LMP1-Regeln für 2014: Effizienz und Innovation als Markenzeichen

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Passend zum diesjährigen 24-Stunden-Rennen hat der ACO das neue technische Reglement für die höchste Prototypenklasse vorgestellt: Freiheit bei den Hybridsystemen, limitierte Treibstoffzufuhr und mehr Sicht für die Fahrer im geschlossenen Cockpit.

Das lang erwartete technische Reglement für die „Königsklasse“ des Langstreckensport ist nun offiziell vom Automobile Club de l’Ouest (ACO) veröffentlicht worden. Die Tendenz war zwar schon bekannt, aber nach langwierigen Gesprächen zwischen ACO, FIA und den Automobilherstellern gibt es nun für 2014 verbindliche Regeln für die Sportwagenweltmeisterschaft, die American Le Mans Series und die 24 Stunden von Le Mans.

Antrieb: (fast) alles ist möglich

Ab 2014 müssen Werksteams mit Hybridantrieb antreten. Turboaufgeladene Vier-Zylinder-Motoren ohne Hubraumbeschränkung bilden die Basis. Es dürfen Diesel- und Benzinmotoren mit bis zu zwei verschiedenen Energierückgewinnungssystemen (ESR) kombiniert werden. Die Beschaffenheit dieser Systeme ist bewusst undefiniert gelassen, um Freiheit für kreative technische Lösungen zu schaffen. Einzig die Energiemenge muss messbar und in eine von fünf Kategorien zwischen zwei und acht Megajoule einzuordnen sein.

Der Energiekategorie gemäß wird ein Maximalbrennstoffverbrauch in Litern – mit dem Circuit de La Sarthe als Richtmaß – festgelegt. Benziner dürfen mit einem Tankvolumen von 64,4 (aktuell: 90) Litern antreten, Dieselfahrzeuge mit 53,3 (aktuell: 81) Litern. Nach Berechnungen des ACO lassen sich so zwischen 22 und 32 Prozent Kraftstoff bei gleicher Leistung gegenüber 2012 einsparen. Die ERS-Konfiguration wird für jeweils ein Jahr homologiert und darf im Laufe der Saison nicht verändert werden. Bei den Privatteams ist kein Hybridantrieb erlaubt; die Tankvolumen sind identisch mit den Werksmannschaften.

Chassis: Weniger ist mehr

Der Roadster hat in der LMP1-Kategorie ausgedient: nur noch Coupés sind ab 2014 erlaubt. Das Mindestgewicht des Chassis wird von aktuell 900 auf 850 Kilogramm bei den Werksteams und 830 Kilogramm bei den Privatiers abgesenkt. Die Breite wird vom 2.000 Zentimetern auf 1.900 Zentimetern verkleinert, um die Stirnfläche zu verringern und damit den Verbrauch zu reduzieren. Eine höhere Sitzposition soll die Rundumsicht des Fahrers verbessern und somit helfen Unfälle bei Überrundungen zu vermeiden. Seilbefestigungen an den Rädern und eine verbesserte Crashbox im Heck sind als Beiträge für die passive und aktive Sicherheit gedacht. Die Heckfinne wird bleiben und soll mit Öffnungen an den Innenseiten der Radhäuser zu mehr aerodynamischer Stabilität bei Unfällen beitragen.

Asian Le Mans Series: die Eckpunkte für 2013

Der ACO ließ auch Details zur wiederbelebten Asian Le Mans Series verlauten. Es sind sechs Rennen in drei Ländern geplant: Zhuhai, Shanghai, Ordos und ein weiteres Rennen in China, sowie Fuji in Japan und das Saisonfinale im indonesischen Sentul im November. Die Rennen werden 2013 drei Stunden und 2014 vier Stunden lang sein. Die zugelassenen Kategorien sind LMP2 und LM GTE, die mit der GT3-GTC-Kategorie und den Wagen der Formula Le Mans ergänzt beziehungsweise aufgefüllt werden, sodass ein Feld von 20 bis 25 Fahrzeugen anvisiert werden kann. Jedes Team darf nur zwei Fahrer als Pro-Am-Paarung einsetzen. Mindestens einer von dieser muss ein Asiat sein. Die Gewinner der LMP2, LM GTE und FLM erhalten garantierte Startplätze für das folgende 24-Stunden-Rennen von Le Mans (die FLM-Gewinner als LM P2).