VLN: Stimmen nach dem ADAC-ACAS-H&R-Cup

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In Ermangelung weiterer Testmöglichkeiten hatte sich am Samstag ein formidables Starterfeld in der Eifel eingefunden. Es war Eng. Zusätzlich spielte der Wettergott den Protagonisten einen Streich und bot alle negativen Einflüssen, die für ein Rennen vorstellbar sind. SportsCar-Info hat zusammengetragen, was die Beteiligten zum Nebelrennen sagten.

Der Sieg beim zweiten gefahrenen VLN-Lauf ging an Marcel Fässler und Frank Stippler im Phonix-Audi. Dementsprechend zufrieden äußerte sich Phonix-Team-Chef Ernst Moser: „Ein Sieg zum Debüt von G-Drive Racing by Phoenix gegen starke Konkurrenz, alle drei Audi R8 LMS ultra unbeschadet im Ziel sowie eine fehlerfreie Leistung unserer Fahrer und auch des Teams, und das bei schwierigen Witterungsbedingungen – das war eine gelungene Generalprobe für die 24-Stunden-Nürburgring“

„Das Rennen ist für uns perfekt gelaufen“, fügte Frank Stippler hinzu. „Neben dem Speed war heute vor allem die Strategie entscheidend – und hier hat alles gepasst. Wir sind beide konstante Zeiten gefahren. Am Ende war vielleicht auch etwas Glück dabei.“

Dirk Adorf, Zweiter im Schubert-BMW: „Die Witterungsbedingungen beim Start waren ohne Zweifel kritisch. Aber alle haben sich sehr diszipliniert verhalten, sodass es nicht zu größeren Zwischenfällen gekommen ist.“ Sein Teamkollege Martin Tomzyk weiter: „Ich hoffe, dass es für uns in drei Wochen ähnlich gut läuft. Trotz des Wetters war es für uns ein tolles Wochenende, denn wir konnten mit dem Setup unseres Z4 GT3 auch auf nasser Piste arbeiten. Ich habe mich in der VLN erneut sehr wohl gefühlt und freue mich jetzt riesig auf das 24-Stunden-Rennen.“

Marco Seefried wurde Dritter im Timbuli-Porsche: „So ein Rennen erlebt man nicht alle Tage. Der Nebel war so heftig, dass man die eigene Hand vor Augen nicht sehen konnte. Unsere Ausgangsposition war nach einem missglückten Qualifying alles andere als optimal. Dass beim Start des Rennens alles so diszipliniert und ohne Komplikationen verlief, hätte ich nicht erwartet.“

„Das war heute von allen drei Fahrern eine sehr starke Leistung“, fügte sein Mitstreiter Pierre Kaffer hinzu. „Natürlich musste ich mich zunächst etwas an Fahrzeug und Reifen gewöhnen. Das ist mir dann aber vor allem im Rennen sehr gut gelungen, sodass ich meinen Reifensatz optimal nutzen konnte.“

Steve Jans fuhr seine ersten Nordschleifen-Runden mit einem 450 PS starken Cup-Porsche im Regen: „Man hat wirklich nichts gesehen – ich habe mich komplett auf mein Gefühl verlassen“, beschreibt der 24-Jährige seine Anfangsrunde. „Das Feld ist aber sehr diszipliniert gefahren, deswegen gab es in der ersten Kurve keine Kollisionen. Ich war positiv überrascht, wie gut ich von Beginn an attackieren konnte.“ Kurz vor Rennende wurde der Cup-Elfer aus dem Hause Black Falcon in eine Kollision verwickelt und konnte das Rennen nicht beenden. „Das ist extrem bitter“, so Jans. „Wir haben keinen Fehler gemacht und waren auf dem besten Weg, ein sensationelles Ergebnis einzufahren.“

Aston-Martin-Werksfahrer Stefan Mücke: „Das war für uns eine gute Probe und Vorbereitung auf das 24-Stunden-Rennen in drei Wochen auf der Nordschleife. Wir haben viele Erfahrungen sammeln können, auch mit dem Wetter von 27 Grad am Freitag auf zwei Grad mit Graupelschauer am Samstag im Qualifying bis hin zur abtrocknenden Strecke im Rennen am Samstag. Wir waren von Platz zwölf gestartet und konnten uns dann zum Rennende hin auf der immer trockeneren Strecke weiter nach vorn arbeiten. Das neue Fahrwerk von Bilstein passt sehr gut zum Vantage.“

Wolfgang Weber, Norbert Bermes und Rickard Nilsson fuhren im Avia-Racing-Aston-Martin beriets den zweiten Klassensieg in der Klasse SP10 ein. „Ein riesiger Erfolg, mit dem wir angesichts der problematischen Einstufung wirklich nicht gerechnet haben“, so Teamchef Matthias Holle, während Nilsson ergänzte: „Das Rennen war ein hartes Stück Arbeit und bei dem Wetter eine richtige Rutschpartie. Aber wir haben alles richtig gemacht und erneut gesiegt.“

Stephan Hauke, Mathol Racing: „Bei unglaublich schwierigen Verhältnissen haben unsere Fahrer die Nerven bewahrt und einen genialen Job gemacht. Mein Dank gilt vor allem Matthias Holle und dem Team Mathol Racing. Ohne das perfekte Teamwork wäre ein solches Ergebnis niemals möglich gewesen.“

Auch die Schulze-Truppe nutzte die Chance zum letzten Test unter Rennbedingungen vor dem Saison-Höhepunkt auf der Nordschleife. „Beim Start hat man kaum die Hand vor Augen gesehen. Das war schwierig, insgesamt bin ich aber trotzdem sehr ordentlich zurechtgekommen“, so Startfahrer Tobias Schulze. „Wie schon beim Saisonauftakt stand für uns die Testarbeit im Mittelpunkt. Wir haben das Rennen erfolgreich beendet und den Nissan ohne Blessuren über die Distanz gebracht“, resümierte Teamchef Wolfram Schulze.

Christian Bracke, Black-Falcon-Mercedes: „Als wir merkten, dass es trocken wurde, konnte ich angasen. Unsere Performance besserte sich dann kontinuierlich. Ich habe mich im SLS sehr wohlgefühlt und konnte das Tempo der Konkurrenz mitgehen“

Die beiden Ferrari F458 von GT Corse blieben hingegen in der Box. Teamchef Danny Pfeil erklärt: „Nach dem Zeittraining haben wir uns dazu entschieden, unsere beiden blauen Ferrari 458 aus Sicherheitsgründen nicht ins Rennen zu schicken. Bei strömendem Regen und Temperaturen nahe der Null-Grad-Marke haben GT-Fahrzeuge meiner Meinung nach nichts auf der Strecke zu suchen. Zu diesem Entschluss bin ich nach rund 30 Jahren Motorsport gekommen. Unsere Fahrer wollen Motorsport mit Freude ausüben. Wir haben unseren Piloten versprochen, sie dabei sicher zu begleiten. Bei diesem Wetter können wir dieses Versprechen nicht halten. Stattdessen rücken wir nun nächste Woche noch einmal zu Testfahrten aus, um optimal vorbereitet ins 24-Stunden-Rennen zu gehen.“