Lookingahead: USCC 2014 – Die Prototypen-Klasse

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In der neuen United SportsCar Championship, die mit den 24 Stunden von Daytona im Jahr 2014 startet, bildet die Prototypen-Kategorie die Topklasse. Wir wagen einen Blick in die Zukunft und zeigen, welche Mannschaften mit von der Partie sind, und welche in Frage kommen.

Mit der neuen Serie „Lookingahead: USCC 2014“ gibt SportsCar-Info einen Ausblick in die kommende, erste United-SportsCar-Championship-Saison. Die höchste Klasse der aus Grand-Am und ALMS fusionierten Langstreckenmeisterschaft bildet die Prototypen-Kategorie (genannt P), bestehend aus Daytona-Prototypen und LMP2. Einige der Teilnehmer der vergangenen Jahre haben sich schon zu einem weiteren Engagement bekannt, andere könnten bald folgen.

Beginnen wir unseren Überblick mit den Meistern der abgelaufenen Grand-Am-Saison von Wayne Taylor Racing. Nachdem zuerst im Jahr 2012 Ricky Taylor in der Mannschaft seines Vaters gemeinsam mit Max Angelelli fuhr, ging 2013 sein Bruder Jordan in der Corvette an den Start – und holte prompt den Titel. Nun verkündete Vater Wayne, dass seine beiden Söhne gemeinsam im teameigenen Auto starten werden. Damit war der gebürtige Südafrikaner auch der Erste, der sich dazu bekannte das etwa 600.000 Dollar teure Upgrade-Paket zu kaufen. Der Einsatz eines zweiten Autos wurde allerdings wieder verworfen.

Ebenso die Titelträger in der Teamwertung Chip Ganassi Racing werden mit von der Partie sein. Dabei setzen die Seriensieger auf bekanntes Material von Riley, allerdings angetrieben von einem Ford-Motor. Neben dem Wagen für Scott Pruett und Memo Rojas ist auch ein zweites Auto für die komplette Saison möglich.

DP-Autos in der Mehrheit

Ein weiterer Daytona-Prototyp kommt von Spirit of Daytona Racing. Teamchef Troy Flis gab bereits bekannt, dass Michael Valiante zur Mannschaft hinzu stoßen wird. Außerdem im Corvette-Lager bleiben wird Action Express Racing, voraussichtlich aber nur noch mit einem Auto. Aus der GT-Klasse aufsteigen wird Marsh Racing nach einem erfolgreichen Jahr 2013 mit der Corvette. Auch im nächsten Jahr bleiben Eric Curran und Boris Said Chevrolet treu. Damit bleibt nach dem Wechsel von Chip Ganassi zu Ford das Team Sahlen die letzte BMW-Truppe – die beiden Autos bleiben unverändert zu dieser Saison.

In der Minderheit werden also die Le-Mans-Prototypen sein. Extreme Speed Motorsports bekannte sich schon Anfang diesen Jahres zur USCC und bleibt diesem Versprechen treu. Dafür verpflichtete Teamchef Scott Sharp den Schotten Ryan Dalziel, der an seiner Seite starten wird, nachdem es keine Fahrerbeschränkungen mehr in der Prototypen-Klasse geben wird. Ed Brown und Johannes van Overbeek bilden das zweite Duo.

Daneben arbeiten andere Mannschaften eifrig an einem Programm für das kommende Jahr. Greg Picketts ALMS-Meistertruppe stellte bereits einen Einsatz in Aussicht, allerdings wurde noch nichts Näheres bekannt gegeben, da auch ein Einsatz in der GT-Klasse vorbereitet wird. Sollte es aber zu einem Engagement kommen, dann mit einem LMP2-Auto.

Weitere ACO-Prototypen könnten von Conquest Endurance und Greaves Motorsports kommen. Conquest-Teamchef Eric Bachelart wollte bereits zum Ende der ALMS-Saison 2013 wieder mit einem kostenreduzierten LMP-Boliden antreten, setzte es aber nicht um. Es hängt also alles von solventen Fahrern ab, die gefunden werden müssen. Schon wahrscheinlicher ist dagegen der Einstieg der englischen Truppe Greaves. Diese steht der Dyson-Familie nahe, die bisher mit einem LMP1 fuhr und auch die USCC bestreiten wollte. Greaves könnte dabei als technischer Dienstleister fungieren.

Zuwachs aus Europa denkbar

Ebenfalls noch nicht gesichert ist das weitere Antreten der Grand-Am-Mannschaften Michael Shank Racing und Bob Stallings Racing. Bei beiden Teams ist die Einschreibung für die zusätzliche North American Endurance Challenge (NAEC) am wahrscheinlichsten, die für vier der zwölf Rennen zählt. Der DeltaWing soll ab 2014 von Kundenmannschaften eingesetzt werden, diese zeigten bislang aber noch kein Interesse am skurrilen Gefährt, da die Konkurrenzfähigkeit unklar ist.

Große Fragezeichen befinden sich dagegen noch hinter dem Einsatz von Starworks und 8 Star Motorsports. Bei beiden Mannschaften ist ein Wechsel in die wesentlich günstigere LMPC-Klasse höchstwahrscheinlich, ein zusätzliches Auto bei den Prototypen dagegen nur Spekulation. Außerdem noch in den Sternen steht das Interesse von Mannschaften, die bisher nicht oder wenig in den Vorgängerchampionaten in Erscheinung getreten sind. Namentlich bekannt sind davon Pecom Racing und DragonSpeed, sowie andere europäische Equipen, die sich noch bedeckt halten.

Die amtierenden LMP2-Meister haben sich hingegen überraschend noch nicht zu einem Programm geäußert. Schon vor der abgelaufenen Saison tat sich Scott Tucker schwer weiterhin seine HPD einzusetzen, allerdings aus Teilnehmermangel – ein Problem, das die USCC nicht kennt. Jedoch steht ein noch unbekanntes Team mit zwei LMP2 in den Startlöchern, es könnte Level 5 Motorsports sein.

Fassen wir also zusammen. Der Einsatz für folgende elf Fahrzeuge ist bislang bestätigt:

  • Wayne Taylor Racing – 1 Corvette DP
  • Chip Ganassi Racing – 1 Riley-Ford (zweites Auto möglich)
  • Spirit of Daytona Racing – 1 Corvette DP
  • Action Express Racing – 1 Corvette DP (zweites Auto möglich)
  • Marsh Racing – 1 Corvette DP
  • Team Sahlen – 2 Riley-BMW
  • Extreme Speed Motorsports – 2 HPD Arx-03b
  • Unbekannte Mannschaft – 2 LMP2-Autos

An einem Einsatz arbeiten aktuell noch:

  • Muscle Milk Racing – 1 LMP2-Auto
  • Greaves Motorsport/Dyson Racing – 1 Zytek-Nissan
  • Conquest Endurance – 1 LMP2-Auto
  • Michael Shank Racing – 1 oder 2 Riley-Ford (nur NAEC möglich)
  • GAINSCO/Bob Stallings Motorsports – 1 Corvette DP (nur NAEC möglich)

Aus dem Reich der Spekulationen sind hingegen noch die Autos von

  • Pecom Racing – 1 LMP2-Auto
  • 8 Star Motorsports – 1 LMP2-Auto
  • Starworks Motorsports – 1 LMP2-Auto
  • DragonSpeed – 1 LMP2-Auto

Damit könnte die Prototypen-Klasse ihr Limit von 19 Autos locker erreichen, außerdem darf noch ein zusätzliches Auto in Sebring, Laguna Seca, Long Beach, Detroit und Indianapolis ins Grid rollen.