Freies Training: Audi bringt sich in Stellung

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Von 16 bis 20 Uhr hatten die Protagonisten der 80. Auflage des 24-Stunden-Rennens von Le Mans die Möglichkeit, sich erstmals in der Le-Mans-Woche auszutesten. Dabei wies Audi seinen neuen Hauptkonkurrenten Toyota in die Schranken; Aston Martin sorgte bei den GT-Rennern für eine Überraschung.

Vier Stunden gab der ACO den 56 Teilnehmern, um sich auf dem Circuit de la Sarthe das erste Mal auszutoben – beim offiziellen Testtag waren noch nicht alle Starter anwesend. Das heißt, für einige Wagen war es der erste Auftritt auf den französischen Landstraßen rund um das Langstrecken-Mekka Le Mans.

Wie zu erwarten, beanspruchte dabei der Rekordsieger der letzten Dekade, Audi, die vorderen vier Plätze des Klassements. Dennoch sah es am Anfang so aus, als könne Toyota mit dem nagelneuen Hybrid-Renner, der in Le Mans sein Renndebüt feiert, die Pace der Ingolstädter mitgehen. Mit zunehmender Dauer der Sitzung verbannte Audi allerdings die Japaner von den vorderen Plätzen.

Ob am Ende die Platzierungen in der Reihenfolge der Startnummern gewollt waren oder nicht, bleibt den Spekulationen überlassen. Fakt ist, dass das letztjährige Siegergespann mit André Lotterer, Benoît Tréluyer und Marcel Fässler mit einer Zeit von 3:25,163 Minuten die Nase vorn hatte. Das bewölkte Wetter um die 17 Grad Celcius scheint den Hybriden der Herren der Ringe zu liegen, denn der zweite Audi R18 e-tron platzierte sich auf Rang zwei – am Steuer die Altmeister Dindo Capello, Allan McNish und Tom Kristensen. Es folgen die beiden „Ultra“ genannten Audi R18 mit konventionellem Dieseltriebwerk. Die Startnummer drei mit Marc Gené, Romain Dumas und Loïc Duval war schneller als der Wagen Nummer vier unter der Bewerbung von Audi Sport North America – es wechselten sich Marco Bonanomi, Oliver Jarvis und Mike „Rocky“ Rockenfeller ab.

Somit musste sich Neueinsteiger Toyota erst einmal der Diesel-Übermacht aus Oberbayern geschlagen geben. Die Zeiten der beiden Toyota TS030 liegen bei 3:28,421 Minuten (#7, Nicolas Lapierre, Alexander Wurz, Kazuki Nakajima), respektive 3:30,162 (#8, Stéphane Sarrazin, Anthony Davidson, Sébastien Buemi).

Im internen Benziner-Kampf zeigte sich die Strakka-Mannschaft von Nick Leventis im HPD am Schnellsten. Die Zeit lag rund 1,5 Sekunden hinter der des schlechtesten Toyota, aber schon drei Sekunden hinter der des letzten Audi. Weitere 2,5 Sekunden langsamer war der Dome von Henri Pescarolos Mannschaft. Der Pescarolo 03 fährt hingegen weiterhin dem Feld hinterher. Es folgt auf Benziner-Rang drei Rebellion Racing mit Neel Jani, Nicolas Prost und Nick Heidfeld.

Ausgeglichenes Feld bei den LMP2

In der LMP2 zeigte sich Starworks Motorsport aus den USA am besten aufgelegt. Sollte das so bleiben, könnte der zweite 24-Stunden-Sieg dieser Saison herausspringen – die Truppe gewann schon in Daytona im Januar. Das Steuer teilen sich Enzo Potolicchio, Ryan Dalziel und der letztjährige LMP2-Le-Mans-Sieger Tom Kimber-Smith.

Auf den weiteren Plätzen folgen Jota mit einem Zytek-Nissan und die Iren von Murphy Prototypes. Die Wagen auf den Plätzen zwei bis fünf liegen innerhalb von einer Sekunde, schafften es jedoch nicht unter die 3:40er-Marke. Einziger Wagen unter dieser Zeit war das Starworks-Gespann mit 3:39,669 Minuten.

GT-Klasse: Aston Martin überraschend stark

Sowohl bei den Profis als auch bei den Amateuren legte Aston Martin im ersten Training eine tadellose Vorstellung hin. Nach dem sehr missglückten Auftritt des vergangenen Jahres zeigte nun Aston Martin Racing, was ihr Anspruch ist und auf was sich die Konkurrenz gefasst machen kann.

Mit 3:57,036 Minuten schnappte sich das Trio Darren Turner, Stefan Mücke und Adrián Fernández die Führung in der GTE-Pro. Um 0,4 Sekunden musste sich die einheimische Mannschaft Luxury Racing mit Frédérick Makowiecki, Jaime Melo und Dominik Farnbacher geschlagen geben. Rang drei sicherte sich die Titelverteidigermannschaft Oliver Gavin, Richard Westbrook und Tommy Milner in der Corvette.

Erst auf Rang fünf zeigte sich der erste Porsche – es ist der 997 GT3 RSR vom Team Felbermayr-Proton. Der Rückstand auf den führenden Aston Martin beträgt rund 1,5 Sekunden. Einziger Wagen, der es nicht unter vier Minuten schaffte, war der JMW-Ferrari, der auch nicht am Testtag teilnahm.

In der GTE-Am reichte es für Aston Martin mit der Fahrerpaarung Allan Simonsen, Kristian Poulsen und Christoffer Nygaard für Platz zwei. Einzig Seth Neiman, Patrick Pilet und Spencer Pumpelly im Flying-Lizard-Porsche waren um eine halbe Sekunde schneller. Die dritte Position ging an die Corvette von Larbre Competition – am Steuer sitzen Pedro Lamy, Patrick Bornhauser und Julien Canal.

Weiter geht es ab 22 Uhr mit der ersten Qualifikationssitzung.