Monza: Sieg für die Roten im Ferrari-Land

Kessel Racing holte den Sieg beim ersten BES-Lauf in Monza. Daniel Zampieri, César Ramos und Davide Rigon schenkten den Tifosi einen Ferrari-Heimsieg im königlichen Park von Monza. Silber und Bronze gingen unterdessen an die McLaren-Fraktion.

Kessel Racing holte den Sieg beim ersten BES-Lauf in Monza. Daniel Zampieri, César Ramos und Davide Rigon schenkten den Tifosi einen Ferrari-Heimsieg im königlichen Park von Monza. Silber und Bronze gingen unterdessen an die McLaren-Fraktion.

Was ein furioses Finale in Monza: Zampieri hatte mit einer starken Fahrt den Sieg in trockene Tücher gepackt. Die Ferrari-Truppe hatte den Spitzenplatz nach der ersten Runde des BES-Auftaktes der Boxenstopps übernommen und bis ins Ziel verteidigt. Auch Platz zwei war für ART-McLaren mit dem Trio Antoine Leclerc, Andy Sou?ek, Mike Parisy, zwar mit 18 Sekunden Rückstand, eine klare Sache.

Was sich aber dahinter in den letzten Runden abspielte, war dramatisch. Adam Caroll setze mit seinem Gulf-McLaren den vor ihm fahrenden WRT-Audi-Fahrer Edward Sandström konstant unter Druck. Es ging Tür an Tür durch die Parabolica und über die lange Start-Ziel-Gerade. Der Brite sah sich seinerseits zeitweise auch noch Angriffen von Andrea Bertolini im AF-Corse-Ferrari ausgesetzt.

Der Italiener konnte die Gangart aber nicht bis ins Ziel mitgehen. In der letzten Runde schaffte es Caroll, sich neben Sandström und mehrere zu überrundende Wagen zu setzen und schob seine Nase eine Wimpernschlag von zwei Hundertstelsekunden früher über die Ziellinie. Dritter Platz für Caroll, Rob Bell und Nico Verdonck.

Nissan und McLaren anfangs vorneweg

Die Startphase gehörte JRM-Nissan und MRS-Racing-McLaren. Philipp Eng trickste im McLaren die vor ihm fahrenden beim Start aus und zog innen am Polesetter Alessandro Pier Guidi Ferrari vorbei und hatte nach der ersten Kurve die Führung inne. Alex Buncombe nutzte auf der Außenseite die Konfusion beim Start und schoss vom sechsten auf den zweiten Platz vor.

In der Folge jagte Buncombe Eng über den Hochgeschwindigkeitskurs von Monza und das Duo hatte schnell einen respektablen Abstand zum Verfolgerfeld. Der hochbeinige Nissan war auf der Bremse sichtbar stärker als die in den Kurven bessere, filigrane Briten-Flunder. Nach gut einer halben Stunde war Eng fällig. Nach unzähligen Angriffen aus dem Windschatten hatte Buncombe am Ende der Start-Ziel-Gerade endlich das bessere Ende für sich und zog am Österreicher vorbei.

Die flotte Fahrweise des Briten forderte aber ihren Tribut. Drei Minuten vor Ablauf der ersten Rennstunde musste der Nissan die Box ansteuern, um Treibstoff nachzufassen. Bei drei Stunden  Fahrzeit war klar, dass am Ende ein zusätzlicher Stopp von Nöten sein würde. Für MRS Racing entwickelte sich der erste Stopp sogar zum Fiasko. Unendliche Minuten vergingen, als sich der McLaren nach Fahrerwechsel und Betankung nicht mehr in Bewegung setzen ließ. Beide Teams waren demnach aus dem Kampf um den Sieg.

Marc Hennerici erlebte den ersten Stopp erst gar nicht. Vielversprechend aus der ersten Reihe gestartet, hielt sich der ProSpeed-Pilot aus allen Scherereien heraus, fiel aber einige Plätze zurück. In Runde 53 dann der Schock: Der Porsche stand im Kiesbett, Weiterfahrt unmöglich. Hennerici gab zu Protokoll, etwas an der Aufhängung sei gebrochen und der Porsche nicht steuerbar gewesen.

Ferrari-Siege auch in den anderen Klassen: AF Corse sicherte sich den Sieg mit Andrea Bertolini, Louis Macchiels und Niek Homersson im Pro-Am-Cup. In der Gentlemens-Trophy ging der Sieg an Sofrev ASP mit Jean-Luc Beaubelique, Jean-Luc Blanchemain und Patrice Gouslard.


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