Verteidigt Porsche seinen GTLM-Titel in Daytona? Oder revanchiert sich Corvette Racing? BMW und Aston Martin erheben ebenfalls Ansprüche auf den Siegerpokal an der Küste Floridas, wogegen AF Corse und Risi Competizione an diesem Wochenende Ferrari repräsentieren. Wer erringt den USCC-Auftaktsieg?
Fünf Konstrukteure wetteifern an diesem Wochenende beim 24-Stunden-Rennen von Daytona um die Trophäe der GTLM-Liga. Das Herstellerquintett formiert sich aus Aston Martin, BMW, Corvette, Ferrari und Porsche, die allesamt imstande sind, den Klassenerfolg für sich zu reklamieren. Doch welche Konstellation ergibt sich en détail? Und wer erringt letztlich den Auftaktsieg der USCC-Meisterschaft?
Bei der letztjährigen Ausgabe triumphierte Porsche über die anderen Werke – und trachtet nun nach der Titelverteidigung. „Das Rennen in Daytona ist ein Sportwagenklassiker mit Fans auf der ganzen Welt“, meint Motorsportchef Doktor Frank-Steffen Walliser. „Porsche hat bei diesem traditionsreichen Rennen einige seiner größten Siege gefeiert. Die Serie dieser unvergessenen Erfolge fortzusetzen, ist für unsere Fahrer und Teams eine ganz besondere Motivation.“
Damit dieses Unternehmen Erfolg zeitigt, hat Porsche die Zusammensetzung der Neunelfer-Besatzungen modifiziert. Ein Fahrertrio rekrutiert sich aus Nick Tandy, Patrick Pilet und Marc Lieb, während Jörg Bergmeister, Earl Bamber und Frédéric Makowiecki im zweiten Cockpit rotieren. „Wir haben ein gutes Auto und ein gutes Team und werden, wenn alles nach Plan läuft, sicherlich in der Lage sein, um den Sieg zu kämpfen“, fasst Lieb zusammen.
Revanchiert sich Corvette in diesem Jahr?
Das Zuffenhausener Aufgebot ergänzt die Kundenmannschaft von Walker Racing. „Mein Team Falken Tire ist zum ersten Mal in Daytona am Start. Die Herausforderung ist riesig, denn auf die Reifen kommen auf dieser Strecke ganz besondere Anforderungen zu, speziell in den zwei Steilkurven“, urteilt Wolf Henzler, der den Einsatz mit Bryan Sellers und Patrick Long stemmt, über die Chancen seiner türkis-blauen Truppe. „Trotzdem traue ich uns eine Überraschung zu.“
Die Silbermedaille erstritt in der vergangenen Saison die BMW-Abordnung gemeinsam mit ihrem Einsatzgespann Rahal Letterman Lanigan Racing. Für den bevorstehenden Wettstreit hat die Münchner Manufaktur jedoch innerhalb des Kaders umgestellt: Ein Quartett setzt sich aus John Edwards, Lucas Luhr, Jens Klingmann und Graham Rahal zusammen, das zweite aus Bill Auberlen, Dirk Werner, Augusto Farfus und Bruno Spengler.
Verursacht durch technische Gebrechen, widerfuhr Corvette beim letztjährigen Endurance-Wettbewerb in Daytona Beach geradezu ein Desaster. Ebendieses Fiasko, gedenkt der einzige US-amerikanische Konstrukteur unter den GTLM-Akteuren, wiederum zu rehabilitieren. Sofern es Pratt & Miller gelingt, Standfestigkeit zu demonstrieren, verfügt deren Ensemble fraglos das Potenzial, auf der Kombination aus Oval und Infield mit den deutschen Hersteller zu konkurrieren.
Aston Martin startet mit fünfköpfiger Fahrerbesatzung
Die GM-Tochter tritt gleichermaßen mit zwei Sportwagen an. An einem Lenkrad drehen Jan Magnussen, Antonio García und Ryan Briscoe. Im Schwesterauto wechseln sich wiederum Oliver Gavin, Tommy Milner und Simon Pagenaud ab. „Wenn ich Prototypen für andere Hersteller gefahren bin, habe ich stets die Präsenz von Corvette- und Chevrolet-Anhängern zur Kenntnis genommen. Ich habe immer gesagt, dieses Programm ist maßgebend – alles passt perfekt zusammen. Die Resultate sprechen für sich“, würdigt Pagenaud seinen künftigen Arbeitgeber.
Einen außerordentlichen Start absolviert dagegen Aston Martin. Die Traditionsmarke aus dem Vereinigten Königreich bestreitet nicht die vollständige USCC-Saison, sondern lediglich die NAEC-Wertung. Zugleich stellt Prodrive den größten Kader im GTLM-Fahrerlager: Pedro Lamy, Paul Dalla Lana, Darren Turner, Stefan Mücke und Matthias Lauda bilden die fünfköpfige Besatzung beim Langstreckenrennen im Volusia County.
Bietet Ferrari Paroli?
Inwieweit Ferrari ebenfalls Chancen auf die vorderen Ränge einzuräumen sind, stellte ein knifflige Fragestellung dar. Neben Risi Competizione stellt sich auch die Semiwerksmannschaft AF Corse dem Wettkampf auf dem Daytona International Speedway. Die Piloten: François Perrodo, Emmanuel Collard, Gianmaria Bruni und Toni Vilander. Das Kundenfahrzeug steuern derweil Pierre Kaffer, Davide Rigon, Giancarlo Fisichella und Olivier Beretta.
Nach den Ergebnissen der vergangenen Saison wolle Kaffer an diese anknüpfen. „Ich liebe Florida, ich mag Daytona und sehe für uns gute Chancen im Wettbewerb. Besonders schön ist es, dass ich 2015 die komplette Saison im Team von Risi Competizione bestreiten werde. Giancarlo Fisichella und ich haben im vergangenen Jahr bei unseren gemeinsamen Einsätzen viele Erfolge gefeiert. An diese Ergebnisse möchten wir sofort zum Start in die neue Saison anschließen.“
Aufgrund der Werksunterstützung auf Fahrerseite hofft Kaffer, um Spitzenplatzierungen zu kämpfen. „Dass in Daytona die Ferrari-Werkspiloten Davide Rigon und Olivier Beretta mit an Bord sind, zeigt allen ganz genau, wie ernst Ferrari diesen interessanten Kampf in der USCC nimmt. Beim Vortest in Florida haben wir unseren 458 sehr gut abgestimmt. Wir waren in den Zeitenlisten immer recht weit vorne. Ich hoffe, dass wir dieses Niveau am Rennwochenende halten können.“
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