Mit dem Oreca 05 sucht der dritte LMP2-Sportwagen der neuesten Generation in Kürze seinen Weg auf die Rennstrecken. Das Ziel des Herstellers war es aber nicht nur sofort erfolgreich zu sein, sondern den Kunden die Nutzung des Fahrzeuges über einen langen Zeitraum zu ermöglichen.
Der Rennwagenkonstrukteur Oreca versucht sich mit dem neuesten Modell 05 LMP2 an der Quadratur des Kreises. Mit dem LMP2-Prototypen wollen die Franzosen sowohl im aktuellen Wettbewerb als auch unter den neuen Regularien ab 2017 erfolgreich sein. Zudem wurden einige Sicherheitsfunktionen eingebaut, die durch die Veranstalter nicht verlangt wurden.
„Der Oreca 05 passt in die Strategie von Oreca sich als Hersteller durch einen Mehrjahresplan weiterzuentwickeln“, sagte Technikdirektor David Floury. Das oberste Ziel sei es, den Schwung des Vorgängermodells aufzunehmen und in Le Mans zu gewinnen. Im nächsten Jahr solle das neue Auto auch in den USA Fuß fassen. Die ersten Kunden sind KCMG aus der Langstrecken-WM sowie TDS Racing mit einem ELMS-Programm.
Die offensichtlichste Neuerung ist wohl das geschlossene Cockpit. Damit hat sich Oreca an den Trend in der LMP2 angepasst, auch HPD und Ligier haben bereits geschlossene Fahrzeuge im Einsatz. Daneben wurde das Auto aber auch mit dem Feedback der Einsatzmannschaften weiterentwickelt. Wichtige Aspekte waren die Gewichtsreduktion, die Aerodynamik und die Position des Schwerpunktes sowie die Verbesserung einiger Komponenten.
Zukunftsweisende Technologien für Heute
Bisher hatte der Oreca 03 mit einigen Problemen bei der Servolenkung zu kämpfen. Im 2015er-Modell wird diese nun rein elektrisch betrieben und soll Störungsfreiheit garantieren. Außerdem gibt es einen neuen Anlasser und ein kompakteres Getriebegehäuse. Auch das Fahrwerk ist nun ein anderes, wurde aber bereits im vergangenen Jahr durch die Kunden erprobt.
Neben der üblichen Weiterentwicklung für das kommende Modelljahr hat Oreca jedoch auch den Blick in die Zukunft gewagt. Laut Floury solle die Nutzung dieses Fahrzeuges bis 2020 oder länger möglich sein. Bis dahin wird es allerdings ein neues Regelwerk für die kleinen Prototypen geben. Ein wichtiger Punkt dessen wird die Reduzierung der Fahrzeugbreite von derzeit etwa zwei Metern auf 1,90 Meter – dies erfüllt der 05 LM bereits jetzt.
Zudem will Oreca neue Standards in puncto Sicherheit setzen. Dazu gehören bruchsichere Verkleidungen, die verhindern sollen, dass Teile in das Monocoque eindringen können. Damit einher geht eine Crash-Box im Heck des Wagens, die bei einem Auffahrunfall einen Großteil der Kräfte absorbieren soll. Beide Technologien werden im Reglement nicht verlangt.
„Technisch haben wir einige Entscheidungen in Hinblick auf die Zukunft getroffen, nicht nur in Sachen Sicherheit. Unsere Wahl der Fahrzeugbreite unterstreicht das“, so Floury weiter. „Wir haben das Feedback unserer Kunden analysiert, nicht zuletzt um unsere Beziehungen weiter auszubauen.“ Der Oreca 05 wird sein Renndebüt im April in Silverstone geben.

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