In Shanghai hat wechselhaftes Wetter den Trainingsfreitag beeinträchtigt. Heftige Regenschauer zwangen die Rennleitung zum Abbruch der zweiten Sitzung. Zuvor dominierte abermals Toyota die Vorbereitungsfahrten. Audi behauptete sich als zweitschnellster Hersteller, Porsche kämpft mit einem Haftungsproblem.
Auch während der zweiten Trainingseinheit in Shanghai hat Toyota das Tempo diktiert, ehe die Rennleitung das Zeitfahren zwanzig Minuten vor dem regulären Ende abbrach. Der Grund: Heftige Regenfälle und Nebel suchten die chinesische Metropolregion heim, welche die Bedingungen auf dem modernen Rundkurs erschwerten. Um eine Gefährdung der Protagonisten zu vermeiden, ordneten die Verantwortlichen den Sportwarten an, rote Flaggen zu schwenken.
Bis dato dominierte der pazifische Konstrukteur abermals die Vorbereitungsfahrten auf dem Shanghai International Circuit. Toyota-Werksfahrer Anthony Davidson nahm überdies im Vergleich zum ersten Durchgang einen Verbesserung vor und erzielte eine Rundenzeit von 1:49,139 Minuten. Damit fehlten seinem Stallgefährten Alexander Wurz zum Sitzungsende letztlich 0,672 Sekunden.
Im Wettstreit der Konzernschwestern gewinnt Audi an diesem Wochenende zunehmend die Oberhand gegenüber Porsche. Am Nachmittag bezwang die Marke mit den vier Ringen neuerlich die Rivalen aus Stuttgart-Zuffenhausen. Titelverteidiger Tom Kristensen und Markenkollege Marcel Fässler sortierten sich an dritte und vierter Stelle ein. Zugleich verkürzten die Ingolstädter den Abstand auf 1,061 respektive 1,572 Sekunden.
Porsche hadert mit Haftungsproblemen
Die Porsche-Werksmannschaft wahrte dagegen noch einen Respektabstand. Als schnellster Pilot im Weissacher Lager behauptete sich Timo Bernhard, den dennoch 2,667 Sekunden von Klassenprimus Toyota trennten. Nach dem Batteriewechsel, durchgeführt innerhalb von einer Stunde, erhöhte das zweite Porsche-Gespann sein Pensum sogar auf fast dreißig Runden. In seiner flottesten Umrundung betrug Romain Dumas‘ Rückstand nichtsdestoweniger 3,159 Sekunden.
Gegenwärtig bereite der Reifen dem Porsche-Ensemble Schwierigkeiten. „Dieser erste Trainingstag war für die Abstimmungsarbeit natürlich alles andere als ideal“, resümierte Einsatzleiter Fritz Enzinger. „Gerade weil wir hier noch gar keine Erfahrung haben, hätten wir uns konstante Bedingungen gewünscht. Im Trockenen hatten wir ein Grip-Problem, zumal noch wenig Reifenabrieb auf der Strecke lag und die Temperaturen auch relativ niedrig waren.“
In der LMP1-L-Wertung blieb Rebellion Racing tonangebend. Allerdings reichte Nick Heidfeld nicht an die Bestzeit seines Stallgefährten Mathias Beche heran, sondern ließ sich lediglich eine Bestmarke von 1:55,367 Minuten protokollieren – über eine halbe Sekunde langsamer als im ersten Durchlauf. Lotus überwand indes die Zwei-Minuten-Hürde: Pierre Kaffer meisterte den Shanghai International Circuit binnen 1:59,142 Minuten.
Extreme Speed Motorsports setzt Oak Racing unter Druck
Eine ähnliche Konstellation wie am Vormittag ergab sich wiederum im LMP2-Klassement. Ligier-Fahrer Roman Russinow von Oak Racing markierte neuerlich den Richtwert in der Wertung für kostenreduzierte Prototypen. Die Uhr stoppte bei 1:57,053 Minuten. Jedoch bezog Extreme Speed Motorsports diesmal sowohl den Verfolgerrang zwei als auch die dritte Position. Intern bezwang Ryan Dalziel (+0,442 Sekunden) seinen Honda-Mitstreiter Johannes van Overbeek (+1,092 Sekunden).
In der GTE-Pro-Kategorie wendete Aston Martin das Kräfteverhältnis zu seinen Gunsten. Prodrive-Spezialist Darren Turner fuhr eine Rundenzeit von 2:06,193 Minuten, womit der Brite seinen Porsche-Gegner Patrick Pilet um 0,344 Sekunden unterbot. Die besten Drei vervollständige ebenfalls die Mannschaft in Blau-Orange: AMR-Pilot Fernando Rees reihte sich mit einer Zeitendifferenz von 0,772 Sekunden dahinter ein.
Derweil geriet Aston Martin in der GTE-Am-Klasse ins Hintertreffen. Stattdessen beförderten die zweite Trainingseinsitzung Ferrari und Porsche in Front. Paulo Ruberto sicherte für 8 Star Motorsports mit 2:04,528 Minuten die schnellste Rundenzeit auf dem Rundkurs im Reich der Mitte. Zweiter wurde schlussendlich Mathieu Vaxievière von ProSpeed Competition, der wiederum 0,695 Sekunden zurücklag.
Infolge der Niederschläge am Freitagnachmittag kündigt die Wettervorhersage für die verbleibenden Veranstaltungstage keine Regenschauer an. Porsche erwartet wiederum ein nasses Abschlusstraining, aber ein trockenes Rennen. „Im Regen funktionierten unsere Autos gut, allerdings lässt die Wetterprognose ein trockenes Rennen erwarten“, meint Enzinger. „Es wäre hilfreich, wenn es im dritten Training am Samstag trocken bliebe, aber davon können wir momentan nicht ausgehen.“

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