Mit neunzehn Fahrzeugen ist die LMP2-Wertung die wohl spannendste Klasse in Le Mans. Neun unterschiedliche Chassis-Modelle und drei Motorenlieferanten treten dort gegeneinander an. Zugleich ist es der Zweikampf unterschiedlicher Konzepte: Offener versus geschlossener Prototyp. Eine Vorschau auf die zweite Liga der Prototypen.
Es ist die wohl umworbenste Klasse bei den 24 Stunden von Le Mans: Die LMP2-Division. Insgesamt neunzehn Fahrzeuge treten gegeneinander an. Dazu greifen die Rennställe in der Summe auf neun unterschiedliche Chassis-Modelle und drei Motorenlieferanten zurück. Gleichzeig ist es das Duell zwischen offenen und geschlossenen Prototypen. Eine Vorhersage auf den Sieg zustande zu bringen ist utopisch, da die Zahl der Favoriten groß ist und zumindest theoretisch jeder Rennstall den Sieg davontragen kann.
Oak Racing (mit G-Drive-Unterstützung)
Im letzten Jahr mussten Roman Russinow, Julien Canal und Olivier Pla mit dem Morgan-Nissan vorzeitig die Segel streichen. Gegenwärtig sind die Vorzeichen anders: Pla wird in diesem Jahr durch den Briten Sam Bird ersetzt. Zudem startet das Trio von Oak Racing mit dem mittlerweile erprobten Ligier JS P2 mit einem Nissan-Triebwerk.
Die französische Abordnung schickt mit der Unterstützung von G-Drive mit Gustavo Yacamán, Luís Felipe Derani und Ricardo González ein weiteres Trio über die fast vierzehn Kilometer lange Piste im Nordwesten Frankreichs.
SMP Racing
SMP Racing nimmt in Le Mans das erste 24-Stunden-Rennen mit dem neuen BR01-Prototypen in Angriff. Zwar bestritt die russische Mannschaft beim ELMS-Gastspiel in Imola das Debüt mit dem LMP2-Boliden, doch aufgrund einiger Verzögerungen geschah dies einen Monat zu spät. Ob das Chassis mit dem Nissan-Motor dem Dauertest an der Sarthe standhält bleibt hingegen abzuwarten. Chefdesigner Paolo Catone bringt es gegenüber Endurance-Info auf den Punkt: „Es ist unmöglich für uns, die Erfahrung der anderen aufzuholen.“
Das Fahreraufgebot bei SMP Racing setzt sich aus zwei Trios zusammen. Maurizio Mediani, David Markozov und Nicolas Minassian agieren auf dem Fahrzeug mit der Bezifferung 27. Mikhail Aleshin, Kirill Ladygin und Anton Ladygin komplettieren das Zwei-Wagen-Gespann der Russen.
Pegasus Racing
Die ELMS-Gaststarter streben auch in diesem Jahr eine Platzierungen auf den vorderen Rängen an. Die Mannschaft unter Deutscher-Flagge setzt einen Morgan-Nisan ein. Als Piloten stellte der Rennstall den Franzosen Léo Roussel, sowie die Asiaten Ho-Pin Tung und David Cheng vor.
Extreme Speed Motorsports
Entgegen der eigentlichen Planungen startet Extreme Speed Motorsports bei der 83. Auflage des 24-Stunden-Rennens von Le Mans mit einem Ligier JS P2. Zu Saisonbeginn kommunizierte der eigentliche Chassis-Hersteller Honda, dass Probleme mit der Fertigung bestehen. Folglich mussten die Amerikaner umdisponieren.
Scott Sharp, Ryan Dalziel und der ehemalige Aston-Martin-Pilot David Heinemeier Hansson wechseln sich mit der Lenkarbeit an einem Ligier-HPD ab. Ed Brown, Johannes van Overbeek und Jonathon Fogarty komplettieren die ESM-Mannschaft. Beide Prototypen bekamen vor dem Start in Le Mans noch eine Sonderlackierung.
Oak Racing
Eine Besatzung lies bereits am traditionellen Le-Mans-Testtag ihr Können aufblitzen: Christopher Cumming, Kévin Estre und Laurens Vanthoor. Der Belgier umrundete den Circuit de la Sarthe mit seinem Ligier-Nissan binnen 3:41,919 Minuten und lies sich die absolute Tagesbestzeit protokollieren. „Ich bin wirklich sehr überrascht, dass ich die Bestzeit fahren konnte. Es ist das erste Mal das ich hier wirklich Erfahrung sammeln kann“, gab der eigentliche Audi-Werksfahrer zu Protokoll.
Die zweite Besatzung des geschlossenen Prototypen setzt sich aus Jacques Nicolet, Jean-Marc Merlin und Erik Maris zusammen. Laut Merlin hat sich das Trio für das Rennen nur ein Ziel gesetzt: „Wir wollen konstante Rundenzeiten fahren, nicht zu viele Fehler machen und das Rennen einfach genießen.“
Signatech-Alpine
Im Vorjahr noch krönte Signatech Alpine seine Saison mit dem Meistertitel in der Europäischen Le-Mans-Serie. Die französische Equipe engagiert sich in diesem Jahr die ganze Saison über in der Langstrecken-WM. Nelson Panciatici, Paul-Loup Chatin und Vincent Capillaire pilotieren den Alpine-Nissan über die Traditionsstrecke im Nordwesten Frankreichs.
Jota Sport
Simon Dolan, Mitch Evans und Oliver Turvey sind bei der 83. Auflage des Langstreckenklassikers die Gejagten. Im Vorjahr triumphierte der britische Rennstall an gleicher Stelle und hat durchaus Ambitionen, seinen Titel zu verteidigen. Der Einsatz des Gibson-Nissan markiert zugleich die neunte Teilnahme der Mannschaft an der Sarthe.
Krohn Racing
Anders als in der Vorsaison tritt Krohn Racing nicht mit einem Ferrari an. Die Akteure um Tracy Krohn haben sich für einen Wechsel aus der GTE in die zweite Liga der Prototypen entschieden. Gleichzeit gastiert das Team bei allen Saisonläufen in der ELMS. Krohn wird auf dem Ligier-Judd vom Schweden Nick Jönsson und dem Portugiesen João Barbosa unterstützt.
Greaves Motorsport
Mit Greaves Motorsport schreibt sich eine weitere ELMS-Abordnung in die Teilnehmerliste der insgesamt neunzehn LMP2-Fahrzeuge ein. Zudem vollzog das Team jüngst noch einen Fahrerwechsel. Eigentlich war Björn Wirdheim als dritter Pilot vorgesehen, ehe sich nun der Nissan GT-Akademie-Gewinner aus dem Jahre 2014 Gaëtan Paletou im Cockpit des Gibson-Nissan behaupten darf. Gary Hirsch und Jon Lancaster unterstützten den Franzosen bei dessen ersten Le-Mans-Einsatz.
Strakka Racing
Nach einem eher zähen letzten Rennjahr, in dem der Rennstall viel Zeit mit der Entwicklung verbrachte, startet Strakka Racing erstmals mit dem Dome S103 an der Sarthe. Für den Erstauftritt des geschlossenen Boliden gehen Nick Leventis, Danny Watts und Jonny Kane ins Rennen zwei Mal um die Uhr.
Team Sard-Morand
Ursprünglich planten die Eidgenossen mit einem Zwei-Wagen-Gespann zu starten. Nach finanziellen Problemen und somit der Absage der geplanten TV-Show reist Sard-Morand mit nur einem Morgan Evo-Sard nach Frankreich. Dennoch konnte der schweizer Rennstall mit Pierre Ragues, Oliver Webb und Zoël Amberg ein prominentes Fahrertrio für den Einsatz gewinnen. Der Brite Webb erreichte bei der letztjährigen Ausgabe mit Signatech-Alpine das Podium.
Ibanez Racing
Für Ibanez Racing fungieren José Ibanez, Pierre Perret und Ivan Bellarosa als Piloten. Alle drei Piloten bestreiten erstmals ein 24-Stunden-Rennen in Le Mans uns sind daher noch recht unerfahren. Als Einsatzgerät dient ein Oreca 03R mit einem Nissan-Motor.
TDS Racing
TDS Racing agiert seit Beginn der neuen ELMS-Saison mit dem neuen 05-Coupé von Oreca. Kürzlich konnte der Rennstall beim ELMS-Lauf in Imola den ersten Sieg mit Orecas neuem LMP2-Flagschiff erringen. Im letzten Jahr starteten die Franzosen mit einem Ligier-Nissan und erklommen den Bronzerang. Der Nissan-Motor ist auch in diesem Jahr fester Bestandteil des Fahrzeugs. Als Fahrer agieren Pierre Thiriet, Ludovic Badey und Tristan Gommendy.
KCMG
Als zweite Delegation neben TDS Racing startet auch KCMG mit einem geschlossenen Fahrzeug von Oreca. Als Motorisierung dient ebenfalls ein Aggregat von Nissan. Die beiden Stammpiloten Matthew Howson und Richard Bradley starten auch beim Saisonhöhepunkt in Le Mans. Als dritten Piloten verpflichtete der Rennstall Toyotas-Entwicklungsfahrer Nicolas Lapierre.
Murphy Prototypes
Das letzte von Insgesamt neunzehn LMP2-Fahrzeugen setzt Murphy Prototypes ein. Karun Chandhok zeigte beim Testtag vor einer Woche mit einer Bestzeit von 3:42,405 Minuten bereits das Potential des Oreca-Nissan. Mark Patterson, Nathanaël Berthon und der ehemalige Formel-1-Fahrer Karun Chandhok teilen sich die Lenkarbeit und wollen den Favoritenansprüchen des Teams gerecht werden.
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