Lookingahead: USCC 2014 – Die GTE-Kategorie

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Als einzige Klasse unangetastet geht die GTE-Kategorie in das neue Jahr und die neue United SportsCar Championship. Die hochgezüchteten Supersportwagen waren immer Stimmungsgarant und sollen diese Rolle auch 2014 erfüllen – wir erläutern in welcher Konstellation.

Sie ist wohl der Publikumsliebling schlechtweg der American Le Mans Series gewesen – die GTE-Klasse, ehemals GT2. Zwischen den von Herstellern unterstützten Teams herrschte nahezu Chancengleichheit. So lieferten sich die derzeit teuersten Gran-Turismo-Rennwagen großartige Duelle bis auf die Zielgeraden. Erst in diesem Jahr kämpften in Laguna Seca nicht weniger als sieben Autos in den letzten Minuten um den Sieg.

Wohl auch deshalb ließ die IMSA das Regelwerk der ACO-Boliden unangetastet. Damit konnten sich die vorhandenen Starter schon frühzeitig auf einen Einsatz im Jahr 2014 einrichten – das Feld bleibt daher so ziemlich unverändert. Allen voran gehen die amtierenden ALMS-Meister: Corvette Racing. Die erfolgreichste US-GT-Mannschaft reist mit demselben Personal zum Saisonbeginn in Daytona, hat aber die neu entwickelte Corvette C7.R im Gepäck, die aktuell schon fleißig getestet wird.

Einem weiteren Durchmarsch des Chevrolet-Renners wird sich wieder Bobby Rahals BMW-Truppe in den Weg stellen. Schon in der abgelaufenen Saison präsentierte er den neuen Z4, der sich von Beginn an als stark erwies, auch wenn es am Ende nicht zur erhofften Meisterschaft reichte. Mit den gewonnen Erkenntnissen kann das Team RLL jedoch voll auf Attacke gehen, während Corvette noch etwas Probezeit braucht, ein möglicher Vorteil. Fahrer wurden noch nicht benannt. Es ist aber gut möglich, dass statt Joey Hand nun Vollzeit John Edwards fährt.

Der Kern kehrt zurück

Allerdings darf man die Rechnung nicht ohne Viper machen. Bill Riley, Ralph Gilles und das SRT-Team überraschten im Jahr 2013 mit der guten Performance ihrer Giftschlange, die sie komplett ohne Erfahrung mit GT-Autos gebaut hatten. Zu Buche stehen ein Sieg auf der Road America sowie mehrere Podestplätze. Piloten hat auch SRT noch nicht benannt, zumindest müssen sie aber Ryan Dalziel ersetzen, der zu Extreme Speed Motorsports in die Prototypen-Reihen geht.

Zahlenmäßig – Stand jetzt – überlegen ist weiterhin Porsche. Ende der ALMS-Saison 2013 wurde bekannt, dass CORE Autosport zwei nagelneue 991 RSR GT3 aus Weissach übernimmt. Eer Einsatz des alten 997 erfolgte also nicht ohne Hintergedanken. Auch in der Porsche-Mannschaft wurden noch keine Piloten benannt, der Kader soll sich aber aus Werksfahrern zusammensetzen, die Zuffenhausener werden dabei wohl auf Patrick Long sowie die zweite Garde rund um Jean-Karl Vernay und Marco Holzer zurück greifen. Auch ein Start von Colin Braun ist nicht ausgeschlossen, der Youngster durfte bereits Ende dieser Saison üben.

Ein dritter 991 kommt vom Team Falken Tire, das damit auch langfristig der GTE-Klasse erhalten bleibt. Als Fahrer kehren Porsche-Pilot Wolf Henzler und Falken-Vertragskutscher Bryan Sellers ans Steuer zurück. Das Duo schaffte erst vor wenigen Wochen einen viel gefeierten Erfolg beim Petit Le Mans, das sie überraschend gewannen.

Europäische Mannschaften mit Interesse

Somit stehen bereits neun Autos fest, die um die Krone für ihre jeweiligen Werke kämpfen werden. Es bleiben also nur noch drei Plätze für Teams, die Meisterschaftsambitionen haben – so viele Autos dürfen garantiert in jedem Rennen an den Start. Zusätzlich sind 19 Autos auf dem VIR, 16 in Long Beach und 14 in Sebring sowie Indianapolis möglich.

Schlange für diese wenigen Saisonstarterplätze stehen aktuell zwei Mannschaften. Giuseppe Risi möchte auch 2014 weiter seinen Ferrari 458 einsetzen, was aber von der Finanzierung nach einem schwierigen Jahr 2013 abhängt. Auch Greg Pickett äußerte bereits seine Ambitionen, zwei GTE-Autos einzusetzen. Gerüchte besagen, dass er mit mehreren GT3-Herstellern Gespräche führt – darunter Bentley und Mercedes-Benz – um denselben Weg wie BMW zu gehen. Ebenso ein ausgereiftes Auto steht noch zur Debatte.

Des Weiteren könnten Fahrzeuge von Gaststartern kommen. Paul Dalla Lana ist die treibende Kraft hinter einem Teilzeitprogramm von Aston Martin für die NAEC-Runden. Teamchef John Gaw reichte dafür schon eine Nennung zum Saisonbeginn in Daytona ein. Auch Amato Ferraris Truppe hat ein Auge auf die USCC-GTE geworfen, was mit einem Engagement von Pecom Racing bei den Prototypen einhergehen würde. AF Corse wäre aber ebenso nur bei ausgewählten Rennen zugegen. Grundsätzliches Interesse zeigte zudem das IndyCar-Team Andretti Autosport. Paul Miller Racing und Alex Job Racing wandern dagegen zu den GT-Daytona ab.

Fassen wir die bestätigten Autos zusammen:

  • Corvette Racing – 2 Corvette C7.R
  • BMW Team RLL – 2 BMW Z4 GTE
  • SRT Motorsports – 2 SRT Viper GTS-R
  • CORE Autosports – 2 Porsche 991 RSR
  • Team Falken Tire – 1 Porsche 991 RSR

Noch an einem Einsatz arbeiten:

  • Muscle Milk Racing – 2 unbekannte GTE-Renner
  • Risi Competizione – 1 Ferrari 458 Italia GTE
  • Aston Martin Racing – 1 Aston Martin Vantage GTE (nur NAEC)

Interesse kommt zudem von:

  • AF Corse – 1 Ferrari 458 Italia GTE (ausgewählte Läufe)
  • Andretti Autosport – aktuell noch ohne Details