SRO: Ab 2013 nicht mehr Promoter für GT-WM und GT-EM

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Stéphane Ratel, Geschäftsführer der SRO Motorsports Group, informierte gestern in Paris die GT Commission, dass seine Firma weder GT-WM noch GT-EM weiterhin promoten werde. Damit wird es wohl beide Serien 2013 nicht mehr geben.

Die Krisensymptome waren nicht zu übersehen: wechselnde Kalender, keine geregelten Fernsehverträge, abgesagte Rennen, kleine Starterfelder, häufige Fahrerwechsel. Die GT-WM war trotz sportlich ansprechender Leistungen in diesem Jahr alles andere als konstant – eine Tendenz, die sich allerdings seit der Gründung 2010 abzeichnete.

Die Auflage des Motorsportweltrates der FIA, bis Ende August zehn Teams mit zehn Herstellern für die WM eingeschrieben zu haben und ein ähnliches Konzept auch in der EM zu implementieren, waren scheinbar für beide Serien nicht umsetzbar. Der Rückzug der SRO ist zwar de jure keineswegs das Ende der beiden Meisterschaften, dürfte aber de facto dazu führen, weil beide maßgeblich von Ratels Firma vorangetrieben wurden. Immerhin gibt die relativ frühe Ankündigung allen Beteiligten die Möglichkeit sich rechtzeitig für 2013 neu zu positionieren.

Wie geht es 2012 und darüber hinaus weiter?

Ende der Woche soll der überarbeitete Kalender für die Saison 2012 veröffentlicht werden. Nürburgring und Salzburgring gelten als wahrscheinlich, Moskau scheint hingegen fraglich, da der Veranstalter abgesprungen sein soll. Aber auch hier können sich noch Überraschungen ergeben. Es ist im Gespräch, die Starterfelder von WM und EM bei den Verbleibenden Läufen gemeinsam antreten zu lassen – so wie es bereits am Anfang des Jahres von verschiedenen Seiten vorgeschlagen wurde.

Ob die jährliche Pressekonferenz der SRO Motorsports Group am 27. Juli in Spa-Francorchamps bereits Konkretes zu den weiteren Aktivitäten Ratels im GT-Segment bietet, bleibt abzuwarten. Optionen gäbe es, da immerhin die Blancpain Endurance Series zurzeit floriert. Die provisorischen Kalender der GT- und Formelserien unter SRO-Leitung für das Jahr 2013 sollen bereits am Wochenende des 24-Stunden-Rennens veröffentlicht werden.

Was die Vergabe der – recht kostspieligen – FIA-Prädikate angeht, so ist noch keine kurzfristige Entscheidung getroffen worden. Die GT-„Trophy“ der Sportwagen-Weltmeisterschaft zur GT-WM zu erklären mag zwar eine Möglichkeit sein, mehr aber auch nicht. Gleiches gilt für eine potentielle Umwandlung der International GT Open in eine offizielle EM, da Veranstalter Jesus Pareja unabhängig von der SRO eine europaweit antretende GT-Serie organisiert, die einen EM-Titel nicht zu Unrecht tragen könnte.