SCC in Oschersleben: Torsten Rüffer holt Doppelsieg

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Torsten Rüffer hat beim SCC-Gastspiel in Oschersleben einen Doppelsieg errungen. Nach einem souveränen Start-Ziel-Erfolg im ersten Durchgang profitierte der Norma-Pilot jedoch von Problemen bei PRC-Kontrahent Siegmar Pfeifer. In der Division 2 triumphierten Flavio Mathys und Anja Jouhsen.

Es war ein Comeback nach Maß. Torsten Rüffer (Norma-M20F-Nissan) war beim zweiten Lauf der AvD Sports-Car-Challenge in Oschersleben ganz klar die Nummer eins. Der Doppelsieger verwies in beiden Rennen Karl Heinz Matzinger (PRC WPR60 Turbo) auf die zweite Position. Als Dritte kamen Jacques Breitenmoser (PRC WPR60 Turbo) und Siegmar Pfeifer (Norma-M20FC-BMW) jeweils einmal aufs Stockerl. 

Nach den unglücklichen Tests in Hockenheim hatte Rüffer eigentlich resigniert. Kurz vor Oschersleben war die Stimmung am Tiefpunkt. Doch nach den ersten Runden hellten sich die Mienen wieder auf. Schon im freien Training knallte der Norma-Pilot eine Zeit in den Asphalt, die keiner der Konkurrenten mitgehen konnte. Auch in den beiden Qualifikationssitzungen bestätigte sich der Trend, wobei Rüffer im ersten Zeittraining mit einer 1:24,051 Minuten einen neuen Sportwagenrekord in Oschersleben aufstellte.

So ganz traute der 2011er-Meister dem Braten aber nicht. Immer wieder hatte ihm die Technik einen Strich durch die Rechnung gemacht. Diesmal zickte der Norma allerdings nicht. Im Grunde musste Rüffer nur die heikle Startphase überstehen. Den Angriff von Pfeifer über die Außenbahn blockte Rüffer erfolgreich ab. Damit war der Weg zum souveränen Start- Ziel-Sieg frei. Mit 13,8 Sekunden Abstand auf den zweitplatzierten PRC von Matzinger sah Rüffer das schwarz-weiß karierte Tuch.

Beim Start zum zweiten Gefecht hatte allerdings Pfeifer die Nase vorne. Somit musste Rüffer zunächst in die Rolle des Verfolgers schlüpfen und den Norma-BMW vor sich hertreiben. Drei Runden hielt sich Pfeifer an der Spitze. Dann traten plötzlich Schaltprobleme auf, wodurch sowohl Rüffer als auch weniger später Matzinger und Andreas Fiedler (PRC WPR60 Turbo) vorbeigingen.

Rüffer setzte sich nach dem Überholvorgang schnell ab und feierte nach 18 Runden den zweiten Sieg an diesem Wochenende. „Ich hatte zunächst die Führung verloren“, berichtete der Doppelsieger. Siggi Pfeiffer hatte einen Bombenstart hingelegt und sehr spät gebremst. Als Pfeifer Probleme bekam, ging ich vorbei. Ich habe dann gesehen, dass es im Rückspiegel immer leerer wurde und das Rennen sicher nach Hause gebracht.“

Damit meldete sich Rüffer nach den anfänglichen Schwierigkeiten eindrucksvoll zurück. „Besser kann es eigentlich nicht sein“, freut sich Rüffer nach seinem triumphalen Auftreten in der Magdeburger Börde am vergangenen Wochenende. „Ich hatte zuvor zwei Rollouts in Hockenheim und da lief gar nichts. Das ist heute einfach nur geil, da wir mit dem Auto in der Vergangenheit nur Probleme hatten.“

Ex-Champion Matzinger mit guter Leistung

Ebenfalls erfolgreich präsentierte sich in der Magdeburger Börde ein weiterer Ex-Champion. Karl-Heinz Matzinger ließ seinem zweiten Platz beim Saisonauftakt in Brünn noch zwei weitere folgen. Nicht jeder hatte vor der Saison damit gerechnet, dass sich Matzinger nach der langen Rennpause gleich derart schnell auf das neue Arbeitsgerät einschießt. Noch gebe es das eine oder andere Abstimmungsproblem, wie Matzinger zugab, doch ansonsten lief es in Oschersleben wie am Schnürchen.

In der Qualifikation musste sich der PRC-Pilot zwar hinter dem schnellen Pfeifer anstellen. Als sich dieser in beiden Rennen aus der Führungsgruppe verabschiedete, war Matzinger der zweite Rang nicht mehr zu nehmen. „Ich konnte im Rennen drei bis vier Runden mithalten. Dann ging das nicht mehr, um am Norma weiter dranzubleiben. Wir müssen das Auto jetzt bis Hockenheim weiter abstimmen“, gab Matzinger die Marschrichtung für den nächsten Lauf im badischen Motodrom vor.

Pfeifer konnte sich dagegen mit dem dritten Gesamtrang im zweiten Durchgang wenigstens ein wenig über das ansonsten eher glücklos verlaufene Wochenende hinwegtrösten. Womöglich wäre weitaus mehr drin gewesen, denn Pfeifer zeigte gleich beim ersten Renneinsatz des Norma M20FC mit BMW-V8-Triebwerk, dass der Wagen großes Potential hat. „Das Wochenende war überwiegend positiv, keine Frage“, fasst Pfeifer zusammen. „Im ersten Rennen hatte ich an der dritten Stelle liegend einen Dreher provoziert, das war Dusseligkeit.“

„Den Fehler, dass er dann nicht angesprungen ist, haben wir gefunden“, erklärt Pfeifer. „Das passiert uns nicht wieder. Im zweiten Rennen lief es die ersten zwei Runden einfach toll. Beim Start hat alles wunderbar funktioniert. Dann zwei Runden später am Ende von Start und Ziel bekam ich Schaltprobleme. Das Paddle war ausgefallen, dann musste ich umsteigen auf Hand. Da verlierst du aber den Faden.“ 

Trotz eines dritten Podestranges war Jacques Breitenmoser mit dem Verlauf des Wochenendes nicht zufrieden. Im ersten Rennen lag der Eidgenosse bis zur fünften Runde auf Platz fünf. Dann verabschiedete sich Pfeifer, weniger später wurde auch Fiedler immer langsamer. Dankbarer Dritter war Breitenmoser, der in einem knappen Zieleinlauf den dritten Rang vor Georg Hallau (PRC WPR60 BMW) ins Ziel brachte. 

Im zweiten Rennen hetzte Breitenmoser als Fünfter dem Viererzug um Spitzenreiter Pfeifer hinterher. In der siebenten Runde leistete sich der PRC-Pilot einen Dreher, der ihn auf die siebte Gesamtposition hinter Georg Hallau und Division-2-Siegerin Anja Jouhsen zurückwarf. „Der vierte Platz wäre möglich gewesen, aber so ist das eben im Motorsport“, kommentierte Jacques Breitenmoser sein Ergebnis.

Mathys und Jouhsen siegen in der Division 2

In der Division 2 war diesmal irgendwie der Wurm drin. Schon nach dem Zeittraining verabschiedeten sich Simon Stoller (Wolf GB08 Honda) und Doktor Norbert Groer (Ligier-JS51-Honda). Auch beim letztjährigen Meister Gerhard Münch (Norma-M20-Honda) lief das Wochenende mit zwei dritten Plätzen nicht nach Wunsch. Flavio Mathys (Wolf-GB08-Honda) bestätigte dagegen seine gute Form vom Saisonauftakt. Im ersten Rennen entschied der Schweizer die Division 2 ganz klar für sich.

Im zweiten Wertungslauf konnte Mathys das Rennen erst gar nicht aufnehmen. Mit einigen Runden Rückstand hetzte der Wolf-Pilot aus der Boxengasse dem Feld hinterher. „Leider lief das Auto am Anfang nicht“, rapportiert Mathys. „Irgendwas ist steckengeblieben. Ich konnte dann aber doch noch fahren und Punkte holen. Das ist momentan die Hauptsache. Gestern beim ersten Rennen ist es super gelaufen. Das Auto lief gut und ich war sehr zufrieden.“

Davon profitierte Jouhsen, die im Tatuus-FY012-Honda zum Sieg in der Division 2 fuhr. Schon im Durchgang davor war es mit Platz zwei richtig gut gelaufen. „Ich bin heute einfach nur glücklich mit dem Sieg in der Division 2. Ich fühlte mich gut, das Auto war gut, und es hat alles gepasst. Es ist schön ganz auf dem Treppchen als Divisionssieger zu stehen“, freute sich Jouhsen über das Abschneiden. 

Enttäuschung bei Fiedler

Beim Saisonstart war Fiedler noch der alles überragende Mann. In Oschersleben erlebte Fiedler dagegen ein Wochenende zum Vergessen. Im zweiten Rennen reichte es immerhin noch zum vierten Platz, während sich Fiedler in Durchgang eins noch über die Ziellinie schleppte und so wenigstens ein paar Zähler mitnahm. 

„Schon in Brünn haben wir gemerkt, dass etwas mit dem Auto nicht stimmt“, erinnert sich Fiedler. „Wir haben dann festgestellt, dass sich das Push-Rod gelockert hat und da stimmte dann die ganze Performance vom Auto nicht. Am Schluss habe ich dann noch an dritter Stelle liegend einen Dreher gemacht. Ich habe dann nochmals gepusht, aber es war nicht mehr drin als der vierte Platz. Einfach nur dumm gelaufen. Es war ein Wochenende, wo man lieber zu Hause geblieben wäre.“ 

Später entdeckte man auch, was der Grund für den Dreher war. Ein schleichender Plattfuß hatte dafür gesorgt, dass „mich das Heck verlassen hat“. Ähnlich ging es wohl auch Turi Breitenmoser (PRC-WPR60-BMW), der mit seinem neuen Einsatzgerät noch nicht richtig warm geworden ist. Ebenfalls früh Schluss war für Peter Kormann, der seinen PRC-WPR60-Honda-Kompressor bereits nach der ersten Runde abstellen musste. Rund lief dagegen alles bei Bernard Charriere (PRC-SC97-BMW), der in beiden Rennen in die Punkte fuhr.

Nach einer kurzen Pause geht es für die AvD Sports-Car-Challenge vom 13. bis 14. Juni weiter. Dann steht auf dem Hockenheimring der dritte Saisonlauf vor der Tür.

Erschienen auf Auto-Rennsport.de.