Jutta Beisiegel hat die Entscheidung getroffen, aus der Langstreckenmeisterschaft auszusteigen. Die VLN-Stammfahrerin wolle nicht zu einem „Statist für das GT3-Feld“ degradiert werden. Ein weiterer Kritikpunkt: die generelle Entwicklung der Breitensportserie auf der Nürburgring-Nordschleife.
Nach den Vorkommnissen der vergangenen VLN-Saison hat Jutta Beisiegel den Entschluss gefasst, ihre Laufbahn in der Langstreckenmeisterschaft zu beenden. Während der letzten Wertungsläufe reflektierte die Stammstarterin die Entwicklung auf der Nürburgring-Nordschleife und konstatierte in ihrem Blog: „Was hat dies noch mit Racing zu tun? Das, was für Motorsport auszeichnet, ist auf der Strecke geblieben.“
In der Organisation sei „kein roter Faden“ zu erkennen, wie der VLN-Wettbewerb „sinnvoll auf einen guten Weg“ befördert werden könnte. Diese Gegebenheit habe Beisiegel schlussendlich zu ebenjener Entscheidung gedrängt. „Die VLN ist für mich nicht mehr attraktiv: Racing mit Spaß vermisse ich schon seit einigen Rennen. Statist für das GT3-Feld: nein danke“, beanstandet Beisiegel die gegenwärtige Konstellation.
Ein Vehikel ihrer Rennsportaktivitäten sei die Freude am Nürburgring gewesen, die jedoch verlustig gegangen sei. „Das Wichtigste, was mich immer noch nach dreißig Jahren aktiv im Motorsport antreibt – die Liebe zum Racing und der Spaß, den mir Racing vermittelt – ist mir in der VLN abhandengekommen“, begründet Beisiegel ihre Entscheidung. „Daher ist es für mich an der Zeit, die VLN zu verlassen.“
Beisiegel: „Für mich gilt es, dieses Konzept zu hinterfragen“
Ihre Kritik richtet Beisiegel sowohl auf die generellen Entwicklungen als auch die daraus resultierende Vorfälle. „Die VLN-Klassenstruktur wurde entwickelt, um damals eine Breitensportserie zu etablieren, die den seriennahen sowie auch den modifizierten Rennwagen, den Amateuren und den Profis in einem Rennen eine sportliche Heimat gibt“, erklärt Beisiegel. „Soweit war dies ein voller Erfolg. Nun – mehr als zwanzig Jahre später – gilt es für mich, dieses Konzept zu hinterfragen.“
Ein grundlegendes Problem: die Teilnahmeberechtigung der GT3-Sportwagen, die eine Überforderung für das VLN-Konzept darstellten. Die Konsequenzen seien in der letztjährigen Saison zutage getreten: vier Rennabbrüche und rigorose GPS-Überwachung, welche wiederum zum Eklat um die Startverzögerung führten. „Wir haben uns an die Regeln gehalten. Es hat uns nichts gebracht. Wir wurden – wie ganz viele – mit abgestraft“, erzürnt sich Beisiegel.
Auch die Maßnahme, in Kooperation mit dem DMSB eine Zusatzlizenz für die Nürburgring-Nordschleife einzuführen, beäugt Beisiegel ebenfalls. Denn zum einen führt diese Neuerung zu zusätzlichen Kosten, zum anderen ist dies kein Garant für ein Mehr an Sicherheit. „Die Kosten trägt natürlich wieder der Fahrer“, merkt Beisiegel an, die in der Vergangenheit Fahrzeuge der Marken Toyota, BMW, Renault und Ford auf dem Eifeler Traditionskurs pilotierte.

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