Mid-Ohio: Berg- und Talbahn im Nordosten der Staaten

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Berg- und Talfahrt bei Lexington: Der Traditionskurs von Mid-Ohio zählt zu den anspruchsvollsten Strecken des Kontinents. Am nächsten Wochenende gastiert die ALMS-Meisterschaft zum sechsten Wertungslauf auf der dreieinhalb Kilometer messenden Piste. Ferner feiert die SRT-Viper ihr Debüt.

Für den ALMS-Tross führt der Weg zurück in die Vereinigten Staaten. Zwei Wochen nach dem kanadischen Gastspiel der amerikanischen Prototypen- und GT-Serie macht das Championat Halt in Ohio. Unweit von dem Dorf Lexington bahnt sich der Mid-Ohio Sports Car Course seinen Pfad durch die Hügellandschaft von Morrow County. Der Berg- und Talkurs genießt den Ruf, zu den anspruchsvollsten Strecken in Nordamerika zu gehören.

Die Traditionsstrecke nahe Cincinnati misst 3,621 Kilometer und zählt 13 Kurven. In seiner Ursprungsform von 1961 wies die Bahn lediglich eine Länge von 2,4 Meilen auf – bis zum Umbau im Jahr 1990. Seit dieser Umgestaltung wurden die Sicherheitsvorkehrungen verbessert und die Schikane vor dem Keyhole durch eine Gerade ersetzt. Dennoch treffen die Piloten in Mid-Ohio ausschließlich auf langsame und mittelschnelle Kurven.

Einen besonderen Höhepunkt stellt außerdem die Sprungkuppe dar, auf jener das Fahrzeug kurzzeitig den Kontakt zum Asphalt verliert. Zudem sei in dieser Passage zusätzlich Vorsicht geboten, denn im Anschluss an den kurzen Flug muss die folgende Schikane scharf angebremst werden. Andernfalls segelt der Fahrer ins Abseits der Piste.

„Auf der klassischen Rennstrecke mit langen Geraden und engen Kurven sind nicht nur die Fahrer gefordert“, merkt Porsche-Pilot Jörg Bergmeister an. „Auch die Techniker erwartet eine schwierige Aufgabe. Durch die Indycars, die sehr viel Gummi auf dem Asphalt lassen, ändert sich ständig das Griplevel der Strecke. Für diese Bedingungen das perfekte Set-up zu finden ist für den Erfolg eine genau so wichtige Voraussetzung wie eine gute Startposition.“

Neue SRT-Viper feiert Premiere

Im Fokus des sechsten ALMS-Wertungslaufes steht außerdem das Debüt der nagelneuen SRT-Viper. Denn SRT Motorsports lässt die Giftschlange in Mid-Ohio erstmals ins GT-Gehege. Zudem schickt die Truppe auf Anhieb zwei Fahrzeuge des Modells GTS-R ins Rennen. Die Besatzungen formieren sich aus Dominik Farnbacher und Kuno Wittme im Wagen mit der Startnummer 91 sowie Marc Goossens und Tommy Kendall im Renner mit der Kennziffer 93. 

Bleibt abzuwarten, an welcher Stelle sich der Gran-Turismo-Renner in der Hackordnung der arrivierten Hersteller Porsche, Ferrari, BMW und Lotus einordnet. Im letzten Jahr triumphierte die Zuffenhausener Delegation Falken Tire, welche sich durch Wolf Henzlers Fertigkeiten in einem sintflutartigen Regen letzten Endes gegenüber der Konkurrenz behauptete. Selbstverständlich sind die Stuttgarter gewillt, diesen Erfolg zu wiederholen, denn gegenwärtig führen Corvette und RLR-BMW die Meisterschaft an.

Am Gipfel des Klassements läuft es wieder auf das Tête-à-tête-Duell zwischen Picket Racing und Dyson Racing hinaus. Klaus Graf und Lucas Luhr visieren in Lexington ihren fünften Triumph in Folge an. Im letzten Jahr glückte der Muscle-Milk-Mannschaft mit dem Lola-Aston-Martin bereits der Laufsieg. Die Rivalen Chis Dyson und Guy Smith strauchelten dagegen während der letzten Rennen und warten seit April auf einen Sieg.

In Summe umfasst die Nennliste für den Auftritt im Bundesstaat Ohio 32 Meldungen. Unter anderem gibt Dempsey Racing mit dem Lola-B12/87-Judd sein Comeback in der LMP2-Division. In den beiden Cup-Kategorien LMPC und GTC rollen sieben respektive sechs Fahrzeuge an den Start.