Genfer Autosalon: Porsche zeigt 919 Hybrid der Öffentlichkeit

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Porsche hat auf dem Genfer Autosalon den 919-Hybrid-Prototyp offiziell vorgestellt. Mark Webber und Timo Bernhard enthüllten den zwittrigen Sportwagen, welcher über zwei verschiedene Systeme zur Energierückgewinnung verfügt. Die Ziele der Zuffenhausener: Ankommen und sich gegenüber der Konkurrenz behaupten.

Am Dienstagmorgen hat Porsche den 919-Hybrid-Prototyp offiziell der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Zuffenhausener Werksfahrer Timo Bernhard und Mark Webber enthüllten LMP1-Rennwagen, welcher seine Probefahrten bis dato lediglich in Tarnfarben absolvierte. „Der 919 Hybrid ist unser schnellstes Forschungslabor und der komplexeste Rennwagen, den Porsche bislang gebaut hat“, porträtiert Vorstandsvorsitzender Matthias Müller den Sportwagen. 

Auf dem Genfer Autosalon präsentierte Porsche schließlich auch technische Einzelheiten des Hybrid-Renners. Bereits im Dezember offenbarte der Weissacher Rennstall, einen Vier-Zylinder-Motor mit zwei Litern Hubraum und Benzin-Direkteinspritzung zu verwenden. Das Aggregat ist ferner mit einer Monoturbo-Aufladung ausgestattet, wobei das Triebwerk annäherungsweise 500 PS leistet – bei maximal 9 000 Umdrehungen pro Minute.

Überdies verfügt der Porsche 919 Hybrid über zwei Systeme zur Energierekuperation. Eine Variante der Rückgewinnung bedient sich eines Elektrogenerators, welcher sich die thermische Abgasenergie zunutze macht und durch den Abgasstrom angetrieben wird. Das zweite System macht von einem Generator an der Vorderachse Gebrauch, der wiederum beim Bremsvorgang Energie zurückgewinnt. Letzteres Verfahren hat Porsche bereits beim 918 Spyder erprobt. 

Innerhalb des Hybridsystems fungieren Lithium-Ionen-Batterien als Energiespeicher. Falls der Pilot die zusätzliche Energie dem Antrieb zuführen will, setzt der Elektromotor die Vorderachse in Bewegung. Folglich fährt der zwittrige Porsche-Bolide temporär mit einem Allradantrieb. „2014 wird in der Sportwagen-Weltmeisterschaft und bei den 24 Stunden von Le Mans nicht der Schnellste gewinnen, sondern derjenige, der mit einer festgelegten Energiemenge am weitesten kommt“, erklärt Müller.

Die alten Fotostrecken sind leider nicht mehr verfügbar.

Porsche bestätigt Gerüchte um LMP1-Fahrertrios

Für den Einstand in der Langstrecken-WM stapelt Porsche zunächst tief. „Binnen zweieinhalb Jahren haben wir die Infrastruktur gebaut, die Mannschaft zusammengestellt und diesen hochkomplexen Rennwagen auf die Räder gestellt“, resümiert Einsatzleiter Fritz Enzinger. „Wir haben größten Respekt vor dem Erfahrungsvorsprung der Konkurrenz. Unsere Zielsetzung im ersten Jahr lautet: Wir wollen Rennen beenden und konkurrenzfähig sein.“ 

Was im Vorfeld bereits an die Öffentlichkeit drang, hat Porsche ebenfalls in Genf publik gemacht: die Konstellation der Fahrertrios. Das Fahrzeug mit der Startnummer 14 pilotierten Romain, Marc Lieb und Neel Jani, während Webber, Bernhard und Brendon Hartley das Schwesterauto mit der Bezifferung 20 bewegen. Somit haben sich die Gerüchte der letzten Wochen und Monate bewahrheitet. 

Ferner wohnten auch Jörg Bergmeister und Patrick Dempsey der Veranstaltung bei, um den modifizierten Porsche 911 RSR für die Le-Mans-Titelverteidigung in der GTE-Pro-Wertung zu präsentieren. In puncto Technik nennt der Stuttgarter Hersteller die üblichen Schlagwarte: „Leichtbau“ und „ausgefeilte Aerodynamik“. Schon zu Saisonbeginn errang Porsche mit dem überarbeiteten Neunelfer den Klassensieg bei den 24 Stunden von Daytona.

Die Fahrerbesatzungen formieren sich aus Jörg Bergmeister, Marco Holzer, Frédéric Makowiecki und Patrick Pilet. Beim Klassiker an der Sarthe verstärken Richard Lietz und Nick Tandy das Porsche-Aufgebot. „Wir haben insgesamt zwanzig Werksfahrer an Bord“, kommentiert Motorsportchef Hartmut Kristen die Saisonplanung. „Außerdem haben wir den RSR erstmals auch in die Hände von Kundenteams gegeben.“