und vor allem die Sicherheit der Zuschauer entlang der Nordschleife weiter zu erhöhen“, erklärt Carsten Schumacher.
Schumacher: „Die einzigartige Charakteristik der Nordschleife bleibt bestehen“
Welche Maßnahmen ergreifen die Streckenbetreiber während der Wintermonate im Einzelnen? „Auf Basis einer detaillierten Vermessung werden wir im Bereich Flugplatz auf etwa fünfhundert Metern die Fahrbahn erneuern und dabei fünf Bodenwellen beseitigen, die im Laufe der Jahre durch die hohe Aus- und Belastung der Nordschleife entstanden sind“, beschreibt Schumacher, welcher sieben der sechzehn Sicherheitsvorkehrungen bis zum Saisonbeginn verwirklichen will.
Eine Modifikation an der Nordschleife lehnt die CNG-Betreibergesellschaft dagegen ab, um den Wünschen der Hersteller und Aktiven Rechnung zu tragen. „Die einzigartige Charakteristik der Nordschleife bleibt bestehen“, bekräftigt Schumacher. „Das ist nicht nur für den Rennsport wichtig, sondern auch für die Industrie, die auf dieser einmaligen Rennstrecke seit Jahrzehnten ihre Fahrzeuge testet.“
Dieser Ansicht pflichtete der Expertenausschuss bei. „Alle Beteiligten wollen die Nordschleife und ihre Einzigartigkeit erhalten“, äußert sich DMSB-Präsident Hans-Joachim Stuck. „Jedoch ist jedem bewusst, dass wir die Sicherheit erhöhen müssen. Für dieses Ziel hat der Nürburgring als Streckenbetreiber mit großem Einsatz eine Reihe von wirkungsvollen Maßnahmen detailliert ausgearbeitet, die bei diesem Runden Tisch auf breite Zustimmung gestoßen sind.“

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