Grasser Racing: Glückloser Gastauftritt in Spielberg

Nach elfmonatiger Abwesenheit startete Grasser Racing wieder in der deutschen GT-Serie. Das Fazit nach dem Gastauftritt im heimischen Spielberg: Mittlerweile fahre der Lamborghini Gallardo mit dem Yokohama-Einheitsreifen konkurrenzfähige Rundenzeiten. Jedoch blieb die Mannschaft im Rennen glücklos.

Nach elfmonatiger Abwesenheit startete Grasser Racing wieder in der deutschen GT-Serie. Das Fazit nach dem Gastauftritt im heimischen Spielberg: Mittlerweile fahre der Lamborghini Gallardo mit dem Yokohama-Einheitsreifen konkurrenzfähige Rundenzeiten. Jedoch blieb die Mannschaft im Rennen glücklos.

Noch kein Jahr ist vergangen, seitdem Grasser Racing seinen Ausstieg aus dem GT-Masters-Championat prononcierte. Doch zugleich beteuerte der Rennstall aus dem österreichischen Knittelfeld, der deutschen GT-Meisterschaft nicht den Rücken zu kehren. Die Mannschaft um Gottfried Grasser hielt ihr Versprechen und absolvierte beim Heimspiel auf dem ehemaligen Österreichring einen Gaststart mit zwei Lamborghini-Rennern. 

Die zentrale Frage, welche sich für die Grasser-Truppe bereits im Vorfeld stellte: Inwieweit beeinträchtig die Problematik der Yokohama-Einheitsreifen nach wie vor die Erfolgschancen? „Der Lamborghini scheint nun im ADAC GT Masters recht gut zu funktionieren – zumindest bei den Temperaturen an diesem Wochenende. Darüber bin ich sehr glücklich“, bilanzierte Teamchef Grasser schließlich am Sonntagnachmittag. 

Allerdings war die Lamborghini-Equipe auf dem Alpenkurs nahe Zeltweg und Spielberg nicht in der Lage, die verbesserte Ausgangslage in Resultate umzusetzen. Obwohl die Besatzung Harald Proczyk und Gerhard Tweraser beim Zeitfahren im Training sowie in der Qualifikation der Vorstoß unter die besten Zehn glückte, war dem Gallardo-Duo das Rennglück nicht hold. Weder am Samstag, noch am Sonntag erreichten Proczyk und Tweraser das Ziel. 

Zwei Durchfahrtsstrafen für Proczyk und Tweraser

Im ersten Durchgang nahm Proczyk das Gefecht von Rang neun in Angriff, touchierte in der ersten Kurve jedoch einen BMW-Mitstreiter. Obendrein musste der Österreicher in einem der folgenden Umläufe in die Auslaufzone ausweichen. In den Augen der Rennkommissare verschaffte sich der Lamborghini-Pilot auf diese Weise einen Vorteil, weshalb Proczyk und Tweraser mit einer Durchfahrtsstrafe belegte wurden. 

Sodann unterlief dem Grasser-Gespann beim obligatorischen Boxenstopp ein Lapsus, welchen die Rennleitung abermals mit einer Durchfahrtsstrafe ahndete: Tweraser unterschritt die im Reglement vorgesehen Mindestdauer beim Pflichthalt. Daraufhin fasste Grasser Racing den Entschluss, das Rennen vorzeitig zu beenden. Am Folgetag lieferten Proczyk und Tweraser bereits im Warm-up eine verheißungsvolle Leistung ab: Platz vier mit nur einer halben Sekunde Rückstand auf den Sitzungsschnellsten. 

Die Verbesserungen am Setup regten Hoffnungen, auch im Rennen einen Achtungserfolg erzielen zu können. Aber den Grasser-Schützlingen haftete das Pech an den Reifen. Anfangsfahrer Tweraser kollidierte in der tumultuarischen Startphase mit einem Konkurrenten, wobei die Hinterachse beschädigt wurde. Wenige Umrundungen später brach schließlich die Radnabe, weshalb Tweraser letztendlich ohne Eigenverschuldung ins Kiesbett abflog.

„Hoffe, wir haben Pech für diese Saison aufgebraucht“

Somit musste das Pilotenduo Proczyk und Tweraser abermalig die Segel streichen. „Der Ausfall von Hari und Gerhard war sehr schade“, resümiert Grasser die Darbietung seiner Fahrer. „Ich glaube, die beiden hätten heute die Chance auf ein richtig gutes Ergebnis gehabt.“ Für den Kopf des Ensembles höchstselbst verlief das Rennwochenende wiederum zwiegespalten. Nach einem technischem Defekt am Samstag errang Grasser im zweiten Wertungslauf den dritten Platz der Herrenfahrerwertung.

Zuvor hatten Grasser und sein Stallgefährte Bernhard Auringer die Startpositionen 20 und 17 für die beiden Ein-Stunden-Rennen herausgefahren. Startfahrer Grasser wählte schließlich eine offensive Herangehensweise im ersten Lauf und übergab das Steuer an elfter Stelle. Für Auringer endete die Fahrt jedoch jählings. Der Lamborghini-Autler musste sein Arbeitsgerät mit Schaltproblemen am Streckenrand parken. 

Am Sonntag erwischte Auringer wiederum einen guten Start, wurde allerdings anschließend mit einem Porsche-Neunelfer in eine Kollision verwickelt. „Ich hatte einen sehr guten Start, was mich sehr gewundert hat, denn es war mein erster Start seit 2006“, rapportierte Auringer nach dem Rennen. „In der Rauch-Kurve hatte ich dann einen Kontakt mit einem Porsche, und es kam zu einem Dreher. Dadurch lag ich weit zurück, konnte aber viele freie Runden fahren und das brauche ich einfach, denn ich bin am Freitag erstmals in das Auto eingestiegen.“

Letzten Endes kämpfte sich Auringer noch auf Position 16 im Gesamtklassement. Nichtsdestoweniger zieht Grasser ein positive Bilanz. „Ich hoffe, wir haben das Pech für diese Saison an diesem Wochenende aufgebraucht“, scherzt der Österreicher. „Trotzdem bin ich mit dem Wochenende zufrieden, weil es uns gelungen ist, erstmals mit Yokohama-Reifen auf einem Lamborghini Topzeiten zu fahren.“


Kommentare

Schreibe einen Kommentar