Schubert Motorsport zementierte beim VLN-Auftakt seine Favoritenstellung auf der Nordschleife: Laufsieg und Bronze. Doch die BMW-Equipe erbrachte keine fehlerlose Darbietung und profitierte von einem Zwischenfall bei Frikadelli. Unterdessen hievte sich Timbuli in den Kreis der Spitzenmannschaften.
Freilich war es keine makellose Vorstellung, welche Schubert Motorsport am Fuße der Nürburg bot. Doch in der Endabrechnung zählt die Platzierung auf dem Tableau: Die BMW-Delegation reklamierte bei der 38. Auflage des DMV-Vier-Stunden-Rennens die Siegertrophäe letzten Endes für sich. Die Namensvetter Jörg und Dirk Müller sowie ihr brasilianischer Kollege Augusto Farfus platzierten sich bei der Podiumszeremonie schließlich auf der mittleren Stufe des Stockerls.
Obendrein rundeten die Stallgefährten Martin Tomczyk, Claudia Hürtgen und Jens Klingmann das Resultat für den Rennstall aus Oschersleben ab und hängten sich die Bronzemedaille um. „Zwei Jahre nach meinem Sieg beim 24-Stunden-Rennen auf die Nordschleife zurückzukehren und dann gleich wieder zu gewinnen, ist einfach großartig. Der BMW Z4 GT3 ist ein fantastisches Auto“, jubiliert Dirk Müller nach dem Erfolg beim vertagten Auftakt der VLN-Langstreckenmeisterschaft.
Schubert als Nutznießer des Frikadelli-Dilemmas
Dabei verlor das BMW-Ensemble fallweise den roten Faden in der Vulkaneifel, der Triumphmarsch geriet hie und da ins Schlingern. Als das spätere Siegerauto mit einem Schaden am rechten Hinterreifen an die Box humpelte, schwante der Mannschaft bereits, die Führungsrolle fahrlässig aus der Hand gegeben zu haben. Obendrein unterlief ein Fauxpas beim Pneuwechsel am Schwesterfahrzeug: die Mechaniker zogen die falschen Gummis auf.
Darum mussten Tomczyk, Hürtgen und Klingmann einen zusätzlichen Halt einlegen. „Wir hatten bei beiden Autos einen unplanmäßigen Boxenstopp. Trotzdem noch den Sieg und den dritten Platz erreicht zu haben, ist großartig“, bilanziert Teamchef Stefan Wendl. Doch Schubert Motorsport profitierte insbesondere von einem Intermezzo bei der Konkurrenz. Das Friakdelli-Trio Sabine Schmitz, Klaus Abbelen und Patrick Huisman konkurrierte stets auf Augenhöhe mit der BMW-Abordnung – Startfahrer Huisman dominierte gar die Anfangsphase und erarbeitete sich einen Vorsprung von einer halben Minute.
Doch der Husarenritt endete jählings, als Abbelen während seiner Schicht ohne eigenes Zutun mit einem Cup-Porsche karambolierte. Der Fleischfabrikant strandete daraufhin im Kiesbett des Grand-Prix-Kurses. Dabei brach die Hinterachse des Neunelfers, weshalb sich Abbelen nicht mehr aus der Auslaufzone befreien konnte. Auf dieses Weise wurde jedoch das Schubert-Gespann wieder in Front gespült.
Die alten Fotostrecken sind leider nicht mehr verfügbar.
Im innerbetrieblichen Duell behaupteten sich schließlich Müller, Müller und Farfus und überquerten die Ziellinie als Laufsieger. „Wir waren an diesem Wochenende sehr gut aufgestellt“, resümiert Jörg Müller den Rennsamstag der VLN-Langstreckenmeisterschaft. „Der BMW Z4 GT3 ist super gelaufen, an den Boxen hat alles geklappt, die Michelin-Reifen funktionieren gut, und auch unsere Fahrerpaarung war exzellent. Ich bin mehr als zufrieden.
Timbuli manövriert sich in den Favoritenzirkel
Indes wähnte sich Schubert Motorsport bereits als Doppelsieger des Aufgalopps in der Eifel, doch Timbuli Racing legte in der Schlussphase nochmals ein Brikett auf. Noch beim Anbruch des finalen Umlaufes rangierten Christopher Brück und Jap van Lagen an dritter Stelle, aber mit Sieben-Meilen-Stiefeln verkürzten die Porsche-Piloten den Abstand zur zweitplatzierten BMW-Truppe und erstürmten schließlich im Endspurt den Silberrang.
Damit hat die Rinaldi-Mannschaft ihre selbst gesteckten Ziele übertroffen. „Unser Ziel war es, durchzukommen und mit dem neuen GT3-R Erfahrungen zu sammeln“, gesteht Brück im Nachhinein. „Platz zwei ist ein fantastischer Einstand in mein neues Team, das einen sehr guten Job gemacht hat. Ich konnte zu jedem Zeitpunkt pushen und angreifen.“ Obendrein rundeten die Kollegen Norbert Siedler und Marco Seefried das Resultat ab und erzielten den vierten Rang.
Überdies hievt sich der Timbuli-Rennstall mit diesem Erfolg zu Saisonbeginn in den Kreis der Favoriten. Zumal Pierre Kaffer und Marc Hennerici am vergangenen Wochenende fehlten, da die Timbuli-Schützlinge im internationalen Geschäft tätig waren. „Das gesamte Team hat einen perfekten Job gemacht, und wir sind nun zuversichtlich, dass wir auch künftig ein Wörtchen an der Spitze mitreden können“, deklariert Brück als neue Ambition. Die zweite Schubert-Besatzung musste derweil mit dem dritten Platz vorliebnehmen. Tomczyk, Hürtgen und Klingmann kraxelten letzten Endes auf die unterste Podeststufe.
Der Verlust des zweiten Ranges kann die Freude im Hause Schubert und deren Fahren allerdings nicht trüben. „Das Auto macht einfach Laune“, rapportiert Tomczyk nach dem Gefecht. „Das Rennen mit beiden Fahrzeugen auf dem Podium zu beenden, war ein super Einstand. Ich mag auch die Atmosphäre der VLN sehr – hier ist die Basis des Motorsports.“ Klingmann ergänzt wiederum „Das war ein guter Einstand, wir scheinen als Team gut aufgestellt zu sein. Leider hat es für unser Auto nicht ganz zum Sieg gereicht, obwohl er drin gewesen wäre.“
Hinfort müssen sich die Akteure der VLN-Langstreckenmeisterschaft neuerlich zwei Wochen gedulden, ehe am letzten Aprilwochenende der Startschuss zum zweiten VLN-Wertungslauf fällt. Der 55. ADAC-ACAS-H&R-Cup bietet der Nordschleifen-Gemeinde zudem die letzte Möglichkeit, sich auf das 24-Stunden-Rennen an Pfingsten vorzubereiten. Einerseits garantiert diese Gegebenheit, ein gefülltes Teilnehmerfeld; andererseits dien das Resultat als weiterer Indikator für das Kräfteverhältnis beim Eifel-Klassiker.

Schreibe einen Kommentar
Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar abzugeben.