Bentley: Reicht es für den ganz großen Wurf?

In diesem Jahr tritt Bentley erstmals werksseitig beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring an. Dass der Continental GT3 schnell ist, haben die Briten bereits bei den vergangenen VLN-Läufen gezeigt. Doch zu was sind die insgesamt drei Abordnungen, unter denen sich teilweise ausgefuchste Nordschleifenkenner befinden, imstande? 

In diesem Jahr tritt Bentley erstmals werksseitig beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring an. Dass der Continental GT3 schnell ist, haben die Briten bereits bei den vergangenen VLN-Läufen gezeigt. Doch zu was sind die insgesamt drei Abordnungen, unter denen sich teilweise ausgefuchste Nordschleifenkenner befinden, imstande? 

Auch in diesem Jahr wird die Starterliste des 24-Stunden-Rennens auf der Nürburgring-Nordschleife von einer Menge GT3-Fahrzeugen schon beinahe geflutet. Insgesamt einunddreißig Fahrzeuge sind in der Klasse SP9 für Fahrzeuge nach dem FIA-GT3-Reglement genannt. Drei dieser im Kampf um den Gesamtsieg favorisierten Fahrzeuge stammen erstmals von dem britischen Traditionshersteller Bentley.  

Der Continental GT3 getaufte Bolide wird von zwei Werksteams und zusätzlich vom ehemaligen Mercedes-Benz-Team HTP Motorsport eingesetzt. Auch wenn der Continental in der Serie ein enormes Gewicht von mehr als zwei Tonnen besitzt, so hat die Rennversion deutlich abgespeckt. Das Potenzial des Luxus-Coupés haben die Bentley Boys bereits mehrfach unter Beweis stellen können.

Poleposition bei der Generalprobe

Bei der Generalprobe des 24-Stunden-Rennens, dem zweiten VLN-Wertungslauf vor gut zwei Wochen, ließ Lance David Arnold die Zuschauer aufhorchen. In einer anfangs noch nahezu komplett trockenen Qualifikation gelang dem Deutschen mit einer Rundenzeit von 8:18,892 Minuten der Sprung auf den ersten Startplatz. Auch wenn eine finale Zeitenjagd der Konkurrenz aufgrund des zunehmenden Regens nicht mehr möglich war, gelang es Arnold dennoch, ein erstes Ausrufezeichen für die Briten zu setzen. 

Auch nach dem Rennstart behauptete Bentley Motors die Führung. Der darauf folgende Rennverlauf ging allerdings durchaus etwas chaotisch vonstatten, sodass das nötige Quentchen Glück, das zum Gesamtsieg nötig gewesen wäre, der Mannschaft fehlte. Dennoch gelang Arnold und seinen Teamkollegen Christian Menzel und Guy Smith eine Zielüberfahrt auf dem vierten Gesamtrang. 

Ein Manko der Briten ist trotz dieser Achtungserfolge die fehlende Erfahrung auf der Nordschleife. Bei trockenen Bedingungen macht sich das nicht so stark bemerkbar, wie etwa bei den oft herrschenden widrigen Bedingungen. Zudem ist für das Rennwochenende eher wechselhaftes Wetter vorhergesagt, was Bentley nicht wirklich in die Karten spielen dürfte. Beim zweiten VLN-Lauf fuhren die Briten erstmals überhaupt mit Regenreifen auf der Eifelstrecke. 

Viel Nordschleifen-Erfahrung bei der Mannschaftsbildung

„Im Regen haben wir auf der Nordschleife schlicht noch keine Ahnung, wie sich das Auto verhält“, verriet Arnold noch in der Startaufstellung zum zweiten VLN-Lauf. Diese fehlende Erfahrung versucht Bentley mit einer erfahrenen Fahrerbesetzung wettzumachen. Allen voran: Jeroen Bleekemolen, Lance David Arnold und Christian Menzel im Werks-Continental mit der Startnummer 85. Besonders diese Fahrerkombination ist ein Paradebeispiel für Erfahrung auf der Nordschleife, was bei widrigen Bedingungen schon oftmals ausschlaggebend war.

Doch auch die anderen beiden Autos sind nicht minder namhaft besetzt. Den zweiten Werks-Bentley teilen sich Guy Smith, Steven Kane und Andrew Meyrick. Die drei Briten fuhren bereits im vergangenen Jahr Einsätze für Bentley bei der Nordschleifen-Premiere des Continental GT3 und konnten daher einige Kilometer an Erfahrung sammeln. Für HTP Motorsport greifen Harold Primat, Christopher Brück und Marco Seefried ins Lenkrad.

Neben der fehlenden Erfahrung könnte ein weiterer Faktor wichtig werden. Der Continental GT3 ist im Gegensatz zur Konkurrenz ein Rechtslenker-Fahrzeug. Einige Fahrer vermeldeten bereits, dass das Gefühl sehr ungewohnt sei. Auf der beim 24-Stunden-Rennen besonders vollen Nordschleife, wo sich im Verkehr oft haarstreubend enge Situationen ergeben, könnte dies im Falle einer Kollision zum Nachteil für Bentley werden. 

Das Fahrzeugpotenzial ist also da. Die Zuverlässigkeit schien für Bentley bislang auch kein größeres Problem zu sein. Jetzt scheint es also das nötige Quäntchen Glück zu sein, dass über Erfolg oder Reinfall beim ersten Bentley-Werkseinsatz auf der Nordschleife zu entscheiden scheint. Wie die drei Fahrzeuge über die 24 Stunden im Renntempo kommen, wird sich also zeigen.

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