Falken Motorsports hat es auf das Podium geschafft. Die Porsche-Kundenmannschaft stemmte sich gegen die Werksaufgebote der Konkurrenz. Wolf Henzler, Martin Ragginger, Peter Dumbreck und Alexandre Imperatori fuhren auf den Bronzerang. Frikadelli Racing erlebte hingegen ein Drama – in Führung liegend.
Entgegen der Philosophie der Konkurrenten, die am Ring auf gewaltige Werkseinsätze bauten, entsendete Porsche lediglich eine Handvoll Werksfahrer, welche die Kundenteams mit ihrem Fahrkönnen unterstützen sollten. Für die Falken-Truppe wurde Wolf Henzler abgestellt. Zusammen mit dem ehemaligen Porsche-Junior Martin Ragginger, Peter Dumbreck und Alexandre Imperatori gelang ihm im blau-türkisen Neunelfer des Reifenherstellers eine kleine Sensation.
Das Quartett kam bei allen Bedingungen, die am Wochenende in der Eifel herrschten, gut zurecht und fuhr am Ende auf den dritten Rang. Nach dem Achtungserfolg in Vorjahr, als die Mannschaft Vierter wurde, durfte sie nun also den verdienten Pokal in Empfang nehmen. Nachdem sich die Porsche-Equipe während der ersten Rennhälfte in Lauerstellung begab und bei wechselhaftem Wetter solide unterwegs war, setzte sie sich im Morgengrauen in der Spitzengruppe fest.
Nachdem der Neunelfer den Bronzerang übernommen hatte, gab er ihn bis ins Ziel nicht mehr ab. Selbst eine Warnung aus der Motorsteuerung sorgte nur kurz für Hektik in der Falken-Box. Ragginger steuerte daraufhin eine Runde vor dem geplanten Boxenstopp die Garage an, um das Problem analysieren zu lassen. Doch die Falken-Techniker gaben Entwarnung und Henzler konnte die Fahrt ohne nennenswerte Probleme fortsetzen.
„Alle im Team sind überglücklich“, meint Henzler. „Letztes Jahr waren wir bereits Vierte und endlich haben wir den Sprung auf das Treppchen geschafft. Unser 911 GT3 R lief wie ein Uhrwerk und hat sich unter allen Bedingungen – bei Regen, im Trockenen, bei Sonnenschein und bei den kalten Temperaturen am Abend – hervorragend angefühlt. Lediglich in der Nacht hatten wir eine leichte Berührung mit einem Konkurrenten. Aber mit etwas Klebeband ließ sich der Schaden an der Front schnell beheben.“
Drama bei Frikadelli
Auch die Fahrer bei Frikadelli Racing attestierten dem Neunelfer eine gute Fahrbarkeit bei allen Bedingungen. Aber die Publikumslieblinge aus Barweiler erlebten bei einsetzendem Regen ein Desaster in den Abendstunden. Sabine Schmitz, Patrick Huismann sowie die beiden Werksfahrer Patrick Pilet und Jörg Bergmeister fuhren das Rennen ihres Lebens und hatten nach dem ersten Regenschauer, der so manchem Konkurrenten bereits ein Bein gestellt hatte, die Führung übernommen.
Als der Regen zum zweien Mal über die Nordschleife zog, war Pilet gerade auf Slicks unterwegs, als er in eine Kollision mit dem Mercedes-Benz-Flügeltürer von Car Collection verwickelt wurde und auf der Anfahrt zum Streckenabschnitt Hohe Acht vehement in die Leitplanken einschlug. Der Franzose wurde anschließend zur Kontrolle in das Medical Centre gebracht, konnte dieses aber bereits in der Nacht wieder verlassen.
Huismann erklärte, was geschehen war: „Partick war in seiner Inlap bei einsetzendem Regen mit Slicks langsam unterwegs, als er bei der Anfahrt Hohe Acht von einem Mercedes getroffen wurde. Das Auto ist Schrott, ein Totalschaden. Das ist schade. Denn wir haben nicht damit gerechnet, so weit vorne mit zu fahren. Aber das Auto lief super gut und die Mannschaft hat einen tollen Job gemacht. Wenn Du dann in der Führungsgrupppe dabei bist und keine großen Probleme hast, kann das am nächsten Tag extrem positiv aussehen. In dem Sinne ist das Aus extrem schade.“
Klassensiege für Porsche
Neben dem Bronzerang für Falken Motorsports waren aber noch drei weitere Porsche-Mannschaften in ihren Klassen erfolgreich. Im Cup-Neunelfer von Black Falcon holten Gerwin, Manuel Metzger, Phillip Eng und Hannes Plesse den Klassensieg in der SP7-Kategorie. In der kleineren Klasse SP6 waren Markus Horn, Felix Horn, Jean-Louis Hertenstein und Taksis auf einem Porsche 991 siegreich, während bei den seriennahen Wagen der Klasse V6 ein weiterer Porsche aus dem Hause Black Falcon mit Philip, Andre Kuhn, Christian Schmitz und Helmut Weber den Klassensieg einfuhr.

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