FIA-GT-Serie: 26 Starter für Nogaro

Die wiederbelebte FIA-GT-Serie startet am Osterwochenende in ihre erste Saison. 26 Rennwagen, verteilt auf acht Hersteller und 16 Teams, werden die beiden Sprintrennen in Südwest-Frankreich angehen. SportsCar-Info wirft einen Blick auf das Starterfeld und wagt einen Ausblick auf die weitere Saison.

Die wiederbelebte FIA-GT-Serie startet am Osterwochenende in ihre erste Saison. 26 Rennwagen, verteilt auf acht Hersteller und 16 Teams, werden die beiden Sprintrennen in Südwest-Frankreich angehen. SportsCar-Info wirft einen Blick auf das Starterfeld und wagt einen Ausblick auf die weitere Saison.

Immer wieder Stéphane Ratel. Von Rückschlägen oder Unkenrufen lässt sich der Zampano des GT-Sports nicht unterkriegen. Auch nach dem Scheitern „seiner“ GT-Weltmeisterschaft tüftelt er weiter an Konzepten, wie man möglichst weltumspannend GT-Rennen veranstalten kann. Die Lösung scheint im Falle der neuen FIA-GT-Serie denkbar einfach. Man werfe den Ballast in Form des Weltmeister-Titels inklusive der immensen Kosten über Bord und führe das Konzept, beschränkt auf den europäischen Kontinent mit einem „Vielleicht-Irgendwo-Übersee-Event“ als Saisonabschluss weiter.

Das Ganze scheint zu funktionieren. Ratel und seine Mannen haben natürlich noch weitere Stellschrauben gedreht und sind auf die Wünsche der Teams eingegangen. So wurde die ungeliebte „zwei-Teams-und-vier-Wagen-je-Hersteller“-Regel verworfen, und es wurden Gaststarts für einzelne Rennen gestattet. Ein wesentlicher Baustein des neuen Erfolgsmodells ist aber ohne Frage das TV-Modell der neuen Serie. Vor allem hierzulande, wo man die GT-Sprintrennen zukünftig im Vorprogramm der RTL-Formel-1-Sendung bewundern kann.

Ein Feld aus 26 GT3-Rennwagen zum Saisonauftakt in Nogaro bestätigt nun auch die Bemühungen der SRO als Veranstalter. Allerdings sollte man nicht vergessen, dass hier auch die Gaststarter berücksichtigt sind. Mit einer offiziellen Saisonstarterliste hält man sich nach wie vor bedeckt. In der Starterliste auf unserer Seite haben wir versucht aufzuschlüsseln, welche Teams nur in Nogaro starten werden. Demnach ergäbe sich derzeit ein fester Stamm von 22 Rennställen, die über die gesamte Saison antreten werden. Allerdings hofft man bei der SRO noch auf einige Nachzügler, wie ProSpeed, Reiter Engineering, Young Driver AMR oder einen zweiten Vita4One-BMW.

Wer sind die Favoriten?

Die amtierenden Weltmeister von Münnich Motorsport haben dem GT-Sport abgeschworen und sind in die Tourenwagen-Weltmeisterschaft abgewandert. Die Tankstopp-Gurus von Hexis Racing werden sich zukünftig auf die Langstrecken-Rennen der Blancpain-Serie konzentrieren. Aber alte und neue Teams gehen mit vielversprechenden Fahrerpaarungen in die Saison.

Die Nummer eins wird bei der Premiere am kommenden Wochenende einen Mercedes-Flügeltürer der HTP-Gravity-Charouz-Truppe zieren. Mit dem amtieren GT-Europameister Maximilian Buhk und dem Israeli Alon Day aus der Indy-Lights hat man auch gleich zwei junge Geheimfavoriten am Steuer des SLS-AMG GT3. Der Belgian Audi Club WRT betritt die Bühne gleich mit drei Audi R8 LMS ultra. Mit den Paarungen Frank Stippler/Edward Sandström und Stéphane Ortelli/Laurens Vanthoor hat die Audi-Delegation gleich zwei heiße Eisen im Feuer. Natürlich will die belgische Truppe den Erfolg aus dem letzten Jahr wiederholen, als man in Nogaro einen Doppelsieg einfuhr.

Vita4One zählt mit Frank Kechele/Greg Franchi ebenso zum erweiterten Favoritenkreis wie die belgische Besatzung im Phoenix-Audi. Der FIA-GT-Rückkehrer Anthony Kumpen ist immer für schnell Runden gut und sollte den Umstieg vom Langstrecken-Spezialisten zum Sprinter locker meistern. Sein junger Partner Enzo Ide hat sich in den letzten Jahren mit starken Leistungen zur festen Größe der GT-Szene entwickelt.

Mehr als eine Gallionsfigur soll der Auftritt der Rallye-Ikone Sébastien Loeb sein. Mit den beiden McLaren MP4-12 seines Teams strebt er nichts weniger als den Titel an. Loeb selber wird sich einen der Wagen mit McLaren-Werksprofi Álvaro Parente teilen. Der Schwesterwagen ist mit Andreas Zuber/Mike Parisy ebenfalls top besetzt.

Ein kleines Fragezeichen steht über den beiden Nissan GT-R der RJN-Truppe. Hier dürfen sich die Gewinner der Nissan-GT-Academy im wirklichen Leben austoben. Die Absolventen des Förderprogramms kommen allesamt aus der Konsolenspiel-Szene. In nationalen Ausscheidungswettbewerben, bei denen die Teilnehmer auf verschiedenen Strecken und unterschiedlichen Rennwagen gegeneinander antreten, werden Jahr für Jahr Gewinner ermittelt, die von Nissan weiter gefördert werden.

Der erste Gewinner von 2008, Lucas Ordoñez zählt mit seinem Partner Alex Buncombe sicherlich zu den Topfavoriten. Im zweiten Wagen starten der Gewinner des deutschen Wettbewerbs, Wolfgang Reip, und der Sieger der russischen Ausscheidung, Mark Shulzhitzky. Beiden dürfte zwar noch die Erfahrung fehlen, um ganz vorne mitzufahren, aber der Auftritt des Siegers von 2011, Jann Mardenborough in der britischen GT hat gezeigt, dass Nissan mit der Ausbildung der jungen Piloten Nägel mit Köpfen macht, und man darf auf die Entwicklung der Jünglinge gespannt sein.

Es lohnt sich auch, einen Blick in den Pro-Am-Cup zu werfen. René Rast und Niki Mayr-Melnhof im dritten WRT-Audi oder Allan Simonsen und Sergei Afanasiev im zweiten HTP-Gravity-Charouz-Mercedes dürften zumindest zeitweise bei den Spitzenplätzen anklopfen. In Frankreich dürfte ein weiterer Sportsmann interessiert beäugt werden. Der Fußball-Weltmeister von 1998, Fabian Barthez, wird in einem Ferrari von Sofrev ASP an den Start gehen. Um den Sieg wird er aber freilich aller Voraussicht nach nicht mitreden können.


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