Finale der GT-WM: Rock im Park als Schlussakkord

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Es ist ein Sinnbild der Saison der GT-Weltmeisterschaft: Statt eines internationalen Überseerennens wird das Finale improvisiert im englischen Donington Park ausgetragen. Aber auch der Stand der Meisterschaft ist repräsentativ für das Championat: Die beiden führenden Paarungen trennt nur ein Punkt.

Die letzten zwei Wochen der GT-Weltmeisterschaft erinnern an die „Festivalsaison“ des Sommers: Rock am Ring und Rock im Park. Nach den Siegen von Lamborghini und Ferrari am Nürburgring am letzten Wochenende zieht die GT-WM nach Großbritannien weiter, um auf der etwas mehr als vier Kilometer langen und relativ flüssig zu fahrenden Traditionsstrecke das Finale abzuhalten.

Der Schlusspunkt der Meisterschaft sollte eigentlich im Dezember auf dem Buddh International Circuit bei Neu Delhi gesetzt werden, doch wegen des quantitativ schwachen GT-WM-Starterfeldes und aus Kostengründen wurde beim letzten Wochenende der britischen GT-Meisterschaft Platz für die GT-WM gemacht.

Spannung in der Fahrerwertung – Teamwertung fast schon entschieden

Im Gegensatz zu den fundamentalen Schwierigkeiten im organisatorischen Bereich steht die Spannung in der Meisterschaft. Mit zwei Podiumspaltzierung auf dem Nürburgring konnten sich Marc Basseng und Markus Winkelhock (Münnich-Mercedes, 143 Punkte) an Michael Bartels und Yelmer Buurman (Vita4One-BMW, 142 Punkte) mit einem Zähler vorbei schieben. Bei 33 noch zu erzielenden Zählern haben auch noch Frédéric Makowiecki und Stef Dusseldorp (Hexis-McLaren, 111 Punkte) mathematische Chancen auf die Meisterschaft, wenn die vor ihnen Liegenden punktelos bleiben – am Nürburgring raubte ein Defekt im Hauptrennen den McLaren-Piloten ein weiteres Mal in dieser Saison wertvolle Punkte.

In der Mannschaftswertung führt Münnich Motorsport deutlich mit 234 Punkten vor Vita4One mit 198 Zählern. Da die Maximalpunktzahl für zwei Doppelsiege 47 Punkte beträgt, kann das Team des sächsischen Unternehmers René Münnich bereits Meisterschafts-T-Shirts drucken. Gewönne doch Vita4One, so bliebe es immerhin es der erste deutsche Mannschaftstitel in der GT-WM. Auch zwischen dem Dritten WRT mit 179 Punkten und dem Vierten Hexis Racing mit 159 Punkten wird es nur unter besonderen Umständen zu einer Verschiebung im Klassement kommen.

Bei ihrem Finale ist die GT-WM wieder allein auf der Strecke

Bei ihrer letzten Veranstaltung wird die GT-WM wieder allein auf die Strecke gehen, da die Saison der GT-Europameisterschaft am Nürburgring zu Ende gegangen ist. Voraussichtlich werden damit 13 GT3-Fahrzeuge antreten. Es waren schon einmal weniger …

Durch Terminüberschneidungen aufgrund der Verlegung des GT-WM-Finales ergeben sich Fahrerwechsel. Bei WRT ersetzt der ehemalige nordirische DTM- und GP2-Pilot Adam Carroll Stéphane Ortelli, der in der französischen GT-Meisterschaft Verpflichtungen hat. Da Toni Vilander beim Sechs-Stunden-Rennen von Bahrain in der Sportwagen-Weltmeisterschaft antritt, teilt sich Filip Salaquarda den AF-Corse-Ferrari mit dem italienischen GT-Pilot Marco Cioci – dem Sieger der Zwölf Stunden von Sebring in der Kategorie GTE-Pro in diesem Jahr. Weitere Fahrerwechsel gegenüber dem Nürburgring – gerade beim Sunred-Ford – sind nicht ausgeschlossen.

Englisches Wetter: am Samstag trocken, am Sonntag nass

Der Wetterbericht sagt für das Wochenende englisches Wetter voraus: Bei nicht mehr als 15 Grad Celsius soll die Sonne nur zeitweise die Wolken durchbrechen. Am Sonntag ist für die Mittagszeit Regen angesagt, sodass die GT-WM am Kommandostand wie auf der Strecke entschieden werden kann.

Am Samstag wird die Qualifikation um 10.30 Uhr MESZ und das Qualifikationsrennen um 15.45 Uhr MESZ gestartet. Am Sonntag beginnt das Hauptrennen um 13.45 Uhr MESZ. Beide Rennen werden per live-stream hier auf SportsCar-Info.de übertragen.