Lausitzring: Vierkampf um die Tabellenführung

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Dank eines Doppelsieges beim Heimrennen behauptet Jaap van Lagen die alleinige GT-Masters-Tabellenführung. Sein neuer Stallgefährte auf dem Lausitzring: Martin Ragginger. Abt Racing, Schubert Motorsport und HTP Motorsport sind jedoch imstande, dem Porsche-Piloten an diesem Wochenende die Spitzenposition abspenstig zu machen.

Nach den Veranstaltungen in Oschersleben und Zandvoort zu Saisonbeginn waren bis dato drei Hersteller in der deutschen GT-Meisterschaft siegreich: Nachdem Mercedes-Benz und Audi beim Auftakt in der Magdeburger Börde reüssierten, dominierten Porsche und Schütz Motorsport beim Aufruhr der Elemente an der Nordseeküste. Damit behauptet Jaap van Lagen vor der dritten Begegnung auf dem Lausitzring die alleinige Tabellenführung. 

Zudem stehen die Auspizien für den Niederländer günstig, diese Stellung zu verteidigen. Denn in der vergangenen Saison gelang dem Zuffenhausener Lager in der Niederlausitz der erste Laufsieg – allerdings durch Herberth Motorsport. Am kommenden Wochenende tritt van Lagen überdies abermals mit einem neuen Stallgefährten an. Nachdem zuletzt Christian Engelhart und Kévin Estre an seiner Seite starteten, hat Schütz Motorsport nun Martin Ragginger engagiert. 

Allerdings erwartet Schütz Motorsport ein schwieriges Rennen auf dem Lausitzring – insbesondere wegen des Zusatzgewichtes. „Ein weiterer Podiumsplatz wird schwer, aber nicht unmöglich“, urteilt Teamchef Christian Schütz. „Wir haben in der Lausitz bereits 2012 gewinnen können. Das stimmt uns optimistisch.“ Zugleich schielt van Lagen auf die Konstellation in der Punktewertung: „Wir haben ein sehr gutes Auto, ein tolles Team, und ich habe sehr gute Teamkollegen. Eigentlich haben wir die Chance, in der gesamten Saison vorne zu fahren.“

Die Position der Verfolger haben Abt Racing, Schubert Motorport und HTP Motorsport bezogen. Nach dem Podiumsresultat sowie dem Start-Ziel-Triumph bei den Eröffnungsrennen in der Motorsport-Arena erklommen René Rast und Kelvin van der Linde zwischen den Dünen von Zandvoort neuerlich das Stockerl. Damit rangiert das Audi-Doppel mit einem Rückstand von sieben Zählern an zweiter Stelle und in Schlagdistanz zum Klassenprimus aus den Porsche-Reihen.

Mit einer bislang konstanten Leistung hat Schubert Motorsport ebenfalls seinen Platz in der Führungsgruppe gefestigt. Obwohl Claudia Hürtgen und Dominik Baumann lediglich einmal der Vorstoß unter die besten Drei gelang, liegt das BMW-Duo im Gesamtklassement auf dem vierten Rang – denn mithilfe seines Doppelsieges bei seinem Gaststart in Zandvoort lavierte sich Estre dazwischen auf der dritten Position. 

Baumann: „Die Strecke passt nicht optimal zu unserem Fahrzeug“

Obwohl Hürtgen und Baumann in der vergangenen Saison auf dem Lausitzring wiederholt den Silberpokal erstritten, herrscht Skepsis im BMW-Lager. „Daraus aber zu schließen, dass es in diesem Jahr automatisch genauso gut laufen wird, wäre ein Fehler“, warnt Team-Manager Stefan Wendl. „Auf dem Lausitzring kommen die Stärken unseres BMW Z4 GT3 nicht ganz so gut zum Tragen wie auf anderen Kursen. Von daher müssen wir abwarten, ob es möglich ist, die Ergebnisse von 2013 gegen unsere sehr starken Konkurrenten zu wiederholen.“ 

Auch Baumann äußert seine Bedenken: Einerseits sei die Wettbewerbsstärke nochmals angewachsen, andererseits komme die Kombination aus Oval und Infield dem BMW-Sportwagen nur bedingt entgegen. „In dieser Saison sind die Cockpits unserer Konkurrenten mit noch besseren Fahrerpaarungen besetzt, sodass wir nicht damit rechnen können, dass wir etwas geschenkt bekommen“, meint Baumann. „Die Strecke passt nicht optimal zu unserem Fahrzeug, aber wir sollten dort dennoch gut zurechtkommen.“ 

Ein Stück weit in den Hintergrund geraten sind derweil die Namensvetter Maximilian Buhk und Maximilian Götz, welche beim ersten Gefecht in Oschersleben den Erfolg für sich reklamierten. Im Sonntagsrennen wurde HTP Motorsport jedoch in die Massenkarambolage beim Start involviert, weshalb das Mercedes-Benz-Gespann wichtige Punkte im Meisterschaftskampf einbüßte. Mit zwei Ergebnissen unter den ersten Zehn belegen Buhk und Götz den fünften Platz.

In Zahlen ausgedrückte, bedeutet dies einen Rückstand von achtundvierzig Zählern, womit HTP Motorsport zumindest mathematische Chancen hat, in Brandenburg die Tabellenführung zu erobern. Folglich ergibt sich ein Vierkampf zwischen Porsche, Audi, BMW und Mercedes-Benz um die Stirn des Tableaus. Keine Akzente konnten bisher dagegen die Titelverteidiger von Callaway Competition setzen. 

Sowohl Diego Alessi und Patrick Assenheimer als auch Daniel Keilwitz und Andreas Wirth verbuchen derzeit einen Punktestand im einstelligen Berich. „Auf dem Lausitzring wollen wir unsere erste Podiumsplatzierung in diesem Jahr einfahren“, kündigt Teamchef Giovanni Ciccone daher an. „Wir haben die ersten vier Rennen analysiert und können aktuell unter regulären Bedingungen leider nicht um die Poleposition mitkämpfen, aber über die Distanz rechnen wir uns bei hoffentlich trockenen Bedingungen ein gutes Ergebnis aus.“