SPX und Pro: Eine Gefahr für die favorisierten Werke?

Stellt die Scuderia Cameron Glickenhaus eine ernstliche Bedrohung für die GT3-Konstrukteure dar? Die Rundenzeiten unterscheiden sich höchstens minimal. Und wozu ist Lexus zu leisten imstande? WTM Racing trachtet wiederum nach einem Ergebnis unter den besten Zehn, zögernde Zusage bei Kremer Racing.

Stellt die Scuderia Cameron Glickenhaus eine ernstliche Bedrohung für die GT3-Konstrukteure dar? Die Rundenzeiten unterscheiden sich höchstens minimal. Und wozu ist Lexus zu leisten imstande? WTM Racing trachtet wiederum nach einem Ergebnis unter den besten Zehn, zögernde Zusage bei Kremer Racing.

Die Diskussion um die Favoriten beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring kreist zumeist um die Werksdelegationen der GT3-Hersteller. Mancher räumt zwar anderen SP9-Mannschaften womöglich Chancen auf einen Sensationserfolg ein, sonstige Wertungen geraten jedoch aus dem Sichtfeld der Analyse. Doch das Qualifikationsrennen hat vergegenwärtigt, inwieweit Teilnehmer weiterer Klassen ebenfalls ihre Anwartschaft auf ein Resultat auf den vorderen Rängen erheben.

Eine exponierte Stellung nimmt die Scuderia Cameron Glickenhaus ein. Allein optisch und akustisch drängt sich der SCG003C-Prototyp in den Vordergrund der Geschehnisse. Aber das Ensemble um James Glickenhaus hat überdies ebenso die Wettbewerbsfähigkeit der Eigenkonstruktion demonstriert. Dank zweier Qualifikationsergebnisse unter den besten Zehn, sicherte sich die Überraschungstruppe zwei Plätze für das Einzelzeitfahren der besten Dreißig.

Beim anschließenden Sechs-Stunden-Rennen führte die Scuderia Cameron Glickenhaus nochmals das Potenzial ihres Sportwagens vor Augen: Entwicklungsfahrer Manuel Lauck konkurrierte mit seinen favorisierten GT3-Kontrahenten auf einem Level, eroberte vorübergehend den Silberrang, ehe das Gespann abermals mit dem Reglement in Konflikt geriet. Das SCG003C-Gefährt dröhnte zu laut und überstieg den maximalen Lärmpegel von hundertdreißig Dezibel.

Rundenzeiten auf GT3-Level

Nach einer kurzfristigen Umbaumaßnahme setzte die Scuderia Cameron Glickenhaus den Wettstreit fort, kreuzte die Ziellinie allerdings nur an dreizehnter Stelle. Nichtsdestoweniger bewegten sich die Rundenzeiten auf der Nürburgring-Nordschleife unentwegt auf GT3-Niveau. Daher drängt sich konsequenterweise die Frage auf, ob das SCG-Ensemble imstande ist, um einen Platz auf dem Podium oder gar um den Gesamtsieg zu konkurrieren. 

Ein Defizit des SCG003C-Boliden: die Standfestigkeit. Ein einzelner Einsatz gibt zwar nur bedingt Aufschluss über die tatsächliche Zuverlässigkeit, aber das gelbe Schwesterfahrzeug haderte mit der Elektronik. Sofern Probleme und Zwischenfälle solcherart den Ablauf am nächsten Wochenende nicht beeinträchtigen, sollte jedoch der ein oder andere Aspirant auf die Siegerkranz das Team um Glickenhaus auf dem Radar haben.

Eine der beiden Aufgebote rekrutiert sich aus Lauck sowie Marino Franchitti, David Jahn und Franck Mailleux. Letzterer stemmt einen Doppeleinsatz und gewährt auch den Stallgefährten Ken Dobson, Jeff Westphal und Thomas Mutsch bei der Kraftprobe am Fuße der Nürburg seine Unterstützung. Doch nicht bloß die Einzelkämpfer der SPX-Kategorie erregten Aufmerksamkeit bei der Vorbereitungsveranstaltung im April.

Lexus setzt Akzente, hadert aber im Regen

Auch ein Protagonist des SP-Pro-Wettstreits setzte sich wider Erwarten in Szene. Schon in der Qualifikation beförderte sich Gazoo Racing mit seinem Lexus LFA Code X in die zweite Startreihe, positionierte sich sogar vor der Scuderia Cameron Glickenhaus. Unter Wettkampfbedingungen vermochte sich die Abordnung aus Fernost bislang nicht gegenüber den routinierten Spitzenmannschaften behaupten: Rang fünfzehn im Gesamtklassement. 

Bei der Generalprobe auf der Nürburgring-Nordschleife – der zweiten VLN-Begegnung – untermauerte Gazoo Racing seine Ambitionen abermals. Die Abordnung aus Fernost akzentuierte ihre Vorbereitungen mit einem Qualifikationsergebnis unter den besten Zwanzig, das DMV-Vier-Stunden-Rennen beendete die Toyota-Abteilung sodann an achter Stelle. Eine verheißungsvolle Leistung. Ein Manko: Augenscheinlich tut sich der Code-X-Bolide bei regnerischen Verhältnissen noch schwer.

Bei der Kraftprobe im Schatten der Nürburg rekrutiert sich die Lexus-Besatzung aus Masahiko Kageyama, Hiroaki Ishiura, Kazuya Oshima und Takuto Iguchi. Allesamt sind Kenner des über zwanzig Kilometer messenden Traditionskurses, die über genügend Erfahrung verfügen, um die Eifelwälder gekonnt zu durchstreifen. Aber ist Lexus imstande, am kommenden Wochenende tatsächlich einen Achtungserfolg zu erzielen? Oder zumindest in Reichweite des Podiums zu gelangen?

WTM Racing startet ohne Werksunterstützung

Die klasseninternen Widersacher bewältigen die Kraftanstrengung auf der Nürburgring-Nordschleife wiederum mit der Marke Porsche. WTM Racing belegte die Konkurrenzfähigkeit seines Einsatzwagens 997 GT3 RSR mit der kultigen Wochenspiegel-Reklame beim zweiten VLN-Lauf. Nach Platz sechs im morgendlichen Training erblickten Teamchef Georg Weiss, Oliver Kainz und Jochen Krumbach das schwarz-weiß karierte Tuch als Siebente. 

Ferner leistete Porsche-Werksfahrer Richard Lietz den Stammpiloten beim zweiten Wertungslauf zur VLN-Langstreckenmeisterschaft Hilfestellung. Der Neunelfer-Spezialist wohnt dem Endurance-Wettstreit am zweiten Maiwochenende allerdings nicht bei. „Schade, dass ich das 24-Stunden-Rennen in diesem Jahr nicht fahren kann“, meint der Österreicher in einem Presseschreiben. „Ich wäre gern mit WTM Racing an den Start gegangen.“

Wo ordnet sich WTM Racing letztlich nach einem Sonnenumlauf ein? Eine Gegenüberstellung der Rundenzeiten illustriert, inwieweit WTM Racing in puncto Geschwindigkeit, sich nicht auf GT3-Ebene befindet. Folglich spielen Zuverlässigkeit und Konstanz eine gewichtige Rolle, damit ein Vorstoß auf die vorderen Ränge glückt. Auf diese Weise manövrierte sich bereits manch Außenseiter in eine günstige Situation.

Kremer Racing zögert mit endgültiger Zusage

Die Markenkollegen von Kremer Racing zauderten vorderhand, sich für das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring einzuschreiben. Hintergrund: Teamchef Eberhard A. Baunach hadert mit dem Tempolimit und den DMSB-Maßnahmen generell. Dennoch wolle die Kölner Truppe keineswegs auf den Saisonhöhepunkt in der Eifel verzichten, weshalb die Nennung mit der Eigenkonstruktion 911 GT3 KR erfolgte.

Das Pilotenaufgebot formiert sich aus Baunach selbst sowie seinen Mitstreitern Wolfgang Kaufmann und Maik Rönnefahrt. Da sich Kremer Racing im April entschloss, seine Teilnahme am Qualifikationsrennen auf der Nürburgring-Nordschleife abzusagen, stellte sich das Porsche-Gespann in diesem Jahr noch kein einziges Mal seinen Rivalen. Ergo gestaltet sich eine Einschätzung der Erfolgsaussichten im Augenblick schwierig.

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