DeltaWing: ALMS-Rückkehr ohne Nissan

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In der vergangenen Saison debütierte der Nissan-DeltaWing als neues revolutionäres Fahrzeugkonzept bei den 24 Stunden von Le Mans. Für das Jahr 2013 peilt der Initiator Doktor Don Panoz die Rückkehr des Wagens in die ALMS an.

Der DeltaWing geht in sein zweites Jahr – allerdings mit neuem Motor und einem neuen Team. Mit großen Plänen geht ALMS-Gründer und Vater des ungewöhnlichen Autos Don Panoz in die neue Saison: „Wir bauen derzeit drei Autos“. Diese werden voraussichtlich in Sebring, Laguna Seca und Baltimore zum Einsatz kommen. Auch ein Kundenprogramm schließt er nicht aus.

Doch dabei ähneln sie nur noch im Grunddesign dem Wagen von 2012. Unter der Haube kommt ein neues Aggregat zum Einsatz – und die Haube selbst ist ebenfalls neu. Noch in Sebring wird der DeltaWing ein offenes Auto sein, ab Laguna Seca bekommt er dann ein Dach. Davon erhoffen sich die Verantwortlichen eine günstigere Aerodynamik mit weniger Luftwiderstand.

Gegen diesen muss in dieser Saison ein neuer Mazda-Motor ankämpfen. Nissan hingegen hat sich aus dem Projekt verabschiedet, wie Motorsport-Direktor Darren Cox gegenüber SPEED.com sagte: „Der Nissan DeltaWing war ein spannendes Projekt, das sich gegen jegliches konventionelles Denken gestellt hat, und deshalb hat Nissan es unterstützt.“

DeltaWing wird LMP1-Zuwachs

Mit dem neuen Mazda-Motor erreicht der DeltaWing noch einmal eine Steigerung im Leistungsgewicht. Fast 50 PS mehr leistet der neue 1,9-Liter-Twinturbo, der über Direkteinspritzung verfügt. Damit kommt er auf 345 PS und 476 Newtonmeter auf dem Prüfstand. Nebenbei sei die Maschine etwa sieben Kilogramm leichter, so Panoz. Dadurch wird der Wagen ab 2013 nicht mehr in der LMP2 eingeordnet, sondern gegen die HPD und Lola von Muscle Milk, Rebellion und Dyson der LMP1 antreten.

Um konkurrenzfähig zu sein, setzt Panoz auf eine zweite Leistungsstufe des aus dem USF2000-Auto stammenden Aggregats. „Das ist der wirkliche P1-Motor und hat einen innovativen Motorblock aus einem neuen Material, das bis zu weitere neun Kilogramm leichter ist“, verriet Panoz. Dieser könne auch an andere Hersteller verkauft werden, falls diese anfragen.

Neben dem Rückzug von Nissan muss der Chef des Projektes aber noch auf andere Partner der Saison 2012 verzichtet. Sowohl das Einsatzteam Highcroft Racing als auch der Rennwagenhersteller All American Racing und der Designer Ben Bowlby sind über den Winter ausgestiegen. Somit braucht Don Panoz eine neue Mannschaft und eine neue Firma, die den DeltaWing produziert. Das Modell mit Dach wurde hingegen noch von Bowlby entwickelt, bevor er und sein Team sich zurückzogen.

Panoz trommelt altes Team zusammen

Allerdings scheint der ALMS-Gründer bereits eine neue Einsatztruppe gefunden zu haben. Diese baut sich um Dave Price auf, der bereits 1997 am LMP1-Projekt beteiligt war. „Viele von den Jungs von unserem 1997er-Team wollen wieder Teil von dem sein was wir tun, also ist es wirklich so, als ob eine Familie wieder zusammenkommt, und Dave hat alles in der Hand“, freut sich Panoz über die Rückendeckung alter Weggefährten. Wer den oder die Wagen fahren wird, steht hingegen noch nicht fest.

Nach dem Ausstieg von Nissan sind auch die Fahrer aus dem Programm abgezogen. In Le Mans saßen noch Marino Franchitti, Michael Krumm und Satoshi Motoyama am Steuer, beim Petit Le Mans waren es GT-Academy-Gewinner Lucas Ordoñez und Gunnar Jeannette. Ebenfalls ein Rätsel ist die Reifenfrage. Noch hat sich Michelin nicht geäußert, ob sie für ein weiteres Jahr zur Verfügung stehen. Als Ersatz wird aber Firestone, bekannt aus der IndyCar Series, gehandelt.