Finale in Hockenheim: Götz und Asch mit erstem Sieg zum Titel

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Das Finale des ADAC GT Masters hat den Titel „Saisonhöhepunkt“ verdient: Maximilian Götz und Sebastian Asch erzielten ihren ersten Sieg in einem turbulenten und spannenden Rennen. Die anderen Titelanwärter waren bis zur Zielfahne in Schlagdistanz, scheiterten aber an Zeitstrafen.

Maximilian Götz und Sebastian Asch mussten bis zum letzten Rennen der Saison auf ihren ersten Sieg 2012 warten. Dieser war für die MS-Racing-Mercedes-Piloten gleich doppelter Grund zur Freude, denn er sicherte ihnen die Meisterschaft im ADAC GT Masters. Bei bestem Spätsommerwetter auf dem Hockenheimring verschoben sich die Meisterschaftsstände im Verlauf des Rennens ständig und sorgten für ein spannendes und emotionales Rennen.

Schlussendlich siegten Götz und Asch mit 167 Punkten vor dem Porsche-Piloten Christian Engelhart (152 Punkte), der beim Finale mit Sean Edwards antrat, und dem Corvette-Duo Diego Alessi und Daniel Keilwitz (152 Punkte). Die Alpina-BMW-Paarung Dino Lunardi und Maxime Martin blieben in Hockenheim punktelos und beendeten die Saison auf dem fünften Rang. Bis zehn Minuten vor Schluss sah das Klassement jedoch gänzlich anders aus …

Disziplinierter Start und viel Zurückhaltung vor den Boxenstopps

Das Saisonfinale des ADAC GT Masters lockte bei heiterem Sonnenschein eine ordentliche Zuschauerzahl in das badische Motodorom. Der start verlief hektisch, sorgte nicht für folgenreichen Kontakt unter den 33 gestarteten Fahrzeugen. Pole-Sitter Martin Ragginger (Fach-Tech-Porsche) blieb in Führung, der von Rang zwei gestartete Götz blieb dahinter, während Keilwitz sich von Platz sieben auf fünf vorarbeitete und Edwards von Rang zehn auf 17 abrutschte. Zu diesem Zeitpunkt befand sich Martin tief im Getümmel des Mittelfeldes auf Rang 16. Übermütig torpedierte der Vortagesdritte Daniel Dobitsch (MS-Racing-Mercedes) in der Spitzkehre Kenneth Heyer (Heico-Mercedes): zwei Top-Zehn-Fahrzeuge waren somit früh ausgeschieden.

Die Positionen waren nun bezogen. Ragginger an der Spitze, dahinter Götz und Nicolas Armindo (Frogreen-Porsche). Edwards hatte sich bis kurz vor den Boxenstopps bereits auf Rang vier vorgearbeitet, nachdem er die getrennt fahrenden GT-Europameistern Maximilian Buhk (Heico-Mercedes) und Domink Baumann (Heico-Mercedes) überholt hatte.

Nach den Boxenstopps: Meisterschaft offener als je zuvor

Nach der Phase der Pflichtboxenstopps befand sich Swen Dolenc (für Ragginger) vor Asch (für Götz), Engelhart (für Edwards), Robert Renauer (für Armindo), Harald Prozcyk (für Baumann) und Alessi auf Platz sechs. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich fünf Fahrer innerhalb von einem Punkt: Götz/Asch mit 160 Punkten, Engelhart mit 159 Punkten sowie Alessi/Keilwitz ebenfalls mit 159 Punkten, während Lunardi/Martin außerhalb der besten mit 133 Punkten lagen.

Designierter Amateurmeister Dolenc sollte nun das Zünglein an der Meisterschaftswaage werden. Mehrer Runden hielt er den Angriffen von Asch stand, bevor er sich in der Spitzkehre geschlagenen geben musste. Die Porsche-Markenkollegen Engelhart und Renauer hatten kurze Zeit später bereits aufgeschlossen. Dolenc verteidigte seinen zweiten Platz vehement gegen die Angriffe von Engelhart, der unbedingt zu dem enteilenden Asch aufschließen musste, um in der Meisterschaft zu siegen.

Zwei Überholversuche mit Kontakt in der Spitzkehre und ein Überholmanöver mit Anklopfen in der Sachskurve bedurfte es, um Engelhart auf den zweiten Rang zu bringen. Der Wut der Mannschaft von Schütz Motorsport wandelte sich in Entsetzen als Engelhart für sein Vorgehen eine Strafe von 30 Sekunden erhielt. Er kam zwar auf Rang zwei ins Ziel und hatte den Rückstand auf Asch auf knapp zwei Sekunden reduziert. Am Ende wurde es jedoch nur der enttäuschende sechste Platz für das schnellste Fahrzeug im Feld.

Rabiater ging der andere Verbliebene Asch-Verfolger Diego Alessi zu Werke, als er auf Dolenc auflief. Renauer hatte zunächst versucht dem Markenkollegen den letzten Podestrang in der Spitzkehre abzunehmen, doch Proczyk und Alessi rutschten am Österreicher vorbei. Alessi lag nun auf Rang vier und musste Dolenc überholen, um die Meisterschaft zu seinen Gunsten zu entscheiden. Als nur noch drei Minuten auf der Uhr standen, drehte der italienische Corvette-Pilot in der Spitzkehre den Porsche jedoch um, als dieser im keinen Raum ließ: 30 Sekunden Zeitstrafe und der zehnte Platz für das Callaway-Duo.

Voller Erfolg für Mercedes und Amateurfahrersieg für Aston Martin

Die Meisterschaft war damit entschieden: Götz und Asch erzielten ihren ersten Sieg des Jahres und verhinderten so das „Geschmäckle“, ohne Sieg Meister geworden zu sein. Baumann und Proczyk erbten den zweiten Rang, währen Armindo und Renauer die Porsche-Ehre mit Position drei.

Durch den Ausfall des Fach-Tech-Porsche von Dolenc erzielte der Däne Kristian Poulsen den Sieg in der Amateurfahrerklasse mit dem verbliebenen Young-Driver-Aston-Martin. Ein versöhnlicher Abschluss eines schwierigen Jahres für die Paderborner Mannschaft von Hardy Fischer, da Poulsen (267 Punkte) sich nur Dolenc (295 Punkte) bei den Amateuren geschlagen geben musste.