Shanghai: Wer macht den Titelsack zu?

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Die Langstrecken-Weltmeisterschaft unter dem FIA-Banner begibt sich für das zweitletzte Rennen des Jahres zum chinesischen Gastspiel. Auf dem Shanghai International Circuit steht noch immer die Meisterschaftsentscheidung zwischen beiden Audi-Besatzungen aus.

Das Motorsportjahr 2013 neigt sich so langsam dem Ende zu, und damit stehen nur noch zwei Rennen der Langstrecken-Weltmeisterschaft aus. Zu Wertungslauf Nummer sieben geht es für die wiederholt 28 Teilnehmer an den Rand der chinesischen Metropole Shanghai. Auf dem gleichnamigen Kurs suchen die Besatzungen weiterhin nach der Vorentscheidung im Kampf um die Tabellenspitze über die normale Distanz von sechs Stunden.

Im Fokus steht dabei das markeninterne Duell der Audi-Besatzungen. Die Herstellerwertung ging bereits am Fuji an die Ingolstädter, dass auch in diesem Jahr ein Pilot im Zeichen der vier Ringe den Fahrertitel holt steht ebenfalls seit einiger Zeit fest. Doch zwischen den Trios der Startnummern eins und zwei ist noch keine Entscheidung gefallen.

Der Vorteil liegt bei Allan McNish, Tom Kristensen und Loïc Duval – den diesjährigen Le-Mans-Siegern –, die die Tabelle seit dem Klassiker an der Sarthe anführen. Im bisherigen Saisonverlauf sammelten sie schon 147 Punkte, doch das reicht rechnerisch noch nicht, um sich auf der sicheren Seite zu wähnen.

Audi mit Nachteilen auf der Strecke

Noch immer können die Gegner aus dem eigenen Stall Marcel Fässler, André Lotterer und Benoît Tréluyer zum Gegenschlag ausholen und mit zwei Siegen das Ruder drehen, sollten die Tabellenführer Pech haben. Derzeit fehlen ihnen 40,75 Punkte, bei noch 52 möglichen Zählern, auch wenn sie in Japan im Nirgendwo landeten, die Kontrahenten aber durch halbe Punktzahlen nur wenig Kapital daraus schlagen konnten.

Auch wenn sie in beiden Wertungen nicht mehr angreifen können, so werden sich auch die Toyota in dieses Duell einschalten – wie jetzt bekannt wurde setzen die Japaner für den Rest des Jahres zwei TS030 ein. Nach ihrem fragwürdigen ersten Saisonsieg beim Heimrennen im Regen wollen sie nun auch unter echten Rennbedingungen den Siegerpokal holen.

Dabei kommt ihnen ein Umstand zugute, den Audi schon im vergangenen Jahr schmerzlich erfahren musste. Einmal mehr stehen dabei die Hybrid-Systeme der beiden konkurrierenden Hersteller im Vordergrund. Während die Oberbayern auf Allrad setzen, werfen die Ostasiaten alle Kraft auf die Hinterachse. Das macht den Wagen beim Beschleunigen zwar instabil, das Reglement erlaubt ihnen aber die volle Power bei jedem Beschleunigungsvorgang.

Den Ingolstädtern steht hingegen der zusätzliche elektrische Vortrieb erst ab 120 Kilometern pro Stunde zur Verfügung – eine Geschwindigkeit, die sie aber in sechs Kurven des Shanghai International Circuit gar nicht erst erreichen. Damit haben die beiden weiß-blauen Prototypen eine realistische Chance, den R18 TDI das Leben schwer zu machen und das Zünglein an der Waage im teaminternen Titelkampf zu werden.