Sowohl in der Konstrukteur- als auch der Teamwertung existiert für Porsche und Manthey-Racing Racing noch eine minimale Chance, den GTE-Pro-Titel zu erringen. Nutzt die Werksmannschaft diese beim Finale der Langstrecken-WM in São Paulo? Die Einschätzung in Stuttgart-Zuffenhausen ist realistisch.
Im Wettstreit um den Fahrertitel der GT-Riege hat Ferrari in der Arabischen Wüste bereits eine Vorentscheidung herbeigeführt. Ein abermaliger Klassensieg manövrierte Gianmaria Bruni und Toni Vilander in eine uneinholbare Position, womit sich die Roten vorzeitig zu den diesjährigen Weltmeistern kürten. Sowohl in der Konstrukteur- als auch Teamwertung sind die Würfel allerdings noch nicht gefallen.
Vor dem Finale in São Paulo verbuchen Porsche und Manthey-Racing Racing zumindest eine mathematische Chance, AF Corse und Ferrari den Titelgewinn im letzten Augenblick abspenstig zu machen. Der Abstand zur Konkurrenz beträgt allerdings fünfundzwanzig respektive sechsundzwanzig Punkte. Ergo muss die Abordnung aus Stuttgart-Zuffenhausen auf einen Totalausfall ihrer Widersacher hoffen.
Eine dementsprechend realistische Einschätzung erfolgt in der Porsche-Chefetage, welche den Fokus letztlich auf den Tagessieg richtet. „Auch wenn es den ganz großen Showdown im Kampf um die Meisterschaft vermutlich nicht geben wird, weil unsere Titelchance nach Bahrain doch eher theoretisch ist, werden wir uns mit voller Konzentration vorbereiten“, erklärt Motorsportchef Doktor Frank-Steffen Walliser.
Stefan Mücke: „Kleinigkeiten werden den Ausschlag geben“
Nichtsdestoweniger zeigt sich Porsche keineswegs geneigt, bereits im Vorhinein zu resignieren. Daher gibt sich die Werksmannschaft kämpferisch vor der Endrunde in Interlagos. „In einem Sechs-Stunden-Rennen kann viel passieren, noch dazu auf einer so anspruchsvollen Strecke“, fügt Walliser hinzu. „Wir nehmen die Herausforderung an, und sollte sich für uns doch noch eine Chance ergeben, wollen wir auf jeden Fall bereit sein.“
Auch in den Reihen der Fahrer lautet das deklarierte Ziel, die Saison mit einem Podiumsbesuch abzuschließen – möglichst auf der obersten Stufe. „Für uns geht in São Paulo eine ereignisreiche Saison zu Ende“, meint Patrick Pilet. „Das ganze Team kann stolz sein auf die Arbeit, die es in diesem Jahr geleistet hat. Wir haben in jedem Rennen dazugelernt. Es wäre schön, wenn wir uns dafür mit einem Sieg in São Paulo belohnen könnten.“
Wenngleich Aston Martin in den Titelkampf nicht einschreiten kann, erhebt das Prodrive-Gespann dennoch seine Anwartschaft auf den Triumph beim Finallauf. „Wir haben ein starkes Auto und hoffen diesmal auf ein glücklicheres Ende für uns“, meint Werksfahrer Stefan Mücke. „Die Konkurrenz ist sehr eng beieinander, da werden Kleinigkeiten den Ausschlag geben. Die Strecke dürfte dem Vantage gut liegen; Das haben die Rennen in der Vergangenheit gezeigt.“

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