Gegen den Teamchef von Level 5 Motorsports, Scott Tucker, wird in den USA wegen Kreditbetruges in zahlreichen Fällen ermittelt. Er soll Kreditnehmer bedroht und erpresst haben. Das über seine Firmen erwirtschaftete Geld soll auch seine Rennsportaktivitäten finanziert haben.
Scott Tucker steht unter Verdacht Kreditnehmer in hunderten Fällen betrogen und auch erpresst zu haben. Bloomberg News berichtete im vergangenen Dezember, dass US-Bundesanwalt Preet Bharara gemeinsam mit dem Federal Bureau of Investigation in New York (FBI) Ermittlungen eingeleitet hat. Der Fall, in dem es um sogenannt payday loans geht, ist vertraulich behandelt, da er wegweisend wäre.
Bei payday loans, oder Kurzzeitkrediten, handelt es sich um ein im angelsächsischen Raum weit verbreitetes Kreditmodell. In der Regel haben die Kredite eine Laufzeit von 30 Tagen, erst nach deren Rückzahlung darf ein neuer Kredit aufgenommen werden. In Deutschland werden solche Kredite erst seit 2010 angeboten und werden von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) streng überwacht.
Im Fall von Scott Tucker soll dieser Kurzzeitkredite von kleinen, lokalen Kreditgebern mit geringen Beträgen und hohen Zinsen, besichert mit vordatierten Schecks, an nationale Unternehmen verkauft haben. Die Kreditnehmer wurden dabei gezwungen einzuwilligen das geliehene Geld umgehend vom Konto abzuheben.
Betrug finanziert Level 5 Motorsports
Bei seinem Geschäftsmodell soll er sich die Immunität der nordamerikanischen Ureinwohner zunutze gemacht haben, speziell mit dem Miami-Stamm in Oklahoma. Dieser sagte in einem früheren Fall aus, dass er Inhaber der Firma AMG Services Inc. sei und Tucker ein Angestellter. Aufgrund der Immunität, die damit auch für AMG gilt, könne das Unternehmen nicht staatlich reguliert werden.
Damit handelt es sich um einen durchaus komplizierten Fall, da Online-Kreditgeber generell schwer zu belangen sind. Die Behörden hoffen daher auf die Anwendbarkeit des sogenannten Racketeer Influenced and Corrupt Organizations Act, kurz RICO, von 1970. Dieses Gesetz wurde verabschiedet, um der Mafia Herr zu werden. Es ermöglicht Strafen von bis zu 25.000 Dollar oder zwanzig Jahren Haft.
Für Scott Tucker ist dies nicht der erste Konflikt mit dem Gesetz. Im Jahr 2012 wurde er von der Federal Trade Commission (FTC) verurteilt, Kreditnehmer betrogen zu haben. Dabei hat er unter Androhung von rechtlichen Schritten mehr Geld erpresst als bei Aufnahme des Kredites vereinbart wurde. Gleichzeitig stellte die FTC fest, dass Verbraucherschutzregeln auch für von Stämmen betriebene Unternehmen gelten und damit die Praxis von AMG rechtswidrig ist.
Das Geld, das AMG so unrechtmäßig erwirtschaftete, wurde auch als Sponsorenaktivitäten in sein Rennsportteam Level 5 Motorsports eingebracht. Dieses stellte jedoch seinen Betrieb schon im vergangenen Jahr nach den 24 Stunden von Daytona, das mit einem Ferrari in der GTD-Klasse gewonnen wurde, ein.

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