Verteidigt Hofor-Racing seinen Titel beim 24-Stunden-Rennen von Barcelona? Oder gelingt den Markenkollegen von Hofor-Racing nach dem Sieg in Zandvoort ein abermaliger Erfolg? Darüber hinaus tritt auch die Scuderia Praha mit einem konkurrenzfähigen Ferrari-Kader an. Die Favoritenanalyse.
Bei der dritten Auflage des 24-Stunden-Rennens von Barcelona im letzten Jahr trug Hofor-Racing den Sieg davon. Ist die Mercedes-Benz-Delegation imstande, diesen Erfolg zu wiederholen? Die Fahrerbesatzung erfüllt fraglos die Voraussetzungen. Die Konkurrenz aus den eigenen Reihen hat sich jedoch gewappnet, Revanche zu nehmen: Die Markenkollegen von Car Collection Motorsport treten mit einem Zwei-Wagen-Gespann an.
Derweil formiert sich die Ferrari-Sektion aus der Scuderia Praha sowie Kessel Racing. Walkenhorst Motorsport startet dagegen als einziger BMW-Rennstall, während Leipert Motorsport einen Lamborghini Gallardo einsetzt. Darüber hinaus vervollständigt Simpson Motorsport mit einem Audi-Sportwagen das Teilnehmerfeld der gesamtsiegfähigen A6-Kategorie. Die Favoritenanalyse des Langstreckenrennens in der katalanischen Hauptstadt.
Hofor-Racing: Die Titelverteidiger
Hofor-Racing startet als Titelverteidiger bei der diesjährigen Ausgabe der 24 Stunden von Barcelona. Im letzten Jahr gelang den Eidgenossen relativ mühelos der Sieg beim Rennen in Katalonien. Allerdings freut sich die Besatzung im Vergleich zum letztjährigen Kräftemessen über Zuwachs. Die gewohnte Kombination um Michael Kroll, Roland Eggimann, Kenneth Heyer und Christiaan Frankenhout wird von Chantal Kroll ergänzt. Als Einsatzgerät fungiert abermals ein Flügeltürer von Mercedes-Benz.
Heyer dürfte jedenfalls mit gehörigem Rückenwind die Reise in die katalanische Hauptstadt antreten. Der Mercedes-Benz-Pilot gewann am vergangenen Wochenende in einem Cup-Porsche das 24-Stunden-Rennen von Zolder. Im bisherigen Saisonverlauf der Creventic-Serie konnten die Eidgenossen noch keinen Sieg einfahren. In Mugello und in den Dünen von Zandvoort musste man sich jedes Mal knapp geschlagen geben. Gelingt dem Mercedes-Benz-Quintett im Spätsommer der erste Sieg?
Scuderia Praha: Die Herausforderer aus dem Ferrari-Lager
Die Scuderia Praha schickt einen italienischen Sportwagen nach Barcelona. Jiri Pisarik, Jaromir Jirik, Matteo Malucelli und Peter Kox teilen sich das Cockpit im Ferrari 458 Italia GT3. Zugleich absolviert die Abordnung aus Tschechien ihr erstes 24-Stunden-Rennen mit dem aktuellen GT3-Modell der Italiener. In Zandvoort stellte die Scuderia Praha ihr Können bereits eindrucksvoll unter Beweis, nachdem die Mannen knapp drei Stunden vor Rennende das Geschehen an der Spitze mit einer Runde anführten. Allerdings wurde das Fahrzeug in einen Unfall verwickelt, was dem Rennstall letztlich den Sieg kostete.
In der vergangenen Woche sammelten Pisarik und Malucelli bereits erste Erfahrungen auf dem Circuit de Catalunya. Im Rahmen eines Testtages spulte das Duo auf der 4,66 Kilometer langen Rennstrecke mit dem Ferrari erste Runden ab. „Ich bin dem Team sehr dankbar dafür, dass es mir die Möglichkeit gibt, dieses Rennen zu fahren und freue mich bereits auf die neuen Teamkollegen“, teilt Malucelli mit.
Derweil beruft sich Teamchef Ivo Horn bereits auf frühere Einsätze in Spa-Francorchamps und in Le Mans. „Wir haben relativ gute Erinnerungen an die 24-Stunden-Rennen, welche wir in Spa 2003 als Dritte der GT-Wertung und in Le Mans 2007 mit unserem GT1-Auto auf Platz vierzehn beendeten. Allerdings wissen wir auch, wie schwierig die 24-Stunden-Rennen sind und das auch die unvorhergesehenen Dinge passieren können. Bisher haben wir in den Rennen in Mugello und Zandvoort unser Bestes gegeben, aber dort haben wir sehr viel Pech“, spielt der Teamchef auf die Missstände im bisherigen Saisonverlauf der Creventic-Serie an.
Car Collection Motorsport: Doppelte Erfolgschancen?
Um seine Erfolgschancen zu verdoppeln, tritt Car Collection Motorsport als einziger Rennstall in der SP9-Spitzenklasse mit einem Zwei-Wagen-Gespann an. Das Aufgebot umfasst zwei Flügeltürer der Marke Mercedes-Benz. Ein Fahrerquintett rekrutiert sich aus Peter Schmidt, Josef Klüber, Gerd Beisel, Maximilian Stein und Christian Bracke. Die anderer Besatzung formieren Gustav Edelhoff, Doktor Johannes Kirchhoff, Elmar Grimm, Ingo Vogler und der Norweger Wiggo Dalma.
Nach dem Gesamtsieg beim Zwölf-Stunden-Rennen von Zandvoort erhebt Car Collection Motorsport beim Endurance-Wettstreit in der Kapitale Kataloniens an diesem Wochenende legitime Ansprüche auf einen erneuten Erfolg. „Es ist wie immer bei einem 24-Stunden-Rennen: Man muss erstmal ins Ziel kommen“, räumt Bracke ein, deklariert aber ein ambitioniertes Ziel. „Aber unser Auto ist absolut ausgereift und das Team top vorbereitet. Daher bin ich mir sicher, dass wir um den Gesamtsieg mitfahren können.“
Die Chefetage formuliert eine ähnliche Maßgabe. „Ich hoffe auf eine doppelte Zielankunft und auf einen Platz auf dem Podium“, meint Schmidt, welche am kommenden Wochenende Fahrer und Teamchef in Personalunion ist. „Ob es auch – wie in Zandvoort im Mai – Mercedes-Festspiele für uns werden, bleibt natürlich abzuwarten. Letztendlich entscheidet im Motorsport auch immer ein Quäntchen Glück zwischen Sekt oder Selters. Wir sind auf jeden Fall perfekt vorbereitet und hoch motiviert.“
Walkenhorst Motorsport: Von der Eifel nach Katalonien
Normalerweise ist das Revier des BMW Z4 GT3 von Walkenhorst Motorsport auf der Nürburgring-Nordschleife. Das auffallend lackierte Auto nimmt es in der Eifel mit den großen, werksunterstützten, Mannschaften auf, was nicht immer leicht ist. Dennoch kann sich Walkenhorst Motorsport regelmäßig an der Spitze des Klassements präsentieren, am Ende stehen beim Top-Zehn-Platzierungen auf der Anzeigetafel.
Allerdings packt die Mannschaft regelmäßig das Fernweh – dann wenn ein Lauf der 24-Stunden-Serie von der Creventic-Agentur auf dem Programm steht. Den Auftakt bildeten die 24 Stunden von Dubai. Im Vergleich dazu bleibt jedoch nur Ralf Oeverhaus Bestandteil der rein deutschen Besatzung. Ihn unterstützen Jens Richter, Stefan Aust und Peter Posavac.
Kessel Racing: Außenseiter im Ferrari-Lager
Die Routiniers von Kessel Racing komplettieren wiederum das Aufgebot im Ferrari-Lager. Der Schweizer Rennstall tritt seit geraumer Zeit in Sportwagen-Wettbewerben wie der International GT Open, der Europäischen Le-Mans-Serie oder den verschiedenen SRO-Meisterschaften an. Der Fahrerkader fügt sich sowohl aus italienischen als auch französischen Piloten zusammen. Das Lenkrad des Maranello-Boliden teilen sich Jonathan Sicart, Nicola Cadei, Giacomo Piccini, Frederic Delpit und Dimitri Enjalbert. Tendenziell sind der Truppe eher Außenseiterchancen einzuräumen.
Leipert Motorsport: Völkerverständigung im Lamborghini
International geht es bei Leipert Motorsport zu. Das Team aus Wegberg bringt einen Lamborghini Gallardo nach Katalonien. Dort steigen vier Fahrer aus vier unterschiedlichen Nationen zu, was eine gute Koordination – und vor allem Kommunikation – erfordert. Gerade die Fahrzeugabstimmung dürfte ein interessantes Thema werden.
Angeführt wird das Quartett von Fredy Barth, bekannt aus der Tourenwagen-WM. In der letzten Zeit widmete der Eidgenosse sich allerdings mehr und mehr den Sportwagen. Der zweite Europäer ist Mikko Eskelinen aus Finnland. Er bringt einiges an Wissen über das Auto mit, immerhin startet er in der Lamborghini Super Trofeo. Der Kanadier Jean-Charles Perrin setzt seine Europareise fort, die mit den 24 Stunden in Spa kürzlich begann. Den Abschluss bildet ein Mann aus Down Under: Liam Talbot. Auch er startete in Spa sowie zuvor auf dem Nürburgring.
Simpson Motorsport: Neuling aus der Britcar-Serie
Die Mannschaft von Simpson Motorsport repräsentiert wiederum Audi. Normalerweise engagiert sich die Equipe aus dem Vereinigten Königreich in der heimischen Britcar-Serie und feierte bereits einige Erfolge. Beim Creventic-Erstauftritt beim 24-Stunden-Rennen auf dem Circuit de Catalunya sollte jedoch eine Ankunft die Zielsetzung sein. Ins Steuer greifen Peter Cook, Frank Pelle, Alain Ferté, Philippe Illiano und Anthony Mott.

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