Einen Einstieg in die GTE-Kategorie zieht Audi derzeit nicht in Betracht. Stattdessen wolle sich der Ingolstädter Autobauer auch in Zukunft seinem Kundensport-Programm in der GT3-Wertung widmen. „Es sind viele Marken verfügbar – mit verschiedenen Fahrzeugkonzepten und die BoP ist ausgewogen,“ erklärt Doktor Wolfgang Ullrich.
Audi richtet den Fokus seines Engagements im Kundensport auch in Zukunft auf den GT3-Wettbewerb. Gegenüber den Kollegen von „Endurance-Info“ dementiert Doktor Wolfgang Ullrich einen möglichen Einstieg in die GTE-Branche. „Audi hat kein Interesse an der GTE“, bekräftigt der Motorsportchef des Ingolstädter Konstrukteurs, der gegenwärtig einen Nachfolger des Audi R8 LMS ultra entwickelt.
Als Audi Ende April seinem neuen Sportwagen in Tarnfarben auf dem Hochgeschwindigkeitskurs von Monza testete, entfachten Diskussionen, ob der bayrische Hersteller gegebenenfalls einen Wechsel vorbereite. Zumal FIA und ACO eine Angleichung der bestehenden GT-Wertungen anstrebt. „Unsere Strategie ist es, GT3-Fahrzeuge zu konstruieren und an unsere Kunden zu verkaufen“, entgegnet Ullrich jedoch. „Die Kosten eines GTE sind immens höher.“
Denn die zahlreichen Einsatzmöglichkeiten verschiedener GT3-Sportwagen bedinge den Erfolg jener Klasse. „Wie viele Meisterschaften gibt es, in denen GTE-Fahrzeuge zugelassen sind?“, fragt Ullrich. „Die GT3-Kategorie hat sich während der letzten Jahren gut entwickelt.“ Zumal der R8-Renner von Audi dank seiner Erfolge bei den 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring und in Spa-Francorchamps gegenwärtig zum Referenzfahrzeug der GT3-Division avanciert.
Ullrich: „In der GTE startet kleine Gruppe von Herstellern“
Derweil sind die Konvergenzgespräche der FIA und des ACO wiederum gescheitert. Die Automobilklubs wollten auf einer Tagung in München ein vorläufiges Reglement vorstellen, das Thema fand jedoch keine Erwähnung. Insbesondere SRO-Chef Stéphane Ratel widersetzt sich einer Fusion der Klassen GTE und GT3 vehement. „Wir nehmen an den Tagungen teil“, merkt Ullrich an. „Wir erwarten Klarheit hinsichtlich der GT-Regularien.“
Im Augenblick orientiere sich Audi allerdings am GT3-Reglement. Auch Corvette, Lexus, Lamborghini und McLaren haben neue Modelle angekündigt. „Es sind viele GT3-Marken verfügbar – mit verschiedenen Fahrzeugkonzepten und die BoP ist ausgewogen“, fügt Ullrich hinzu. „In der GTE startet lediglich eine kleine Gruppe von Herstellern.“ Zurzeit messen sich in der GTE-Riege lediglich Aston Martin, Corvette, Dodge Viper, Ferrari und Porsche.
Ein exaktes Datum der Präsentation nennt Audi bis dato nicht, aber die GT3-Variante zeitgleich mit der Serienversion vorgestellt. „Audi entwickelt ein neues GT3-Fahrzeug, das auf dem Straßenmodell basiert“, führt Ullrich abschließend aus. „Die Präsentation wird sich mit jener des neuen Straßenfahrzeugs überschneiden. Es ist nicht ausgeschlossen, dass wir es am Ende des nächsten Jahres sehen.“

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