Porsche absolvierte in den vergangenen fünf Tagen eine ausgiebige Testfahrt in Abu Dhabi. Auf der Grand-Prix-Strecke spulte die Mannschaft aus Weissach mit dem neuen Modell des 919 Hybrid über viertausend Kilometer ab. Neben den Stammfahrern Timo Bernhard und Neel Jani griffen auch drei Fahrer aus dem GT-Kader ans Steuer des Prototypen.
Nachdem Porsche am 15. Dezember erstmals die zweite Generation des 919-Hybrid-Prototyps auf dem werkseigenen Gelände getestet hat, absolvierte der Konstrukteur aus Stuttgart-Zuffenhausen in den vergangenen Tagen Probefahrten auf dem Yas Marina Circuit in Abu Dhabi.
Insgesamt durften fünf verschiedene Werksfahrer das neue Modell erproben. Neben den beiden LMP1-Piloten Timo Bernhard und Neel Jani pilotierten auch drei Fahrer aus der GT-Werksmannschaft den Prototypen. Somit konnten sich Earl Bamber, Frédéric Makowiecki und Nick Tandy für ein mögliches Cockpit in Le Mans beweisen. Das Quintett legte insgesamt 4 092 Kilometer zurück.
Neben dem Sonnenschein konnte der Traditionshersteller das neue Fahrzeug in der Wüste auch bei Regen testen. „Das war ein erfolgreicher Auftakt für uns. Der erste Test war sehr produktiv und damit ein wichtiger Schritt auf unserem Weg nach Le Mans“, resümierte Fritz Enzinger. Zugleich lobte der LMP1-Leiter auch die Einstellung seiner Schützlinge. „Die ganze Mannschaft ist hoch konzentriert und sehr ehrgeizig vor unserer zweiten Saison.“
Andreas Seidl: „Wir sind im Plan“
Derweil erläuterte Andreas Seidl die Wichtigkeit des ersten Funktionstests. „Nach dem Roll-out auf dem Prüfgelände in Weissach am 15. Dezember ging es beim ersten Rennstreckentest um die Inbetriebnahme und Überprüfung aller Systeme und Komponenten unter Volllast.“
Zugleich bewerkstelligte Porsche erste Arbeiten in puncto Fahrzeugabstimmung am 919-Hybrid-Sportwagen. „Ab Mitte des Tests konnten wir dann mit der Fahrzeug-Abstimmungsarbeit beginnen und am Ende auch längere Distanzen am Stück fahren. Produktiv waren außerdem die Reifentests mit Michelin. Wir konnten sehr viele wertvolle Daten sammeln, die unsere Ingenieure in den nächsten beiden Wochen analysieren werden. Insgesamt hat der 2015er 919 Hybrid gut funktioniert, wir sind im Plan“, erklärte der Teamchef nach den Testfahrten am Persischen Golf.
Doch die nächste Testeinheit für die Werksmannschaft steht unmittelbar bevor. Am 8. Februar bricht Porsche erneut zu einem fünftägigen Testmarathon auf. Nach Abu Dhabi ist der Grand-Prix-Kurs in Bahrain die nächste Destination.
Die Probefahrten auf dem Wüstenkurs absolvieren demnach Romain Dumas, Brendon Hartley, Marc Lieb, Mark Webber und Porsche-Neuling Nico Hülkenberg. Der Formel-1-Pilote wurde seitens Porsche für den Auftritt in Le Mans verpflichtet. Wer dem Emmericher an der Sarthe assistiert, ist derzeit noch ungewiss. Es gilt allerdings als wahrscheinlich, dass sich ein Pilot aus dem GT-Sektor mit Hülkenberg das Cockpit teilt.

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