DTM: Zanardi entscheidet sich gegen Einstieg

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Die Gerüchteküche der DTM war in den vergangenen Wochen sehr aktiv. Sie prophezeite den Einstieg des ehemaligen Formel-1- und Champ-Car-Piloten Alex Zanardi mit einem BMW M3. Nun erteilte der Italiener dem Vorhaben eine Absage.

Erst im Herbst diesen Jahres zog eine ganz besondere Testfahrt auf dem Nürburgring das Medieninteresse auf sich. In der Box am Ring stand neben einem BMW M3 GT2 aus der ALMS und anderen Rennmodellen der Münchener ein ganz besonderer goldlackierter Bolide. Mitarbeiter der Motorsportabteilung hatten eigens für diesen Anlass einen M3 DTM behindertengerecht umgebaut.

Hinter dem Steuer nahm ein Altbekannter Platz: Der nach einem Champ-Car-Unfall auf dem Lausitzring beinamputierte Italiener Alex Zanardi. „Ich hatte Tränen in den Augen, als ich das gesehen habe“, verriet er später der britischen Zeitung Telegraph.

Dies war nicht das erste Mal, dass BMW ein Auto für den ehemaligen Formel-1-Piloten umbaute. Erst der bayrische Hersteller ermöglichte ihm die Rückkehr in den professionellen Motorsport. In den Jahren 2005 bis 2009 stellte ihm die italienische Einsatzmannschaft ROAL Motorsport von Roberto Ravaglia einen BMW 320si zur Verfügung, mit dem er vier Laufsiege feiern konnte.

Daher war es nicht ganz abwegig, dass ihm BMW die Chance zum DTM-Engagement geben wollte. Er wäre für die wichtige deutsche Tourenwagenserie eine interessante Persönlichkeit gewesen, nicht zuletzt durch seinen starken Willen, den er seit dem schweren Unfall im Jahr 2001 zeigte und der ihn in diesem Sommer zum zweifachen paralympischen Sieger mit dem Handbike machte.

„Wir haben darüber gesprochen dieses Projekt ernsthaft voranzutreiben“, sagte Zanardi über die Möglichkeit seines DTM-Einstieges. „Aber ich habe entschieden, dass es ein wenig zu viel für mich ist nächstes Jahr Vollzeit eingebunden zu sein. Das würde bedeuten, dass ich zu wenig Zeit für andere Dinge habe, die mir Spaß machen – wie Radfahren oder Angeln mit meinem Sohn.“ Daher habe er sich dazu entschieden, auf den nächsten Zug zu warten.