Auftakt an der Sarthe: Audi in leichten Schwierigkeiten

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Die 24 Stunden haben gerade erst zu ticken begonnen, und schon kämpfen die ersten Teams mit Problemen: Während man bei Pescarolo gleich mit beiden Flitzern in der Box parkte, notierte Audi einen ersten Reifenschaden. Indessen gab es bereits einige Positionsverschiebungen. – Heiße Kämpfe im GT-Feld.

Die 24 Stunden von Le Mans 2012 sind endgültig gestartet. Planmäßig um Punkt 15:00 Uhr gingen die Boliden auf ihre erste Rennrunde, die entgegen einiger Prognosen unter trockenen Bedingungen stattfand. Verlief der Start zwar ruhig und ohne Zwischenfälle, so gab es jedoch bereits nach wenigen Metern erste Überholmanöver: Altmeister Allan McNish griff im Audi R18 e-tron quattro mit der Startnummer zwei nach dem Toyota von Stéphane Sarrazin und schnappte sich diesen souverän. Audi hält aktuell eine Dreifach-Führung inne; ganz vorne ist nach wie vor der Polesitter André Lotterer, ebenfalls in einem Hybrid-R18.

Bei den Kriegern der Gran-Turismo-Sektion konnte das Pole-Fahrzeug hingegen nicht auf Rang eins verweilen: Jamie Melo von Luxury Racing wurde mit seinem Ferrari F458 Italia sowohl von dem Berliner Stefan Mücke als auch von Corvette-Mann Oliver Gavin überholt. Mücke führt im werksseitigen Aston Martin V8 Vantage seit diesem Zeitpunkt die Klasse an. Hinter ihm und Gavin toben derweil ALMS-typisch wilde Duelle, in denen auch Porsche kräftig mitmischt.

Einen tollen Dreikampf gab es auch bei den „Kleinen“ in der Le-Mans-Königsklasse, nämlich bei den Privatteams der LMP1: Hier balgten sich von Beginn an David Brabham (JRM-Honda), Sébastien Bourdais (Pescarolo-Dome-Judd) und Bertrand Baguette (OAK-Racing-Perscarolo-Judd) auf besonders sehenswerte Art und Weise. Doch Bourdais konnte nicht lange mittun, denn gleich nach wenigen Runden musste er mit Elektronikproblemen die Box ansteuern. Zu diesem Zeitpunkt war auch der zweite Wagen der französischen Equipe nicht mehr auf der Bahn; bereits mit Rückstand ins Rennen gegangen, kämpfte die Neuentwicklung von „Pesca“ mit Antriebsproblemen.

Toyota erwartungsgemäß langsamer

Nach neun Runden kam die Spitze des Feldes zu den ersten Boxenstopps. Vorneweg absolvierte die Toyota-Crew ihre Services, etwas später dann auch Audi. Die Ingolstädter scheinen mit ihren Dieseltriebwerken rund einen Umlauf länger auf der Bahn bleiben zu können, ohne neuen Treibstoff fassen zu müssen, als die Toyota. Ohnehin sind die Benziner aus Fernost nicht in der Lage zu sein, das Tempo der R18 auf Augenhöhe mitgehen zu können.

So gingen die besten Rundenzeiten der Anfangsphase immer wieder an Vorjahressieger Lotterer, während die beiden Toyota TS030 kurz nach dem Start auf den Rängen vier und fünf – dort liegen sich auch momentan – ihre Positionen tauschten. Alexander „Alex“ Wurz übernahm teamtaktisch mühelos von Kollege Sarrazin die Position des ersten Audi-Verfolgers. Gänzlich reibungslos verlief das Rennen für Audi bis dato aber dennoch nicht: ultra-Pilot Loïc Duval fuhr sich direkt nach seinem ersten Halt einen schleichenden Plattfuß ein, der durch einen scharfen Stein entstand. Duval musste in der Folge einen zusätzlichen Reifenwechsel einlegen.

Auch Mike Rockenfeller besuchte für ein paar Minuten außerplanmäßig die Box. Er berichtete von Merkwürdigem an der Hinterachse seines Audi R18 ultra, doch die Joest-Mechaniker konnten keinerlei Probleme lokalisieren. Mittlerweile rollt „Rocky“ wieder, und zwar an siebenter Stelle.