Konrad Motorsport: Desaster nach planmäßigem Start

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Sie waren mit dem Klassensieg im Visier zum 24-Stunden-Rennen nach Daytona gereist. Am Ende sollte die Mannschaft von Konrad Motorsport jedoch mit leeren Händen die Heimreise antreten. Nach dem Start von der Poleposition in der Qualifikation musste der Rennstall aus Verl im Rennen vorzeitig aufgeben.

So hatte sich Franz Konrad die Rückkehr seines Teams in die USA nicht vorgestellt. „Bereits nach sechs Stunden mussten wir unser Auto wegen zu großen Beschädigungen aus dem Rennen zurückziehen“, erklärt der 61-Jährige. Die folgenschweren Blessuren am Porsche 911 GT3 Cup waren aus Reifenschäden hervorgegangen.

Der Ausfall der Porsche-Mannschaft ist vor allem deshalb bitter, weil zunächst alles auf einen Erfolg hindeutete. „Die Trainingssitzungen liefen völlig ohne Probleme. Das Auto fühlte sich einfach großartig an“, blickt Nick Tandy zurück. Neben zwei Bestzeiten in den Trainingssitzungen gelang dem Porsche-Werksfahrer in der Qualifikation der große Coup. Mit einer Rundenzeit von 1:47,631 Minuten verwies der Brite die Konkurrenz in der GT-Klasse auf die Plätze.

Nach dem Fallen der legendären Grünen Flagge spielte zunächst alles Tandy in die Karten. Der Konrad-Startfahrer verteidigte mit Bravour die Führung vor Magnus-Markenkollege Andy Lally. In den ersten sieben Runden baute er seinen Vorsprung auf über zwei Sekunden aus, ehe es zum ersten Rückschlag kam, wie Tandy erklärt: „Ich habe irgendein Teil aufgesammelt, was zu einem Reifenschaden führte. Auf dem langen Weg zurück zur Boxengasse wurde infolge des zerstörten Reifens ein Aufhängungsteil stark beschädigt.“

Erneuter Reifenschaden bedeutet endgültiges Aus

Der anschließende Reparaturboxenstopp kostete wertvolle Zeit und warf das Team ans Ende des Feldes zurück. „Trotz des lädierten Autos gelang es uns, wieder die Rundenzeiten der Spitze mitzugehen“, gibt Konrad zu Protokoll. Schon bald hatte sich das Fahrerquintett aus Tandy, Michael Christensen, Christian Engelhart, Lance Willsey und Teamchef Konrad ins Mittelfeld zurückgekämpft. Die Aufholjagd der Truppe endete nach sechs Stunden jedoch schlagartig. Erneut traf Tandy das Schicksal eines Reifenschadens.

„Ich war rund 300 km/h schnell, als plötzlich der rechte Vorderreifen explodierte“, war der 28-Jährige geschockt. Geschickt gelang es dem Porsche-Werksfahrer jedoch, einen Einschlag in die Streckenbegrenzung zu vermeiden. Doch der sich auflösende Pneu zerschlug innerhalb von Sekundenbruchteilen wichtige Teile seines Neunelfer. „Der Kotflügel, der Kühler und mehrere Leitungen wurden einfach abgerissen“, erklärt Konrad-Motorsport-Teamchef Konrad. Eine Reparatur kam angesichts der schwerwiegenden Beschädigung nicht in Frage.

Seine Enttäuschung konnte der 61-Jährige, der selbst zum Fahrerkader zählte, nur schwer in Worte fassen: „Wir haben in den letzten Wochen und Monaten so viel Herzblut in dieses Rennen gesteckt. Dass es so enden musste, ist eine Tragödie. Nichtsdestotrotz möchte ich all unseren Partnern danken, die diesen Start ermöglicht haben. Ein großer Dank geht auch an Porsche, die mit dem 911 eine großartige Basis für die Konkurrenzfähigkeit gelegt haben.“