Zanardi: Eine Goldmedaille fehlt zur „perfekten Saison“

Alex Zanardi fasst sein arbeitsreiches Jahr zusammen. Neben seinen BSS-Einsätzen war der Italiener auch im Handbiking und beim Triathlon auf Hawaii erfolgreich. Trotz seiner starken Ergebnisse ist Zanardi mit der vergangenen Saison nicht vollends zufrieden und will sich im kommenden Jahr nochmals verbessern.

Alex Zanardi fasst sein arbeitsreiches Jahr zusammen. Neben seinen BSS-Einsätzen war der Italiener auch im Handbiking und beim Triathlon auf Hawaii erfolgreich. Trotz seiner starken Ergebnisse ist Zanardi mit der vergangenen Saison nicht vollends zufrieden und will sich im kommenden Jahr nochmals verbessern.

Alessandro Zanardi hat in der Saison 2014 ein unglaubliches Pensum bewältigt. Nachdem er bereits im April mit einem Rollout sein Debüt im GT-Sportwagen gab, gewann er im Sommer auch zwei Weltmeistertitel im Para-Cycling und bestritt den härtesten Triathlon der Welt, dem Iron-Man auf Hawaii. Trotz diverser guter Resultate mit dem BMW Z4 GT3 von Roal Motorsport in der Blancpain Sprint Series und der weiteren Erfolge im Hand-Biking ist der Italiener nicht komplett zufrieden mit seiner Leistung – eine Goldmedaille fehle. 

Als Zanardi gegen seinen Freund Ernst van Dyk antrat, hatte er am Ende das Nachsehen und musste sich mit dem zweiten Platz im Handbike-Straßenrennen zufrieden geben. Das wurmt den 48-Jährigen noch immer. „Es war keine perfekte Saison — denn dazu hätte ich auch noch die Goldmedaille im Straßenrennen gewinnen müssen“, so Zanardi in einem Presseinterview und gibt sich auch in seinem alter noch unendlich ehrgeizig. „Aber ich werde im nächsten Jahr die Gelegenheit haben, es wieder zu versuchen“.

Doch neben den beachtlichen Leistungen abseits der Rennstrecke war auch das Motorsportjahr für den Italiener alles andere als erfolglos. „Ich bin schon sehr lange eng mit BMW verbunden, und als es die Runde machte, dass ich wieder in den Rennanzug schlüpfen könnte, wurde mir unheimlich viel Begeisterung und Unterstützung entgegengebracht. Das war ein ganz besonderes Gefühl. Es hat dazu geführt, dass ich mich wieder wie ein Rennfahrer gefühlt habe. Das war wunderbar“, so der Italiener zu seinem Comeback im Motorsport nach einer fünfjährigen Pause. 

„Deine einzige Option ist es, es noch einmal zu versuchen“

Sobald er im Auto saß, sei er aufgeregt gewesen, wie immer, wenn er etwas Neues beginnt, so der Italiener weiter. Doch seinem Ehrgeiz entsprechend, kämpfte er sich einige Male zu Top-Positionen. Beim Wertungslauf der BSS in Brands Hatch musste Zanardi vom letzten Startplatz das Rennen aufnehmen und kam, auf Platz fünf liegend, ins Ziel. „In Brands Hatch waren alle Parameter perfekt. Obwohl ich nach einem Unfall im Qualifikationsrennen vom letzten Startplatz aus in das Hauptrennen starten musste, konnte ich am Ende einen sehr viel versprechenden fünften Platz holen.“ 

Trotz dieser furiosen Aufholjagd hadert Zanardi mit dem Unglück aus dem Qualifikationsrennen. „Wäre ich von etwas weiter vorn in das Rennen gestartet, wäre sicher noch ein besseres Ergebnis herausgekommen.“ Letztendlich schließt Zanardi seine Saison also mit einem gemischten Fazit ab. „Natürlich ließe sich alles noch etwas verbessern“, so der Italiener. Insgesamt sei er aber mit dem Ergebnissen zufrieden. Er sei mit BMW und Roal Motorsport durchweg konkurrenzfähig gewesen, habe aber etwas Pech gehabt.

„Manchmal hat man etwas verdient, bekommt es aber nicht. Das einzige, was man da tun kann, ist, es erneut zu versuchen“, zeigt Zanardi sich kämpferisch. Aber auch mit der Bilanz im Para-Cycling ist Zanardi nicht komplett zufrieden. „Es war eine großartige Saison, aber ich weiß, dass mehr drin gewesen wäre.“

Beeindruckend ist die Art, wie der gehandicapte Italiener auch die kommende Saison plant. „Ich bin 48 Jahre alt und kann nicht bis in alle Ewigkeit Leistungssport betreiben. Aber ich gehe voller Begeisterung ins nächste Jahr, denn ich bin absolut davon überzeugt, dass ich trotz meines Alters sowohl im Para-Cycling als auch im Motorsport auf demselben hohen Niveau weitermachen kann“


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