24-Stunden-Rennen: Phoenix Racing gewinnt Materialschlacht

Christopher Haase, Christian Mamerow, Rene Rast und Markus Winkelhock gewannen die 42. Ausgabe des 24-Stunden-Rennens auf dem Nürburgring vor den beiden Mercedes-Flügeltüreren von Black Falcon und Rowe Racing. Das Rennen war geprägt durch eine hohe Ausfallquote in den Reihen der Favoriten.

Christopher Haase, Christian Mamerow, Rene Rast und Markus Winkelhock gewannen die 42. Ausgabe des 24-Stunden-Rennens auf dem Nürburgring vor den beiden Mercedes-Flügeltüreren von Black Falcon und Rowe Racing. Das Rennen war geprägt durch eine hohe Ausfallquote in den Reihen der Favoriten.

Das Fahrer-Quartett Haase, Mamerow, Rast, Winkelhock schenkte der Phoenix Truppe um Teamchef Ernst Moser den vierten Gesamtsieg beim Marathon in der Eifel. Es war der zweite Sieg der Mannschaft auf Audi, nach Siegen auf Porsche und Opel in den Jahren 2000 und 2003. Der Schwesterwagen der Sieger fiel, wie viele der Favoriten, früh durch einen Unfall aus. Die Sieger hingegen hielten die alten Langstrecken-Tugenden hoch. Sie blieben frei von Fehlern, Unfällen und technischen Problemen.

Auf dem Silberrang kam der Mercedes der Vorjahressieger ins Ziel. Die Black-Falcon-Truppe Jeroen Bleekemolen, Andreas Simonsen, Christian Menzel und Lance David Arnold schenkte den Audianern nichts und lieferte sich am Sonntagmorgen einen sehenswerten Zweikampf mit den späteren Siegern. Im Ziel betrug der Rückstand lediglich knapp drei Minuten.

Bronze ging an die Marken-Kollegen von Rowe Racing. Michael Zehe, Christian Hohenadel, Nico Bastian und Maro Engel konnten sich im Kampf auf der Strecke gegen den Falken-Porsche durchsetzen und machten das Doppel-Podium für die Sternenkrieger perfekt.   

Hektik und viel Kleinholz in der Start-Phase

Das Rennen begann Tumult artig. Während Kevin Estre im Dörr-McLaren die Flucht nach vorne antrat und die ersten Führungsrunden des Rennens absolvierte, sorgten diverse Zwischenfälle auf der Strecke für zeitweise örtlich begrenztes Chaos. Schnell zeigte sich, dass der Weg zum Sieg über den Weg führen sollte, sich möglichst aus allen Scharmützeln heraus zu halten.

Derweil wählte die Dörr-Mannschaft für den Spitzenreiter eine alternative Boxen-Strategie. So wechselte die Führung jeweils im Rhythmus der Boxenstopps der Spitzengruppe. Gleichzeitig begann früh das Favoritensterben. Eins der ersten Prominenten Opfer: Frikadelli Racing. Die Eifler Truppe wurde früh durch technische Defekte zurückgeworfen. Am späten Abend fasste die Mannschaft schweren Herzens den Entschluss, ihren Neunelfer aus dem Rennen zu nehmen. Zu viele Baustellen hatten sich in der Zwischenzeit am Zuffenhausener Sportwagen aufgetan, sodass durch den Rückzug schlimmeres verhindert werden sollte.

Aber auch die Überraschungsführenden blieben nicht von Problemen verschont. Beide Dörr-McLaren mussten Im Verlauf der ersten Rennhälfte nach technischen Gebrechen die Segel streichen. Besonders bitter für die Truppe: Kevin Estre, Peter Kox, Tim Mullen und Sascha Bert hatten das Tempo an der Spitze unter Kontrolle und waren zum Zeitpunkt des Ausfalls auf Siegkurs.

Favoritensterben in der Nacht

Der Ausfall der Insel-Renner brachte den Marc-VDS-BMW mit Dirk Adorf, Markus Palttala, Bas Leinders und Nick Catsburg an die Spitze des Feldes. Aber in der Nacht fielen beide BMW Z4 der belgischen Equipe Unfällen zum Opfer. Dasselbe Schicksal erlitt mit dem Phoenix-Audi von Marc Basseng, Marcel Fässler, Frank Stippler und Laurens Vanthoor, einer der top Favoriten schon früh in der hektischen Anfangsphase. Basseng wurde nach dem Unfall zur Untersuchung in ein Krankenhaus gebracht, meldete aber abends: „Mir geht es gut.“ Nicht ohne sich bei den Helfern an der Strecke und auf dem Weg zur Untersuchung zu bedanken.

Packender Rennsport in der zweiten Rennhälfte

Gegen Ende der Nacht kristallisierte sich ein Zweikampf an der Spitze zwischen dem verbliebenen Phoenix-Audi und dem Mercedes-Flügeltürer der Titelverteidiger von Black Falcon heraus. Zeitweise waren die beiden Streithähne im Paarlauf auf der Strecke unterwegs, Tür an Tür ging es mehrfach über Start und Ziel. Die Anzeige des Spitzenreiters war zu der Zeit meist Makulatur, da die Führung schneller wechselte, als die Anzeige aktualisiert werden konnte.

Dahinter hielt sich der Schubert-BMW mit Claudia Hürtgen, Jens Klingmann, Dominik Baumann und Martin Tomczyk aus allem heraus und hielten sicher den Bronze-Rang. Doch die Verfolger witterten die Chance und zwischen dem Rowe-Racing-Quartett Michael Zehe, Christian Hohenadel, Nico Bastian, Maro Engel und dem Falken-Porsche mit Peter Dumbreck, Wolf Henzler, Martin Ragginger und Alexandre Imperatori ging es ähnlich spektakulär über die Strecke, wie beim Führungs-Duo.

Beide wollten zur Stelle sein, falls einer der Top-Drei straucheln würde. Zwei Stunden vor dem Renn-Ende schlug das Schicksal erneut bei BMW zu. Claudia Hürtgen hatte einen ruppigen Kontakt mit einem Randstein im Tiergarten. Die anschließende Reparatur an der Aufhängung warf die Oscherslebener Truppe aus dem Rennen um die Podiumsplätze. Nutznießer war die Rowe-Truppe, die inzwischen den Falken-Porsche niederringen konnte und so Rang drei hinter der Phoenix-Truppe und den Marken-Kollegen von Black Falcon sicher hatte.

Die hoch gehandelte Aston-Martin-Werksmannschaft fuhr ein weitgehend unauffälliges Rennen und arbeitete sich Platz um Platz nach vorne durch. Am Ende wurden Stefan Mücke, Darren Turner und Pedro Lamy Fünfte. Felix Baumgartner darf seine Mission 24-Stunden-Rennen mit der Audi Race Experience als geglückt bezeichnen. Mit der Hilfe seiner Profi-Partner schaffte der Stratosphärenflieger mit dem neunten Platz ein respektables Ergebnis in den Top-Zehn

Nach dem Rennen gab der Veranstalter bereits den Termin für das 24-Stunden-Rennen im kommenden Jahr bekannt. Nachdem der späte Termin in diesem Jahr für ein Rennen unter strahlendem Sonnenschein gesorgt hat, wagt sich der ADAC Nordrhein 2015 wieder an einen frühen Termin im Mai und die nächste Ausgabe des Klassikers findet am Himmelfahrtswochenende statt.         

 

 

 

 

 

 


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