Obwohl Andreas Wirth und Daniel Keilwitz den Sieg beim Samstagsrennen in Hockenheim errungen haben, genügte Kevin van der Linde und René Rast ein zehnter Platz zum vorzeitigen Gewinn der Meisterschaft. Jaap van Lagen von Schütz Motorsport verlor derweil die letzte Chance auf den Titel beim Boxenstopp.
René Rast und Kelvin van der Linde haben die Fahrermeisterschaft des ADAC GT Masters gewonnen. Dem deutsch-südadrikanischen Duo genügte dabei ein zehnter Gesamtrang im Audi R8 LMS von C. Abt Racing, um sich den Titel der diesjährigen Saison vorzeitig zu sichern. Das Rennen gewannen derweil die Corvette-Piloten Andreas Wirth und Daniel Keilwitz von Callaway Competition vor den lange führenden Harald Schlegelmilch und Luca Ludwig im Zakspeed-Flügeltürer. Das Podium vervollständigte das Porsche-Duo Robert Renauer und Martin Ragginger von Herberth Motorsport.
Dabei sah es lange Zeit danach aus, dass sich die Meisterschaftsentscheidung auf das morgige Saisonfinale verschieben würde. Von Platz acht gestartet, ging van der Linde das Rennen mit großer Vorsicht an und verlor immer mehr Positionen. An der Spitze verteidigte Ludwig die Poleposition vor Renauer und Christian Engelhart (Schütz Motorsport). Dieser konnte sich im weiteren Rennverlauf dank des kooperativen Verhaltens von Porsche-Markenkollege Renauer sogar noch auf den zweiten Rang vorfahren. Da die späteren Meisterschaftsgewinner zu diesem Zeitpunkt nur noch auf dem zwölften Gesamtrang und damit außerhalb der Punktepositionen lagen, schien die Vertagung der Meisterschaftsentscheidung offensichtlich.
Van Lagen verliert letzte Titelchance in der Box
An der Spitze gelang es Zakspeed-Schützling Ludwig, einen Vorsprung herausz fahren, sodass er in der Lage war, das Rennen zu kontrollieren. Van der Linde fehlte derweil deutlich Geschwindigkeit gegenüber der Konkurrenz, weshalb sich das Team zum frühstmöglichen Zeitpunkt dazu entschied, den Pflichtboxenstop zu absolvieren und Rast das Steuer des Audis zu übergeben. Dieser war daraufhin schneller unterwegs und schon bald auf dem zehnten Gesamtrang und damit zurück in den Punkten.
Kurz vor Ende des Boxenstopfensters entschied sich dann Schütz Motorsport zum Boxenstopp und damit zum Fahrerwechsel auf Jaap van Lagen. Als das Team den Niederländer wieder losließ, wollte die Truppe wohl etwas zu viel. Van Lagen durchquerte die Boxengasse vier Zehntelsekunden vor Ablauf der vorgeschriebenen Minute Mindestdauer, woraufhin eine Strafe folgte. Van Lagen musste zu einer einsekündigen Stop-and-Go-Strafe erneut die Boxengasse aufsuchen. Damit war die Chance auf den Gewinn der Meisterschaft vergeben.
Keilwitz ringt Schlegelmilch kurz vor Schluss nieder
Rast nahm daraufhin etwas Tempo heraus. Ganz anders dagegen Corvette-Mitstreiter Keilwitz, der in den Schlussminuten des Rennens mit schnellen Rundenzeiten auffiel. Der drittplatzierte schloss dementsprechend zügig auf das Führungsduo Schlegelmilch und Ragginger auf. Wenige Runden vor Ende nutzte Keilwitz den Geschwindigkeitsvorteil der Corvette und überholte zunächst Ragginger, zwei Runden später dann auch noch den führenden Schlegelmilch, der zunehmend mit Traktionsproblemen an seinem Mercedes-Benz-Flügeltürer zu kämpfen hatte.
Damit war das Rennen entschieden. Keilwitz überquerte die Ziellinie vor Schlegelmilch und Ragginger. Auf dem vierten Gesamtrang kamen Max Sandritter und Jens Klingmann im bestplatziertesten Schubert-BMW vor Maro Engel und Jan Seyffarth im Rowe-Mercedes-Benz ins Ziel. Claudia Hürtgen und Dominik Baumann verloren mit dem sechsten Gesamtrang die letzten, theoretischen Chancen auf den Meisterschaftsgewinn. Sebastian Asch und Philipp Frommenwiler sicherten sich den achten, Florian Stolz und Maximilian Götz den neunten Rang, vor den Meisterschaftsgewinnern Rast und van der Linde.
Das Audi-Duo hat nach dem Samstagslauf 206 Punkte gesammelt, der zweitplatzierte van Lagen deren 170. Baumann und Hürtgen liegen mit 167 Punkten kurz dahinter, aber vor Keilwitz mit 159 Punkten. Der Kampf um den zweiten Meisterschaftsplatz kann am morgigen Sonntag also durchaus noch für Spannung sorgen.

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