Manthey-Racing: Siebenter Platz für Grün-Gelb

Der grün-gelbe Porsche GT3 RSR kam beim 24-Stunden-Rennen in den Händen von Marc Lieb, Timo Bernhard, Romain Dumas und Lucas Luhr auf dem siebenten Rang ins Ziel. Fans und Fachwelt hatten vom Manthey-Seriensieger zwar mehr erwartet, aber bei den Bedingungen war wohl nicht mehr drin.

Der grün-gelbe Porsche GT3 RSR kam beim 24-Stunden-Rennen in den Händen von Marc Lieb, Timo Bernhard, Romain Dumas und Lucas Luhr auf dem siebenten Rang ins Ziel. Fans und Fachwelt hatten vom Manthey-Seriensieger zwar mehr erwartet, aber bei den Bedingungen war wohl nicht mehr drin.

SP7-Klassensieger und bester Porsche: Mehr war für die Meuspather Truppe mit dem „Dicken“ am Ring diesmal nicht drin. Auch der in der Klasse SP9 angetretene Porsche GT3 R mit Marco Holzer, Jörg Bergmeister, Richard Lietz und Nick Tandy blieb hinter den Erwartungen zurück. Nach einer Reparatur am Antriebsstrang im zweiten Rennabschnitt verlor der ebenfalls in grün-gelb beklebte Elfer zwei Runden. Am Ende erreichte das Quartett Rang elf.

Dabei sah es zeitweise gar nicht so schlecht für die Zuffenhausener Ring-Abordnung aus. In den Abendstunden, kurz bevor das Rennen witterungsbedingt abgebrochen wurde, hasteten die beiden Elfer im Paarflug auf den Rängen zwei und drei durch den Eifel-Wald und hatten die Verfolgung des führenden Aston-Martin-Boliden aufgenommen. Die Jagd wurde durch den Rennabbruch um 22.44 Uhr und die folgende fast zehnstündige Pause jäh unterbrochen.

„Es war schön, vor der Unterbrechung so weit vorne zu liegen. Dank einer guten Strategie hatten wir nämlich einen Boxenstopp eingespart. Die Entscheidung, das Rennen zu unterbrechen war dennoch richtig“, sagte Werksfahrer Bernhard und auch sein Kollege Lieb bescheinigte der Rennleitung ein gutes Händchen: „Eine absolut richtige Entscheidung der Rennleitung, denn die Grip- und Sichtverhältnisse waren zu diesem Zeitpunkt mehr als grenzwertig.“

Nach dem Neustart am Montagmorgen fielen die beiden Heckmotor-Sportler sukzessive zurück. Bernhard beschrieb die Problematik: „Leider hatten wir in dieser Phase nur wenig Glück mit der Reifenwahl. Es ist schneller abgetrocknet, als wir es erwartet hatten.“ Zudem wurde das Rennen in der Pause neutralisiert und anders als in der Vergangenheit, wurden die beiden Rennhälften nicht addiert. So war die gute Leistung vom Sonntag faktisch wertlos.

Zwar lief der „Dicke“ das gesamte Rennen störungsfrei, aber am Ende war für den GTE-Rennwagen nicht mehr als Platz sieben zu holen. „Mit etwas mehr Glück hätten wir vielleicht etwas weiter vorne landen können, aber ein Podiumsplatz war bei diesen extremem Witterungsbedingungen nicht möglich“, resümierte Dumas.

Defekthexe erwischt kleinen Dicken

Das zweite Ass in Mantheys Ärmel, der GT3 R, wurde gar vom Defektteufel heimgesucht. Mit einem Getriebeproblem verloren Holzer, Tandy, Lietz, Bergmeister wertvolle Zeit in der Box. Der Brite Tandy dazu: „Die Mechaniker haben sensationell schnell gearbeitet. Dennoch haben wir mehr als zwei Runden verloren. Wirklich schade, denn vor dem Abbruch konnten wir um das Podium kämpfen.“

Teamchef Olaf Manthey fand nach dem Rennen deutliche Worte: „Da gibt es nichts zu beschönigen – wir waren im Regen einfach grottenschlecht sortiert. Ohne Wenn und Aber müssen wir feststellen, dass wir eine Klatsche eingefangen haben. In den sehr kurzen trockenen Passagen konnten wir verloren gegangenes Terrain nicht wieder gut machen. Wir hatten uns nur über die volle Distanz eine kleine Chance ausgerechnet. Die Fahrer als auch meine Boxenmannschaft haben wirklich alles gegeben, doch mehr war dieses Mal einfach nicht drin!“

Am Ende fehlte es dem RSR wohl schlicht und ergreifend an Nordschleifen-Kilometern. Nur zwei VLN-Rennen im Vorfeld des Langstrecken-Klassikers, einer davon bei widrigen Wetterbedingungen, reichten nicht, um den GTE-Rennwagen adäquat an die Eifel-Rennstrecke anzupassen. Gerade im Regen hatten nicht wenige mehr von dem mit viel Abtrieb gesegneten Renner erwartet. Drei Werksfahrer plus Luhr. An den Fahrern lag es nicht. Die Viererbande wurde im Vorfeld von der gesamten Fachwelt zurecht hoch eingeschätzt. Immerhin können alle vier auf etliche Rennerfolge in der Grünen Hölle zurückblicken.

Für die restlichen VLN-Läufe gibt sich Manthey angriffslustig: „Unser Ziel ist es, unseren treuen Partnern und Fans mit der einen oder anderen Podiumsplatzierung Dank zu sagen. Und natürlich wollen wir allen zeigen, dass wir uns nach dem historisch kurzen Regenrennen neu motivieren können, um bald wieder ganz vorne ein Wörtchen mitzureden.“

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Manthey-Kunden zufrieden

Neben den beiden Werks-Elfern betreute Mantheys Equipe drei weitere Sportwagen aus Zuffenhausen. Georg Weiss, Michael Jacobs, Oliver Kainz und Jochen Krumbach kamen im Wochenspiegel-RSR auf Rang 13 im Gesamtklassement und Zweiter in der Klasse SP7 ins Ziel. „Das war eines der härtesten 24-Stunden-Rennen, die ich jemals gefahren bin“, so Weiss. „Wir können richtig stolz sein, dass wir als reine Amateure im Gesamtklassement so weit nach vorn gefahren sind. Ein großer Dank an unsere Jungs in der Box – die haben wieder alles gegeben!“

Wie die Werksfahrer im grün-gelben RSR haderte auch die Wochenspiegel-Mannschaft mit der Abstimmung im Regen. „Dass es am Ende nicht zu einer noch bessern Platzierung gereicht hat, hängt vor allem damit zusammen, dass wir im Regen die Power reifenbedingt nicht ausspielen konnten“, erklärte Jacobs. „Trotzdem sind wir alle happy, denn unser Ziel war ein Platz in den Top-Zwanzig – und das ist uns gelungen.“

Der GT3 R mit Otto Klohs, Jens Richter, Marco Schelp und Harald Schlotter lief bei der Premiere des Quartetts auf Rang 62 im Ziel ein. Zweimal rutschte der Renn-Elfer von der Strecke. Davon ließen sich die Vier freilich nicht aufhalten.

Pech hatte hingegen die Pinta-Besatzung. Neben den beiden Stammfahrern Michael Illbruck und Robert Renauer durften die beiden Porsche-Junioren Klaus Bachler und Michael Christensen ins Lenkrad des grün-weißen Sportlers greifen. Ein Fahrfehler von Bachler beendete die Hoffnung auf eine Zielankunft. „Es ist meine Schuld, und es tut mir wahnsinnig leid! Ich bin zwar nicht heftig eingeschlagen, doch an ein Weiterfahren ist nicht zu denken“, sagte der Junior sichtlich geknickt. Illbruck fand dennoch Trost für seinen jungen Partner: „Das war eine atmosphärisch tolle Woche! Beide Junioren haben auf dem R einen tollen Job abgeliefert! Zudem hat Manthey den Elfer super vorbereitet!“


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