GT-WM in der Slowakei: Déjà-vu in Orechová Potô??

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Nach der Absage der beiden China-Läufe bleibt die GT-Weltmeisterschaft zunächst in Europa. Das sechste von neun Rennwochenenden ist das zweite auf dem Slovakia Ring und das erste nach dem angekündigten Rückzug der SRO aus GT-WM und GT-EM.

Nach dem Rückzug der SRO Motorsports Group von Promoter Stépahne Ratel aus der GT-WM und GT-EM haftet dem Rennwochenende in der Slowakei die Aura der Improvisation an. Veranstaltungen in Silverstone (mit der Blancpain Endurance Series) und am Salzburgring ließen sich nicht realisieren, sodass es die Serie erneut 40 Kilometer östlich von der slowakischen Hauptstadt Bratislava an den Start geht.

Der 2009 eröffnete Slovakia Ring in der Gemeinde Orechová Potô? erfreut sich einiger Beleibtheit bei den Fahrern, da der 5,922 Kilometer lange Kurs über ein flüssiges Layout mit Höhenunterschieden und schnellen sowie mittelschnellen Kurven verfügt. Auch die temporäre Reifenschikane an der Kuppe vor Kurve drei konnte daran bei den Rennen im Juni nichts ändern.

Erneut ein kompaktes Starterfeld

Da die GT-WM erst ab dem folgenden Lauf auf dem Moscow Raceway zeitgleich in einem Rennen mit der GT-Europameisterschaft antritt, werden die Zuschauer erneut mit einem quantitativ mageren Starterfeld vorlieb nehmen müssen. Aller Voraussicht nach werden maximal 15 Fahrzeuge antreten. Nach dem Rückzug von LMP Motorsport wurde bisher kein neues Aston-Martin-Team präsentiert. Sunred Engineering wird weiterhin nur einen Ford GT einsetzen.

Reiter Engineering muss auf Tomáš Enge verzichten, dem ein Dopingvergehen zur Last gelegt wird und damit für 18 Monate gesperrt ist. Als Partner von Albert von Thurn und Taxis kommt daher Štefan Rosina zu seinem zweiten Heimspiel in einer Saison. Welche Fahrerpaarungen die Mühlner-Motorsport-Porsche fahren werden, ist noch nicht bekannt. Nach der Absage der China-Läufe hatte die chinesische Exim Bank ihre Zahlungen eingestellt, sodass das belgische Team über gravierende finanzielle Engpässe klagte.

McLaren, Ferrari, BMW oder doch Ford?

Wenn andere Fehler machen, dann sind die Meisterschaftsführenden Michael Bartels und Yelmer Buurman von Vita4One da: Das Hauptrennen am Slovakia Ring gewann das BMW-Duo, auch durch seine Leistung.

Die Juni-Polesitter Stef Dusseldorp und Frédéric Makowiecki werden wieder um den Sieg mitfahren, wenn ihr Hexis-McLaren von technischen Defekten verschont bleibt. Für Álvaro Parente und Grégoire Demoustier im anderen McLaren sind eventuell Podien möglich.

Die AF-Corse-Speerspitzen Toni Vilander und Filip Salaquarda konnten am Slovakia Ring das Qualifikationsrennen gewinnen und verpassten im Hauptrennen das Podium als vierte nur knapp. Dem Ferrari 458 liegt der Kurs, daher sind zwei Topfünf-Platzierungen für die finnisch-tschechische Fahrerpaarung erreichbar. Für Enzo Ide und Francesco Castellacci könnten Punkte in beiden Rennen möglich sein.

Miloš Pavlovi? und Matteo Cressoni können nach den ersten Punkten in Portimão nun ihr erstes Podium anvisieren. Schnell ist der nur 1.200 Kilogramm schwere Ford GT, doch zu oft verhinderten Kleinigkeiten größere Erfolge. Die technischen Haltbarkeit muss stimmen, die Boxenstops schnell und fehlerlos sein und der teilweise zu aggressive Fahrstil vermieden werden – das war 2012 bisher leider noch nicht der Fall.

Ein Abendrennen und sonniges Wetter

Im Gegensatz zum Juni, als Mischwetter maßgeblich in das Renngeschehen eingriff, ist für das kommende Rennwochenende durchgehend sonniges Wetter mit bis zu 30 Grad Celsius vorhergesagt. Der Mittelweg zwischen reifenschonendem und aggressivem Fahren wird damit ein wichtiger Erfolgsfaktor werden.

Das Qualifikationsrennen beginnt am Samstagabend um 17.45 Uhr. Da der Sonnenuntergang erst zwei Stunden später stattfindet werden sich die eindrucksvollen Bilder aus Navarra wohl nicht wiederholen. Aber die Zuschauer an der Strecke dürften die Kühle des Abends willkommen heißen. Das Hauptrennen wird am Sonntag um 13.15 Uhr gestartet. Beide Rennen werden per Live-Stream hier auf SportsCar-Info übertragen.