Pro-Cup: Die Gesamtsieganwärter in Spa

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Der Pro-Cup ist zwar mit 15 Wagen nicht annähernd so stark wie die Pro-Am-Klasse besetzt, allerdings dürfen in dieser Wertung nur die Besten der Besten hinter das Steuer. Es treten an: Werksunterstützte Mannschaften von Audi und BMW gegen die Elite der europäischen Privatteams.

Wenn am Samstag um 16 Uhr die Startampel auf Grün springt, werden sie wohl die ersten sein, die das Rennen aufnehmen: die Vertreter des Pro-Cups. Wie das Wort „Pro“ schon verrät, sitzen in den Fahrzeugen, die in dieser Klasse gemeldet sind, nur professionelle Fahrer hinter dem Steuer – in jedem Fahrzeug drei, mehr sind nicht erlaubt.

Allen voran werden wohl die beiden dominierenden Teams der Saison stürmen: Marc VDS Racing mit zwei BMW Z4 GT3 und das Audi Sport Team WRT – die Titelverteidiger – mit der gleichen Anzahl an Audi R8 LMS ultra. Diese beiden belgischen Mannschaften waren es auch, die als einzige in diesem Jahr Gesamtsiege einfahren konnten. Das Team von Marc van der Straten war zweimal erfolgreich, die Truppe um Vincent Vosse einmal. Bezeichnenderweise tragen die Wagen der beiden Equipen auch die Startnummern eins bis vier.

In den Cockpits vertrauen die Teamchefs auf das Stammpersonal. Das heißt den Nummer-eins-WRT-Audi lenken Christopher Haase, Christopher Mies und Stéphane Ortelli, den Schwesterwagen Marco Bonanomi, Laurens Vanthoor und Edward Sandström. Im Startnummer-drei-Marc-VDS-BMW wechseln sich die zweifachen Saisonsieger Markus Palttala, Bas Leinders und Maxime Martin ab, das zweite Auto steuern Bert Longin, Henri Moser und Mike Hezemans.

Hochkaräter der GT-Szene

Eine Soloflucht der beiden bereits genannten einheimischen Mannschaften, versuchen allerdings neun weitere Teams zu verhindern. Allen voran: Das zweite Audi-Werksteam, das Audi Sport Team Phoenix aus der benachbarten Eifel. Der Ingolstädter Hersteller hat für beide Wagen einige der besten Fahrer des Kaders ausgewählt. Darunter sind auf dem Nummer-sechs-Wagen die diesjährigen Le-Mans-Sieger André Lotterer und Marcel Fässler, sowie der Rekordsieger an der Sarthe, Tom Kristensen, genannt. Den anderen R8 teilen sich Andrea Piccini, René Rast und Frank Stippler.

Doch auch BMW waren zwei Wagen nicht genug, weshalb die Münchener einen dritten Z4 in die Hände von Vita4One gegeben haben, der in bekannter Besatzung schon den Beginn der Saison bestritten hat. In der Startnummer 66 werden der Titelverteidiger Grégory Franchi, im vergangenen Jahr noch mit Mattias Ekström und Timo Scheider für WRT unterwegs, sowie Frank Kechele und Mathias Lauda sitzen. Ein weiterer Pro-Cup-BMW läuft unter dem Banner der GT-Masters-Mannschaft DB Motorsport mit den Fahrern Jeroen den Boer, Stéphane Lémeret und Jeffrey van Hooydonck.

Privatteams mit interessanten Besatzungen

Der geneigte Leser wird nun sicherlich feststellen, dass bislang nur Werksteams von BMW und Audi behandelt wurden. Allerdings besteht der Pro-Cup nicht nur aus diesen beiden Herstellern – es ist für reichlich Markenvielfalt gesorgt.

Unter den 15 Startern der höchsten Kategorie in Spa-Francorchamps sind noch Autos von McLaren, Mercedes-Benz, Ferrari und Porsche genannt, dazu ein weiterer Audi. Als einziges der Privatteams setzt Gulf Racing UK gleich zwei Renner ein – es sind McLaren-Renners des Typs MP4-12C. Im Nummer-neun-Wagen werden sich Michael Wainwright, Robert Bell und Andy Meiyrick abwechseln, im zweiten britischen Renner sind es Roald Goethe, Stuart Hall und Jamie Campbell-Walter.

Allerdings werden sowohl diese beiden Wagen, als auch der SMG-Porsche mit den Fahrern Philippe Gache, Eric Clement und Olivier Pla auf Fehler der anderen, weitaus erfolgreicheren Mannschaften, hoffen müssen, um eine Chance auf eine gute Platzierung zu haben. Dazu werden sie teilweise mit den Pro-Am-Teams zu kämpfen haben, die ebenfalls teilweise gut besetzt sind.

Geheimfavoriten von Mercedes, Porsche und Ferrari

Größere Probleme werden den Werksteams Marc VDS, WRT, Phoenix und Vita4One da schon der KRK-Mercedes, der ProSpeed-Porsche und der Kessel-Ferrari machen. Vor allem die Mannschaften von KRK Racing aus Belgien und Kessel Racing aus der Schweiz zeigten in der laufenden Saison bereits, dass man keinen BMW oder Audi braucht, um auf das Podium klettern zu dürfen.

Bei den Fahrerbesatzungen dieser Teams haben die Verantwortlichen deshalb auch nichts geändert. Das heißt hinter dem Steuer des Mercedes-Benz SLS AMG GT3 werden Koen Wauters, Karl Wendlinger und ein noch nicht benannter dritter Fahrer Platz nehmen, am Volant des Ferrari 458 werden die drei italienischen Nachwuchsfahrer Stefano Gattuso, Daniel Zampieri und Davide Rigon drehen. Vor allem im Regen von Monza und Silverstone zeigte Zampieri, was mit dem Rennpferd aus Maranello möglich ist.

Vom Pech verfolgt war hingegen das ProSpeed-Gespann, das somit eine Unbekannte im Kampf um den Sieg darstellt, da Marc Hennerici, Xavier Maassen und Marc Goossens die Leistung ihres Autos noch nicht unter Beweis stellen konnten. Ebenfalls interessant ist von der Papierform her der Saintéloc-Audi mit dem französischen GT-Piloten Grégory Guilvert, dem amtierenden GT-Masters-Champion Dino Lunardi und dem Audi-DTM-Piloten Filipe Albuquerque.

Doch, um ganz oben zu stehen, muss man erst einmal 24 Stunden fehlerfrei überstehen, was bei rund 80 Startern auf nur sieben Kilometern zur Herkulesaufgabe werden sollte.